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Schleswig-Holstein „Wer meckert, fliegt raus“
Imbiss-Idee mit Potenzial: In der neuen Fischbar in Kiel gelten Regeln wie an Bord / Qualität wird ständig kontrolliert
KIEL. Möwen kreischen, Fahnen flattern, Segelboote schaukeln in den Wellen der Kieler Förde. Vor dem Segelcamp 24/7 an der Kiellinie taucht ein mit Holz verkleideter Container mit der schwarzen Aufschrift Fischbar auf. Seit gut drei Monaten betreiben Daniel Gieseler und Philipp Dornberger hier einen Fischimbiss der besonderen Art. „Man kann auch in einem Imbiss Regionalität umsetzen“, sagt Dornberger, der hauptberuflich Projektmanager Kulinarik der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH) ist.
Die Zutaten der Gerichte auf der kleinen Speisekarte stammen alle von Lieferanten aus der Region. So wird der Hecht für den Backfisch von Fischern im Plöner und Selenter See gefangen. Der Matjes stammt von einer Manufaktur in Glückstadt und die Brötchen wurden gemeinsam mit einer Kieler Bäckerei selbst entwickelt. „Wir wollten keine TK-Schrippen“, fügt Dornberger hinzu.
„Jeder Fisch (Leseprobe und weitere Informationen zum Buch "Fisch") verdient sein eigenes Brötchen“, sagt Dornberger. So wird die handgerollte Fischfrikadelle zum Beispiel auf einem Maismehlbrötchen serviert. „Die Leute kommen sogar sonntags hierher, um die Brötchen zu kaufen“, erzählt der Gastromanager. Sämtliche Brötchen und auch die anderen selbst entwickelten Zutaten wie Ketchup und Remoulade wurden vor dem Verkauf in der Fischbar von mindestens 40 Personen getestet. „Es soll unseren Gästen schmecken und nicht uns“, lautet das Credo der Fischbar-Betreiber.
Die Speisen KostenDer in Geldeinheiten bewertete Verbrauch von Produktionsfaktoren und Dienstleistungen, der zur Erstellung und zum Absatz der betrieblichen Leistung erforderlich ist.
weiter mit Mausklick... an der Fischbar 2,60 bis 3.80 Euro. Auch die Getränkepreise sind mit 1,50 Euro zum Beispiel für eine Tasse Kaffee moderat. Zwar gibt es an der Fischbar keine Cocktails (Leseprobe und weitere Informationen zum Buch "Cocktails"). Aber Bier oder vier unterschiedliche Weine können die Gäste am Tresen bestellen. „Wir haben hier abends einen AbsatzAlle Tätigkeiten, die dazu bestimmt sind, die Abgabe von Gästezimmern, Gastronomieangebote und anderer Produkte sowie Serviceleistungen in den Markt zu bewirken.
weiter mit Mausklick... an Flaschenweinen, von dem mancher Gastronom träumen würde“, fügt der Gastromanager hinzu.
An dem Konzept der Fischbar haben Dornberger und Gieseler rund 18 Monate gearbeitet. „Ursprünglich sollte die Fischbar ein mobiles Konzept werden“, sagt Gieseler, der hauptberuflich Unternehmensberater in der Gastronomie ist. Es gebe außer dem festen Standort an der Kiellinie auch eine mobile Fischbar in einem Verkaufswagen. Außer den beiden Geschäftsführern arbeiten bereits sechs Mitarbeiter in der Fischbar. „Wir stecken unsere ganze Kraft in die Produkte und unsere Mitarbeiter“, fügt Gieseler hinzu.
Der Standort an der Kiellinie ist auf das Sommerhalbjahr von März bis Oktober beschränkt. Das Publikum reicht von Skatern und Familien, bis zu Politikern und Anwohnern aus den vornehmen Stadtteilen Kiels. „Bei uns werden alle Gäste geduzt“, sagt Gieseler. Denn an der Fischbar gelten die gleichen Regeln wie an Bord von Segelyachten. „Jeder Gast wird gleich behandelt“, sagt Gieseler, der sich gemeinsam mit seinem Geschäftspartner als Skipper versteht. Allerdings dürfe in der Fischbar nicht geschrien werden: „Wer meckert, fliegt raus.“
Fazit: Ein frisches Konzept, das Einfachstprodukte wie Fischbrötchen so präsentiert, als wären dies Gourmetartikel. Eine Geschäftsidee, in der das Potenzial zur System-Gastronomie schlummert. Helmut Heigert
