Deutscher Hotelkongress 2012
Der Vertrieb von HRS kostet viel Geld
von Raphaela Kwidzinski
BERLIN. Beim Deutschen Hotelkongress war es soweit: HRS-Geschäftsführer Tobias Ragge nahm in Berlin vor mehr als 600 anwesenden Hoteliers Stellung zu den neuen Geschäftsbedingungen des Portals. Die Provisionserhöhung von 13 auf 15 Prozent hatte zuvor zahlreiche Proteste ausgelöst.
„Wir haben unsere Mehrwerte nicht ausreichend an die Hotellerie kommuniziert“, sagte Ragge. Das will er nun ändern. „Die immer vielfältiger und komplexer werdende Hotel-Vertriebslandschaft hat dazu geführt, dass die Kosten steigen“, begründete Ragge. HRS vertreibt Zimmer nicht nur über HRS.de, sondern auch über Call Center, mobile Apps, Social-Media-Kanäle und mehr als 6000 Kooperationspartner weltweit. Durch die Kooperation mit Amadeus sind die HRS-Partner künftig zudem an ein weltweites GDS-System angeschlossen. Außerdem gäbe das Unternehmen viel Geld für Suchmaschinenmarketing aus, vor allem bei Google. „Allerdings wächst die Konversionsrate nicht im gleichen Tempo wie die Kosten für die Ads.“
Als Ragge sich am Ende seines Vortrags den Fragen aus dem Plenum stellen wollte, meldete sich allein Olaf Feuerstein vom Hotel Freizeit-In in Göttingen zu Wort. Feuerstein verwies auf den Umsatz von 107,8 Mio. Euro und den Gewinn von 18,9 Mio. Euro, den HRS für das Jahr 2009 veröffentlicht hat. In diesem Zusammenhang stellte er die Vermutung auf, dass das Portal die Provisionserhöhung nicht aus einer Not heraus durchgebracht habe.
Feuerstein hofft dass die Hotellerie mit Ragge in den nächsten Wochen wieder ins Gespräch kommt. Ihm geht es dabei noch um einen anderen Punkt in den neuen AGBs: Die verschärfte Ratenparität.
Der Protest gegen HRS auf Facebook über die Seite HRS-freie Woche wurde inzwischen eingestellt (AHGZonline vom 27. Januar). Über die Hintergründe wollte Initiator Christoph Biallas auf AHGZ-Anfrage nichts sagen.






Volkhard Klawikowski, Stendal
02.02.2012 um 20:24
Betreff: Selbstreflektion ist nötig...
...,ja und sicher unbequem. Ich nutze HRS als Werbeplattform, auch gegenüber Mitbewerbern vor Ort. Ich würde allerdings nie auf die Geschäftsidee kommen Abhängigkeiten zu pflegen, weder von einem Stammtisch, einem Stammgast, noch von einem Verein, noch einem Buchungsportal. Wer über positive Gastbewertungen bei HRS verfügt kann das System durchaus nutzen eine unschlagbare Werbestrategie in eigener Sache zu entwickeln. In 2007 noch 450,00 Euro an HRS überwiesen, sind es aktuell nur noch 80,00 Euro - weil ich das System wegen Auslastung oftmals schließe oder gegenüber Mitbewerbern - bei entsprechenden Leistungen - entsprechende Preise einfordere. Von mir aus kann Herr Ragge 25% verlangen, meine Mitbewerber müssen mich nicht mögen, ich bin den Gästen meines Hauses verpflichtet und meinen Mitarbeiterinnen. Das Zauberwort - für viele Gastronomen wohl verloren gegangen heiß Mund zu Mund empfehlung - nur dann - müssen auch die Leistungen gegenüber den Gästen stimmen. Und schon...bin ich unabhängig. Herr Ragge tut nur was die Hotelerie ihm aufgrund eigener Unfähigkeit ermöglicht.