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Wohin geht’s? Wer nicht mehr weiß, wie die Zeichen der Hausbank zu verstehen sind, sollte das Gespräch suchen Foto: Gerd Altmann_Shapes_AllSilhouettes.com /pixelio.de

Kredite

Banksignale richtig deuten

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/15 vom 7. April 2012
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Stuttgart. Kürzlich haben wir anhand eines konkreten Falls gezeigt, wie schwierig es gerade für Gastronomen ist, bei der kreditwürdig zu sein und zu bleiben (AHGZ vom 3. März). Heute soll es um Warnsignale gehen, die Banken oft frühzeitig ihren Kunden gegenüber aussenden. Und wie ein oder darauf reagieren sollte.

Für die Qualität einer Geschäftsverbindung ist es oft entscheidend, rechtzeitig und richtig zu reagieren und verbindliche Gespräche mit dem jeweiligen Kreditgeber zu führen. Geschieht nichts, drohen schlechtere Bonität, höhere Kreditzinsen und sogar Kreditkündigungen.

1. Signal: Die Bank verringert die mit Ihnen vereinbarten Zeiträume, in denen sie aussagefähige Unterlagen über die betriebswirtschaftlichen Auswertungen (BWA) hinaus bezüglich Ihrer wirtschaftliche Entwicklung erwartet (es handelt sich hier vor allem um Liquiditäts- und Rentabilitätsberechnungen).

Reaktion: Sie sollten nach dem konkreten Grund für diese Forderung fragen, die immerhin deutlich von dem abweicht, was ursprünglich mit Ihrer Bank vereinbart wurde. Da eine Verschlechterung der Kreditwürdigkeit oder Bonität möglicherweise der Grund für dieses veränderte Verhalten ist, sollte dies ebenfalls offen angesprochen werden.

2. Signal: Der soll weitaus intensiver als bisher ausführliche Prüfungen der Betriebsbuchhaltung vornehmen. Gleichzeitig werden Sie gebeten, Ihren Steuerberater zu ermächtigen, unmittelbar auf Fragen Ihrer Bank zu antworten. Sie werden als Kunde von diesen Fragen durch die Bank nicht in Kenntnis gesetzt.

Reaktion: Auch dieser Punkt spricht für eine andere Einschätzung der Bank im Hinblick auf Ihre wirtschaftliche Lage, sodass auch hier ein kurzfristiges Gespräch, durchaus gemeinsam mit dem Steuerberater und natürlich dem Bankansprechpartner, geführt werden sollte.

3. Signal: Das Kreditinstitut empfiehlt Ihnen, einen Berater zu beauftragen, der sich nicht nur mit Ihrer wirtschaftlichen Lage, sondern auch mit Ihrer betrieblichen Organisation befasst.

Reaktion: Möglicherweise sieht die Bank Optimierungspotenziale im Betrieb, deren Umsetzung sie Ihnen selbst nicht zutraut. Wenn dem tatsächlich so ist, sollte die Bank die einzelnen Punkte konkretisieren.

4. Signal: Mehr oder weniger beiläufig teilt die Bank Ihnen mit, dass die mit dem Kreditinstitut früher einvernehmlich abgestimmte Strategie einer „angemessenen“ Eigenkapitalbildung zukünftig nicht mehr gilt. Vielmehr soll schrittweise eine „deutliche“ Erhöhung des Eigenkapitals angestrebt werden.

Reaktion: Die Erhöhung des Eigenkapitals lässt darauf schließen, dass sich das Kreditinstitut auf die bevorstehenden „Basel III“-Regelungen vorbereitet. Diese bevorzugen grundsätzlich Banken mit Kreditkunden, die ihrerseits eine gute Kreditwürdigkeit mit entsprechend hoher Eigenkapitalquote vorweisen können. Es sollte also geklärt werden, wie sich die Bank Ihre „angemessene“ Eigenkapitalbildung in den kommenden Jahren konkret vorstellt.

5. Signal: Die bisher mehr oder weniger selbstverständlichen kurzfristigen Überziehungen des Geschäftskontos über das Kreditlimit hinaus „können nun nicht mehr geduldet werden“.

Reaktion: Auch hierzu steht Ihnen als Kunde eine Begründung zu, da die bisherige Geschäftsgrundlage einseitig verändert wird.

Allerdings dürfte es im Ergebnis ohnehin günstiger sein, eine grundsätzliche Erhöhung des Kreditlimits des Geschäftskontos zu vereinbaren. Damit können Sie teure Überziehungszinsen vermeiden.

6. Signal: Lastschriften, die in der Vergangenheit auch eingelöst wurden, obwohl keine Kontodeckung vorhanden war, werden nun, überraschend für Sie, vom Geschäftskonto nicht mehr abgebucht. Der bisher übliche und vor allem rechtzeitige Anruf des Bankmitarbeiters, für Kontodeckung zu sorgen, erfolgte dieses Mal (und wahrscheinlich auch in der Zukunft) nicht.

