Betriebsvergleich
Aufwärtstrend in der Hotellerie erkennbar
BERLIN/MÜNCHEN. Betriebe, die das Jahr 2009 überstanden hatten, atmen inzwischen wieder auf. Die Entwicklung war zwar nicht bei allen Betrieben gleich positiv, grundsätzlich sei jedoch ein Aufwärtstrend zu ermitteln. Zu diesem Ergebnis kommt der Betriebsvergleich, den Treugast in Kooperation mit Agere auflegt. Er enthält die neuesten Zahlen von 2010 und die Budgets von 2011. Demnach profitierte die Hotellerie von der guten Wirtschaftsleistung. Und dank der Mehrwertsteuersenkung seien in vielen Segmenten Umsatzsteigerungen aus Logis erzielt worden.
Treugast zufolge sind die Gewinner vor allem die Hotels, die ihre Kosten streng im Griff haben und an verschiedenen Stellschrauben ansetzen, diese zu reduzieren. Die höheren Überschüsse wurden vielfach dazu genutzt, notwendige Investitionen in die Instandhaltung zu tätigen. Weiteres Ergebnis: Bei einigen Hotelsegmenten sind die aus der Produktionswirtschaft bekannten Economies of Scale (Größenvorteile) zu beobachten. So schneiden beispielsweise bei den Hotels garni diejenigen mit einem Umsatz über 601.000 Euro besser ab, als die kleineren. Ergo: Größe in Verbindung mit professioneller Unternehmensführung macht sich bezahlt.
Preisentwicklung und Auslastung
Die Preise ziehen an: Fast alle Segmente setzten in der näheren Vergangenheit höhere Preise durch. Allerdings seien die steigenden Raten oft durch Zugeständnisse bei der Auslastung erreicht worden.
Die Kleinhotellerie (Umsatz bis 250.000 Euro) gehört zu denen, die das Betriebsergebnis II der vergangenen Jahre deutlich verbessert hat. Dies sei sicherlich auf den persönlichen Einsatz und das Geschick der Hoteliers, die Kosten zu senken, zurückzuführen. Denn sowohl Auslastung und Average Room Rate (ARR) fielen stark.
Der Mittelstand leidet laut Treugast und Agere weiter an einer schwachen Performance. Der gehobene Mittelstand (Umsatz bis 2,5 Mio. Euro, Logis ab 51 Prozent) sei zwar besser aufgestellt, als die beiden anderen im Betriebsvergleich untersuchten Mittelstandssegmente. Er verzeichne aber eine gestiegene Auslastung nur aufgrund sinkender Raten. Außerdem: Die Wareneinsatzquote stieg zu stark, vor allem bei den Speisen. „Dort ist ein wenig Aufmerksamkeit angebracht.“
Die Großhotellerie (Umsatz ab 2,5 Mio. Euro, Beherbergung ab 56 Prozent) gehört wie schon im Vorjahr zu den Gewinnern. Sowohl Auslastung als auch Rate wurden ebenso gesteigert, wie das Betriebsergebnis II. Die Großhotellerie mit einem Umsatz ab 7,5 Mio. Euro verschlechterte dagegen ihr Betriebsergebnis II. Obwohl die Logiskennziffern einen Aufwärtstrend bescheinigen, verschlechtern gestiegene Personalkosten das Betriebsergebnis I. Die Pachtzahlungen können kaum erwirtschaftet werden. red/kik


