Buchungsportale
Aisenbrey: "Das ist frech von HRS"
von Alexandra Leibfried
DONAUESCHINGEN/KÖLN/NÜRNBERG. Alexander Aisenbrey, 1. Vorstand der Hoteldirektorenvereinigung (HDV), fühlt sich überrumpelt. "Die von uns getätigte Umfrage als Legitimation für Provisionserhöhungen zu benutzen, das ist frech." Aufhorchen lässt einen nicht nur "dieser Schachzug des Unternehmens". Wie Aisenbrey der AHGZ mitteilte, habe er gestern von HRS-Chef Tobias Ragge einen Anruf erhalten, wo Ragge Aisenbrey eine intensivere Zusammenarbeit vorschlug. "Ich bin persönlich mehr als verwundert, wieso Herr Ragge während dieses Telefonats in keinster Weise darauf hinwies, dass er die Provisionerhöhnung mit der HDV-Umfrage rechtfertigt", so Aisenbrey. HDV hatte die Provisionen von Buchungsportalen verglichen und kam zu dem Ergebnis: Im Durchschnitt sind 14,85 Prozent Provision fällig (AHGZ vom 6. September).
Am 17. Januar, passierte Folgendes: In einer Pressemitteilung teilt das Unternehmen mit, dass HRS sich an das Buchungssystem Amadeus anschließt. „Durch die Partnerschaft erweitern wir die Reichweite unserer Hotelpartner signifikant und steigern ihr Buchungsvolumen“, verkündete HRS-Geschäftsführer Tobias Ragge darin. Er versicherte: „Neben der normalen HRS-Provision fallen keine weiteren Gebühren für den Hotelier neben den normalen Provisionen an.“ Mit keinen Wort war erwähnt, dass nachmittags an HRS-Kunden neue AGBs verschickt werden, die mitteilen, dass sich ab 1. März die Provisionen erhöhen - von 13 auf 15 Prozent (ahgz.de berichtete).
Bevor die neuen AGBs verschickt wurden, rief HRS-Chef Ragge Alexander Aisenbrey an und warb um eine Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen HRS und HDV. Aisenbrey: "Mit keinem Wort ging er darauf ein, dass wenig später die HDV-Umfrage in diesem Kontext verwendet wird. Ein raffinierter Schachzug!". Eigentlich hatte die HDV mit dieser Umfrage anderes im Sinn: Sie wollte zeigen, wie es in der Welt der Buchungsportale wirklich aussieht. "Dass unsere Umfrage wohl die einzig fundierte zu diesem Thema ist und herangezogen wird, ist zwar auch ein Kompliment", sagte Aisenbrey. "Aber sie so auszuspielen... wir wollten uns mit dieser Umfrage doch gegen die Schröpfung der Portale wehren!"
HRS hat heute Morgen auf AHGZ-Anfrage eine Pressemitteilung geschickt, in der man den Zusammenhang zwischen dem Amadeus-Anschluss und der Erhöhung dementiert. Das Unternehmen begründet die Erhöhung damit, das es seine Multi-Channel-Strategie kontinuierlich ausbaue, weitere Vertriebskanäle für die Hotellerie erschließe und professionelles Suchmaschinenmarketing im Sinne seiner Partner betreibe. „Dieses nachhaltige Wachstum erfordert stetige Investitionen in Personal, Vertrieb und Informationstechnologie“, sagt HRS-Geschäftsführer Tobias Ragge. Vor diesem Hintergrund erachte HRS es als notwendig, die Provision dem jüngst von der deutschen Hoteldirektoren Vereinigung (HDV) veröffentlichten Marktdurchschnitt von 15 Prozent für Einzelreservierungen angleichen.
Und jetzt? Aisenbrey findet die Idee seines Kollegen Feuerstein gut, eine HRS-freie Woche auszurufen. Allerdings könnten bestimmt nicht alle mitmachen. Zuviele seien von den Buchungsportalen stark abhängig, um ihr Hotel zu füllen. Generell legt er allen Hoteliers nahe, "spätestens jetzt ihren Direktvertrieb" zu stärken.
ACHTUNG: HRS-Chef Tobias Ragge ist Referent beim Deutschen Hotelkongress 2012 am 30. / 31. Januar im Maritim Hotel Berlin. Ebenfalls auf dem Podium steht Christian Bärwind, Industry Head Travel, Google Germany. Außerdem auf der Agenda: "It's all about rates" - die Fachkonferenz mit Bianca Spalteholz und "Social Media in der Praxis" - Gabriele Schulze spricht mit Traube-Tonbach-Chefin Renate Finkbeiner und Klaus Peter, Hotel Gemma, über Internetmarketing, Buchbarkeit und Erfolg in den sozialen Medien. Sichern Sie sich jetzt Ihre Teilnahme! Anmeldung unter: www.deutscher-hotelkongress.de









Dietrich Hertzberg, Lübeck
21.01.2012 um 12:04
Betreff: HRS hilf dem Einzelreisenden
Die Hotels gewähren den Konzernen Company-Rates. In anderen Branchen nennt man das Rabatt-Spreizung. Wenn man die "Mondpreise" in denen versteckte Rabatte für Incoming-Agenturen, Reisebüros, usw. einkalkuliert sind, vermeiden will, ist man als Selbständier / Einzelreisender auf HRS angewiesen.