Reaktion: Hier handelt es sich offenbar um eine Auswirkung der zunehmenden Zentralisierung im Bankbereich. Der Bankmitarbeiter vor Ort verliert dabei in der Regel an Gestaltungsmöglichkeiten. Sie sollten Ihr Zahlungsverhalten diesem kaum zu umgehenden Umstand anpassen und Ihre finanziellen Dispositionen gegebenenfalls verbessern.

7. Signal: Ein Novum ist für Sie auch die Forderung Ihrer Bank, zusätzliche Kreditsicherheiten anzubieten, da sich der Wert Ihrer bisher zur Verfügung gestellten Kreditsicherheiten angeblich „erheblich“ verringert hat.

Reaktion: Bevor Sie nun mit mehr oder weniger AufwandDer Einsatz oder die zu erbringende Leistung, um einen bestimmten Nutzen zu erzielen .
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nach weiteren Kreditsicherheiten suchen, sollte ihnen die Bank die von ihr bei diesen Kreditsicherheiten verwendeten Bewertungskriterien erläutern. Diese Wertansätze können dann von Ihnen mit Ihren eigenen Einschätzungen verglichen und gegebenenfalls nachverhandelt werden.

8. Signal: Die Bank erhöht von heute auf morgen den Zinssatz des Überziehungskredites um gleich mehrere Prozentpunkte und begründet dies lapidar mit einer neu eingeführten sogenannten „risikoorientierten Zinssatzfindung“.

Reaktion: Dieser Punkt bedarf eines ausführlichen Gesprächs mit der Bank. Die erwähnte „Risikoorientierung“ beinhaltet regelmäßig einen „Zinskorridor“ von mehreren Prozentpunkten, in dessen Rahmen sich Ihr persönlicher Kreditzinssatz zukünftig befindet. Für Sie als Kunden ist entscheidend, wie Ihre Bank diesen Zinssatz genau ermittelt und ob er in der Höhe verhandelbar ist.

9. Signal: Verlängerungsangebote der DarlehenSchuldrechtlicher Vertrag, der den Darlehensgeber verpflichtet, einen bestimmten Geldbetrag oder eine Sache dem Darlehensnehmer zur Verfügung zu stellen.
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beinhalten einen für Sie nicht nachvollziehbar hohen Zinssatz, sodass Sie spontan davon ausgehen müssen, dass Ihre Bank an einer Kreditverlängerung gar nicht interessiert ist.

Reaktion: Gesprächsbedarf besteht auch hier, da bei einem solchen Verhalten Ihre weitere Kreditfähigkeit in Frage steht. Es ist ja immerhin möglich, dass auch andere Banken ähnliche Verhaltensweisen an den Tag legen, sodass Sie zumindest wissen sollten, warum Ihre Bank trotz zum Teil langjähriger Geschäftsverbindung so reagiert.

10. Signal: Es wird für Sie immer schwieriger, Ihren Gesprächspartner bei der Bank unmittelbar ans Telefon zu bekommen, um mit ihm wichtige Punkte zu bereden. Das Gleiche gilt für dessen Stellvertreter, der ebenfalls meist entweder „im Gespräch“ oder „außer Haus“ ist.

Reaktion: Möglicherweise gibt es die eine oder andere unangenehme Information, die der Bankmitarbeiter nicht gern an Sie weitergibt. Vielleicht liegt es auch an regelmäßigen „Sonderwünschen“ Ihrerseits, die man auf diesem Weg einzudämmen versucht. Wie auch immer, Spekulationen helfen nicht weiter, es bedarf eines klärenden Gesprächs.

11. Signal: Wenn Sie nach Ihrer Rating- oder Scoringnote fragen (die ja auch für die Höhe Ihrer Kreditzinssätze wichtig ist), erhalten Sie regelmäßig nur ausweichende Antworten, die Ihnen in keiner Weise weiterhelfen.

Reaktion: Die Zurückhaltung des Bankmitarbeiters kann daran liegen, dass er selbst zwar in der Lage ist, Ihnen die Rating- oder Scoringnote zu nennen. Da er aber nicht weiß, wie sich diese Note unter welcher Gewichtung der jeweiligen Beurteilungs- faktoren zusammensetzt, kommt es zu ausweichenden Reaktionen. Auch hier gilt, dass die Bank für entsprechende Klarheit sorgen sollte, damit Sie Ihre Kreditwürdigkeit und damit auch Ihre Kreditkonditionen verbessern können.

12. Signal: Das Gleiche gilt für mögliche Kreditverkäufe, zu denen Sie von Ihrer Bank bisher nichts Wesentliches hören. Das ist insofern erstaunlich, da gerade Kreditverkäufe erhebliche Veränderungen in gewachsenen Kunde-Bank-Strukturen hervorrufen können.

Reaktion: Hier ist verbindlich zu klären, wie es die Bank mit Kreditverkäufen grundsätzlich hält und welche Regelungen der jeweilige Kreditvertrag dazu enthält. Je nach Bankinstitut können Sie hierzu Vereinbarungen treffen, die Kreditverkäufe konsequent ausschließen. Michael Vetter

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