Arcadia liegt im Clinch mit Accor
SCHWEINFURT/MÜNCHEN. Das Mercure Hotel Schweinfurt wird vorerst weiter unter dem Namen Mercure laufen. Nachdem die Hotelgruppe Arcadia als Eigentümerin des Hauses den Managementvertrag mit Accor in der vergangenen Woche vorzeitig und einseitig gekündigt hatte, legte Accor beim Landgericht München Rechtsmittel ein. Mit Erfolg. Durch eine einstweilige Verfügung wurde Accor-Angaben zufolge der Betrieb des Hotels unter der Marke Mercure am vergangenen Dienstag wieder aufgenommen.
Diese gerichtliche Verfügung lasse er derzeit überprüfen, sagte Hoteleigentümer Reinhard Baumhögger gegenüber der AHGZ. Er werde auf alle Fälle dagegen Widerspruch einlegen. Gleichzeitig habe er Klage eingereicht. Der 64-Jährige, der mit der Arcadia-Hotelgruppe derzeit 25 Hotels betreibt, wirft Accor seit langem „unzureichende Abrechnungen“ und „mangelnde Transparenz“ vor. Accor habe sich zwar dafür im Mai entschuldigt, geschehen sei jedoch nichts, so Baumhögger. Deshalb sei der Rausschmiss zum 1. August erfolgt. Das 133-Zimmer-Hotel firmierte unter den Namen Arcadia Hotel Schweinfurt Maininsel, auch noch bei Redaktionsschluss am Mittwoch.
Die Accor-Gruppe, die seit zehn Jahren den Managementvertrag erfüllt, wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. „Wir halten uns an die Verschwiegenheitspflicht“, sagte Pressesprecher Michael Kirsch der AHGZ.
Laut Insidern tobt der Streit zwischen den Vertragspartnern schon seit langem. Seit Monaten habe es im Haus zudem Gerüchte über einen Verkauf gegeben, bestätigen Mitarbeiter. Bis auf Hoteldirektor Michael Plume – er ist bei Accor angestellt – stehen alle Mitarbeiter auf der Arcadia-Gehaltsliste. Plume musste Anfang August binnen Minutenfrist das Haus verlassen, seit Bekanntgabe der einstweiligen Verfügung ist er wieder im Amt. rr
