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Was ist das für eine Gesellschaft, die alle und alles immer mehr regulieren und kontrollieren will?

Editorial

Der Terror der Regulation

Von Hendrik Markgraf, Chefredakteur

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/36 vom 1. September 2012
von  

Die schneeweiße Schönheit ist jetzt auch innen wieder ganz die alte: Das Atlantic, die Grande Dame unter den Hamburger Grandhotels, ist komplett saniert worden. Vorbei die Zeit der fehlenden Investitionen, die das Ansehen der Hotellegende reichlich ramponierten. Jetzt erstrahlt sie erneut im alten Glanz, die hübsche Braut, die wie das Vier Jahreszeiten vis-à-vis schon seit einiger Zeit zum Verkauf steht (Seite 17).

Das strahlende Weiß des Atlantic drückt Frische, Sauberkeit und Makellosigkeit aus. Etwas, was auch einer Küche gut steht. Das weiß jeder Küchenchef, und darauf achtet er auch. Dennoch kommt manchmal die Farbe Schwarz ins Spiel: Die Hygiene ist nicht so, wie sie sein soll. Diesen schwarzen Schafen unter den Gastronomen soll jetzt das neue Verbraucherschutzgesetz zu Leibe rücken. Bei Hygieneverstößen ist ein Bußgeld fällig und die Veröffentlichung im Internet. So als würden die bisherigen Kontrollen nicht ausreichen, geschweige denn die internen.

Die neue Regelung hat in der heftigen ausgelöst (siehe Seite 2): Dieser richtet sich gegen den Imageschaden, der dem Gastgewerbe zugefügt wird. Die Gastronomie als Sündenbock für Lebensmittelskandale und andere Schweinereien. Wer kontrolliert eigentlich die Industrialisierung der Nahrungsmittelherstellung? Wer nimmt die Massentierhaltung kritisch unter die Lupe?

Und was ist das für eine Gesellschaft, die alles durch immer mehr Verbote und Vorschriften regulieren will? Die im Namen der Transparenz alle und alles durchleuchtet?

Die Pragmatiker unter den Gastwirten können schon lange mit Kontrollen leben. Sie fürchten auch nicht, an den Internet-Pranger gestellt zu werden. Doch was tun, wenn bei Kontrollen Verstöße festgestellt werden? Antworten gibt die letzte Folge unserer Serie Hygiene-Check auf Seite 13.

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