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Konzepte

Ein Herz und eine Mühle: Dirk Zimmermann hat das Restaurant wiederbelebt und Hotelzimmer errichtet Foto: Alexander Schmolke

Konzepte: Lüttelforster Mühle in Schwalmtal

Alte Mühle trifft Facebook-Generation

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/20 vom 12. Mai 2012
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Schwalmtal. Kinder springen umher und bestaunen das schwere Mühlrad, Radler fahren klingelnd vorbei, und die Gespräche der sind unterlegt mit dem Rauschen der Schwalm, die links an dem Gebäude vorüberfließt. Keine Frage, die ist ein Idyll.

Bis zu 200 Innen- und 500 Außenplätze bietet „Die Lü“, wie die sie liebevoll nennen. Bis zu 60.000 Gäste gesellen sich inzwischen pro Jahr hierher. Diese Erfolgswerte schienen vor zehn Jahren weiter weg als der Mond. Verwildertes Grundstück, rissige Fassade, kaputte Fensterscheiben: Nach Dekaden gastronomischen Erfolgs entwickelte sich der Betrieb nicht mehr weiter. Ambiente und Essen genügten den Ansprüchen der Kundschaft nicht mehr. Die Mühle musste schließen. Der Verfall begann.

Heimatverbundene Inhaber

Doch dann nahmen sich mit , Norbert Pflippen und Bruno Wiessner drei heimatverbundene Männer der Mühle an. Sie kannten das Anwesen noch aus ihrer Kindheit. Da sie beruflich erfolgreich waren – Zimmermann und Wiessner als Steuerberater, der 2011 verstorbene Pflippen als Spielerberater im Profifußball – verfügten sie über die finanziellen Möglichkeiten, um zu sagen: „Wir holen die Mühle aus ihrem Dornröschenschlaf.“ Das Wachküssen zwischen 2005 und 2007 kostete 2 Mio. Euro. Es wurde entkernt, saniert, neu eingerichtet. Zudem entstanden 14 Hotelzimmer.Parallel zur Instandsetzung des Gebäudes arbeiteten die Inhaber am Konzept. SystemgastronomieBetriebsform in der Gastronomie, bei der entgeltlich Getränke und/oder Speisen in einem standardisierten Gastronomiebetrieb abgegeben werden, die an Ort und Stelle verzehrt oder auch mitgenommen werden können.
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schlossen sie aus. „Das passt nicht zur Historie der Mühle“, befanden sie. Und auch eine Spezialisierung auf rheinische Küche kam trotz der Vorliebe Zimmermanns für Sauerbraten & Co. nicht in Frage. „Das mag nicht jeder“, weiß der 56-Jährige.

Doch genau das war das Ziel – jeden anzusprechen: „Vom Kneipenbesucher über die Familie mit Kindern bis zum Gourmet, vom Radler über den Verein bis zur Feiergesellschaft.“

Wer es allen recht machen möchte, kann indes schnell in die Beliebigkeit abrutschen. Diese Gefahr umgeht Küchenchef Oliver Neienhuis mit einer Karte, die nicht 300 Positionen umfasst, sondern von allem ein bisschen: Ofenkartoffel und Pasta mit Garnelen, Mühlenburger und Argentinisches Entrecôte vom Lavastein-Grill, Schweinelendchen mit Champignonrahmsauce und Sauerbraten. Als Mitglied der „Genussregion Niederrhein“ hat sich die Mühle verpflichtet, Zutaten weitgehend von regionalen Produzenten zu beziehen. Die Inneneinrichtung des Lokals ist perfekt auf die ZielgruppeEine von der Marketingabteilung oder vom Unternehmer festgelegte Auswahl von Marktteilnehmern, an die sich ein Angebot oder eine Maßnahme richtet .
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abgestimmt. Zimmermann nennt es „Brauhaus – aber etwas feiner.“ Und das spricht tatsächlich jeden an.

Kleiner PreisTransaktionspunkt zwischen Angebot und Nachfrage eines Produkts bzw.
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für kleines Bier

Hinzu gesellt sich eine clevere Preispolitik: Das 0,2-Liter-Bier kostet 1,50 Euro, der Kaffee 1,80 Euro, im Vergleich günstige Preise, die in jedem Gästebericht lobend erwähnt werden. Zum Konzept des Hauses zählt auch offensives Marketing. „Die Lü“ bekam ein neues Corporate DesignUnternehmensidentität.
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, und außer auf klassische WerbungTeilbereich des Kommunikationsmixes. Mediawerbung.
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setzt Zimmermann auf . Mit 4147 Fans stand die Mühle Ende April auf Platz 21 des AHGZ-Facebook-Rankings der Einzelhotels.“ Anfangs habe ich Facebook unterschätzt“, sagt der Inhaber, „mittlerweile sehe ich, welchen BekanntheitsgradProzentualer Anteil potenzieller Kunden oder Gäste, die eine Leistung, eine Marke oder ein Unternehmen kennen.
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sich ein Betrieb über das Netzwerk verschaffen kann.“ Und wie gut die WerbewirkungNotwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung für den Werbeerfolg.
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ist: „Bei Aktionen, die wir nur über Facebook laufen lassen, ist die Resonanz sehr hoch.“

Das Ziel ist also erreicht, die Lüttelforster Mühle wachgeküsst. Und sie wird weiter mit Leben gefüllt: Im Sommer verwandelt sich der Biergarten in einen Beach-Club – mit der Möglichkeit, einen Grill zu leihen und sich Würste und Fleisch direkt neben der Strandliege zu grillen. „Dazu ein Bierchen und das Plätschern der Schwalm, das wird herrlich“, sagt Dirk Zimmermann. Wenn er so enthusiastisch von seinen Plänen erzählt, wird deutlich: In einen weiteren Dornröschenschlaf sinkt die Mühle in nächster Zeit ganz sicher nicht.

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