Marketing
Apple-Nutzer zahlen mehr für Hotelzimmer
CHICAGO. Apple-Nutzer bevorzugen Luxushotels und geben bis zu 30 Prozent mehr für eine Übernachtung aus als PC-Besitzer. Das haben die Experten des US-Reiseunternehmens Orbitz herausgefunden, meldet das Nachrichtenportal Spiegel Online und beruft sich dabei auf einen Bericht des Wall Street Journals.
„Wir hatten das schon geahnt und konnten das anhand unserer Daten bestätigen", sagte Orbitz-Technikchef Roger Liew dem Wall Street Journal. Die Daten zeigten, dass Mac-Nutzer 20 bis 30 Dollar mehr für eine Übernachtung ausgäben als PC-Besitzer.
Orbitz nutzt diese Erkenntnis und macht daraus ein Geschäftsmodell: Apple-Besitzern bietet das Reiseunternehmen teurere Hotelzimmer an als PC-Nutzern. Orbitz-Verantwortliche betonen jedoch, dass niemals dasselbe Zimmer für unterschiedliche Preise beworben werde. Auch eine Sortierung nach Preisen sei weiterhin möglich.
Um herauszufinden, welche Computer ihre Kunden benutzen, hatte der Reiseanbieter bereits im vergangenen Herbst mit der Auswertung der Daten begonnen. Orbitz-Geschäftsführer Barney Harford hält das Sammeln von Daten für eine vorrangige Aufgabe. Seit 2009 beschäftigt das Unternehmen Statistiker.
Einem Unternehmenssprecher zufolge will Orbitz in fernerer Zukunft auch versuchen, die Präferenzen der Apple-Nutzer bei Flugbuchungen und Mietwagen herauszufinden.
red/mel


Wolfgang Foerster, Bad Soden am Taunus
12.07.2012 um 09:59
Betreff: Orbitz macht es richtig
Ein großes Lob an Orbitz, sie machen es richtig. Sie machen genau das, was wir alle immer versuchen: Sie gehen auf ihre Kunden und deren Wünsche bestmöglich ein.
Um einen klaren Blick auf die ursprüngliche Meldung zu bekommen, empfehle ich, zunächst den Originaltext des Orbitz-Chefs Barney Harford zu lesen, auf den sich das Wall Street Journal bezieht auf den sich der SPIEGEL bezieht, auf den sich jetzt die AHGZ bezieht. Hier ist der Originaltext zu finden: http://travel.usatoday.com/hotels/post/2012/05/orbitzhotel-booking-mac-pc-/690633/1
Und dann erkennt man, dass Orbitz mit dieser Aktion hervorragenden Kundenservice leistet. Um das zu verstehen, muss man ein wenig ausholen: In allen Hotelfachschulen, auf allen Verkaufsseminaren, in jedem Qualitätsmanagement-System (egal ob EFQM, SQ-Deutschland, oder anderen) ist immer eines der höchsten Ziele, die Gäste-Erwartungen mindestens zu erfüllen, besser noch, sie zu übertreffen. Wenn die Gäste bekommen, was sie erwarten, sind sie nicht unzufrieden, mehr aber auch nicht. Wenn sie mehr bekommen, als sie erwarten, sind sie froh und glücklich und empfehlen uns weiter. Also genau das, worauf wir alle hinarbeiten.
Was macht nun Orbitz? Orbitz hat durch Beobachtung des Kundenverhaltens herausgefunden, dass die Wahrscheinlichkeit ein 4-Sterne-Hotel oder ein 5-Sterne-Hotel zu buchen, bei Menschen, die einen Apple-Computer besitzen, um etwa 40% höher ist, als bei Windows-Nutzern. Das Wall Street Journal fügt seinerseits hinzu, dass Apple-Nutzer im Durchschnitt etwa 30 US-Dollar mehr pro Nacht ausgeben, als Windows-Nutzer (wie aus 30 US-Dollar Mehrausgaben in den deutschen Medien dann 30% Mehrausgaben werden, bleibt ein Rätsel). Und das Wall Street Journal fügt auch hinzu, dass der durchschnittliche US-amerikanische Apple-Haushalt ein Jahreseinkommen von 98.000 Dollar hat, während der durchschnittliche Windows-Haushalt 74.000 Dollar Einkünfte hat. Nachzulesen ist das hier: http://online.wsj.com/article/SB10001424052702304458604577488822667325882.html
Was ergibt sich daraus? Menschen mit überdurchschnittlichem Einkommen leisten sich teurere und qualitativ bessere Produkte, ob es nun Autos, Wohnungen, Computer, Armbanduhren, oder ob es Bio-Fleisch statt Massentierhaltung, Freiland-Eier statt Käfighaltung, oder ob es Hotels und Reisebuchungen sind. Das ist nichts Neues, nichts Schlimmes und viele von uns leben gut von dieser Tatsache, egal ob als Gastronomen, Hoteliers oder Verkäufer.
Orbitz-Chef Harford fasst das in seinem Blog so zusammen: "If we're not showing relevant options to our customers, they will look elsewhere to make their selection." Zu Deutsch: Wenn er Ihnen keine für sie attraktiven Angebote macht, dann buchen sie woanders. Und damit trifft er den Nagel auf den Kopf, denn uns geht es genauso: Wenn wir unseren Gästen keine für sie attraktiven Angebote machen, dann werden sie bei unseren Mitbewerbern danach suchen. Es geht darum, die Erwartungen unserer Kunden und Gäste zu kennen und bestmöglich zu erfüllen oder zu übertreffen. Genau das macht Orbitz, genau das machen auch ein SPIEGEL und eine AHGZ, das machen wir alle anderen auch, das ist es, was man "erfolgreiche Firmen" nennt. Und das soll verwerflich sein?