Konzepte: Vintage in Köln
Der Gast kostet und kauft
KÖLN. „Man kann seinen Wein im Internet bestellen oder beim Fachhändler kaufen. Wenn ich aber beim Essen sitze und mich mit dem SommelierBerufsbezeichnung für Mitarbeiter, der in einem Restaurant den Inhaber und die Gäste hinsichtlich des Weinangebots des Hauses berät.
weiter mit Mausklick... austauschen kann, macht das Kauferlebnis eindeutig mehr Spaß“, sagt Claudia Stern. Die gelernte Sommeliere aus dem Schwarzwald eröffnete in Köln vor 18 Jahren einen Weinhandel und kombinierte ihn mit Gastronomie. Vintage nannte sie das Konzept, das rasch immer größere Kreise zog. Zu den Proben und Weinseminaren im Restaurant kamen eine Kochschule, ein CateringLieferung, Versorgung oder Bereitstellung von Speisen und Getränken durch einen Caterer.
weiter mit Mausklick...-Unternehmen und die Gestaltung großer Events. So verköstigt das Vintage-Catering-Team nun schon seit zwölf Jahren die Gäste des Deutschen Fernsehpreises. Auch die Gäste der Kölner Oper kommen allabendlich in diesen Genuss.
Mit dem verschiedenen gastronomischen Zweigen unter einem Dach ist Claudia Sterns Konzept herausragend und einzigartig in der Region. Jetzt hat sie dafür den Deutschen Gastronomiepreis Warsteiner PreisTransaktionspunkt zwischen Angebot und Nachfrage eines Produkts bzw.
weiter mit Mausklick... erhalten.
Als sie in den Neunzigerjahren damit startete, war das Feld noch längst nicht so bestellt wie heute. „Das Thema Wein spielte in der Öffentlichkeit keine so große Rolle. Top-Verkostungen waren selten, da konnten wir Pionierarbeit leisten“, berichtet Stern.
Damals gab es die Enthusiasten, die zu jeder Probe, zu jedem Champagner (Leseprobe und weitere Informationen zum Buch "Champagner")-Dinner kamen. Doch irgendwann ist in diesem Markt eine gewisse Sättigung eingetreten. „Die Leute veranstalten jetzt gern private Weinproben und laden Gäste dazu ein.
Degustationen für Genießer
„Die absoluten Kenner sind nicht mehr so sehr auf uns angewiesen. Dafür bedienen wir die Genießer, die sich ein Navigationssystem durch die Welt der Weine wünschen.“ Die Klientel ist so umfangreich, dass die Veranstaltungen und Verkostungen in ihrer Kochschule fast immer ausgebucht sind. Stern hat dort eine Kapazität für bis zu 70 Personen. Seit einem Jahr öffnet die Gastronomin deshalb sogar ihr privates Reich für Gäste. Sie bietet dort einen „Chef’s Table“ für exklusive kleine Tafelrunden bis zu 12 Personen an, um den sich beispielsweise Mitarbeiter von Werbeagenturen oder Anwaltskanzleien nach dem gemeinsamen Kochen zum „Brainstormen“ scharen.
Für das lässig-elegante Restaurant Vintage, wo man umringt von Flaschen speist und die Vinothek immer im Blick hat, gilt das gleiche Genuss-Prinzip wie einst. „Es geht nichts über eine tolle Beratung am Tisch“, stellt Claudia Stern klar. Etwa 20 offene Weine stehen zur Auswahl, die Preisspanne reicht von 3,50 bis 16 Euro für 0,1 Liter. „Wer sich scheut, einen teuren Flaschenwein zu kaufen, gönnt sich davon vielleicht gern ein Gläschen und freut sich daran“, sagt sie. Mit einem leckeren Häppchen, einem A-la-carte-Gericht oder gar einem Menü wird der Genuss perfekt. Denn natürlich muss im Vintage außer dem Wein auch das kulinarische Angebot stimmen.
Claudia Stern favorisiert regionale Produkte wie Lachsforelle aus dem Bergischen Land oder Fleischspezialitäten aus der Eifel. Sie achtet aber auch darauf, dass weder Liebhaber einer leichten mediterranen Küche noch anspruchsvolle Gourmets zu kurz kommen. Mit dieser Mischung brachte es das Restaurant mit den Küchenchefs Christian Hilger und Marcel Attianese auf 15 Gault-Millau-Punkte.
Einsatz für die Stadt Köln
Die Aktivitäten der Gastronomin verteilen sich nahezu gleichmäßig auf Restaurant, Kochschule und Catering. Wie sie das logistisch schafft? „Es gibt solche und solche Tage“, antwortet sie. „Ich muss mich nicht um jedes Detail kümmern, kann mich auf meine Führungskräfte verlassen.“ Damit bleibt mehr Raum für die Stärken der Chefin: Kontakte pflegen, neue Projekte entwickeln, an Netzwerken basteln.
Die Marke „Köln ist ein Genuss“ hat Claudia Stern ursprünglich für ihre eigenen Produkte erfunden: Salz, Pfeffer, Olivenöl, Schokolade. Inzwischen macht die Stadt sich mit ihrer Erlaubnis den Slogan zu eigen. „Ein wunderbares Marketing-Instrument“, findet sie. Ihr Unternehmen hat weit reichende Strahlkraft. Dennoch zeigt sie Gemeinsinn: „Ich setze alles daran, den Blick auf Köln zu lenken. Davon profitiert die Gastronomie in der ganzen Stadt.“ Regina Goldlücke
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