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Deutscher Hotelkongress

Tobias Ragge:

Deutscher Hotelkongress 2012

Der Vertrieb von HRS kostet viel Geld

2. Februar 2012
von

BERLIN. Beim Deutschen war es soweit: HRS-Geschäftsführer nahm in Berlin vor mehr als 600 anwesenden Hoteliers Stellung zu den neuen Geschäftsbedingungen des Portals. Die Provisionserhöhung von 13 auf 15 Prozent hatte zuvor zahlreiche Proteste ausgelöst.

„Wir haben unsere Mehrwerte nicht ausreichend an die Hotellerie kommuniziert“, sagte Ragge. Das will er nun ändern. „Die immer vielfältiger und komplexer werdende Hotel-Vertriebslandschaft hat dazu geführt, dass die Kosten steigen“, begründete Ragge. vertreibt Zimmer nicht nur über HRS.de, sondern auch über Call Center, mobile Apps, Social-Media-Kanäle und mehr als 6000 Kooperationspartner weltweit. Durch die Kooperation mit Amadeus sind die HRS-Partner künftig zudem an ein weltweites GDS-System angeschlossen. Außerdem gäbe das Unternehmen viel Geld für Suchmaschinenmarketing aus, vor allem bei Google. „Allerdings wächst die Konversionsrate nicht im gleichen Tempo wie die Kosten für die Ads.“

Als Ragge sich am Ende seines Vortrags den Fragen aus dem Plenum stellen wollte, meldete sich allein Olaf Feuerstein vom Hotel Freizeit-In in Göttingen zu Wort. Feuerstein verwies auf den Umsatz von 107,8 Mio. Euro und den Gewinn von 18,9 Mio. Euro, den HRS für das Jahr 2009 veröffentlicht hat. In diesem Zusammenhang stellte er die Vermutung auf, dass das Portal die Provisionserhöhung nicht aus einer Not heraus durchgebracht habe.

Feuerstein hofft dass die Hotellerie mit Ragge in den nächsten Wochen wieder ins Gespräch kommt. Ihm geht es dabei noch um einen anderen Punkt in den neuen AGBs: Die verschärfte Ratenparität.

Der Protest gegen HRS auf Facebook über die Seite HRS-freie Woche wurde inzwischen eingestellt (AHGZonline vom 27. Januar). Über die Hintergründe wollte Initiator Christoph Biallas auf AHGZ-Anfrage nichts sagen.

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Leser-Kommentare zum Artikel (5)

Volkhard Klawikowski, Stendal
Volkhard Klawikowski, Stendal

02.02.2012 um 20:24

Betreff: Selbstreflektion ist nötig...

...,ja und sicher unbequem. Ich nutze HRS als Werbeplattform, auch gegenüber Mitbewerbern vor Ort. Ich würde allerdings nie auf die Geschäftsidee kommen Abhängigkeiten zu pflegen, weder von einem Stammtisch, einem Stammgast, noch von einem Verein, noch einem Buchungsportal. Wer über positive Gastbewertungen bei HRS verfügt kann das System durchaus nutzen eine unschlagbare Werbestrategie in eigener Sache zu entwickeln. In 2007 noch 450,00 Euro an HRS überwiesen, sind es aktuell nur noch 80,00 Euro - weil ich das System wegen Auslastung oftmals schließe oder gegenüber Mitbewerbern - bei entsprechenden Leistungen - entsprechende Preise einfordere. Von mir aus kann Herr Ragge 25% verlangen, meine Mitbewerber müssen mich nicht mögen, ich bin den Gästen meines Hauses verpflichtet und meinen Mitarbeiterinnen. Das Zauberwort - für viele Gastronomen wohl verloren gegangen heiß Mund zu Mund empfehlung - nur dann - müssen auch die Leistungen gegenüber den Gästen stimmen. Und schon...bin ich unabhängig. Herr Ragge tut nur was die Hotelerie ihm aufgrund eigener Unfähigkeit ermöglicht.

Marco Scheider, Radolfzell
Marco Scheider, Radolfzell

02.02.2012 um 12:46

Betreff: Eigenvertrieb stärken

Die von Tobias Ragge als bahnbrechend bezeichnete Möglichkeit für kleinere Hotels über GDS buchbar zu sein kann ich nur sehr begrenzt teilen. GDS Buchungen finden vorrangig in Ballungszentren und in Flughafennähe statt. Dort sitzt jedoch die klassische Kettenhotellerie die eh bereits entsprechende Schnittstellen hierzu hat. Die kleinen Häuser dürften hier in der Minderheit sein. Alle anderen die aus der Anbindung nur einen sehr geringen Nutzen haben zahlen jedoch voll mit. In einem 6-monatigem Testprojekt am Bodensee konnten wir z.B. 2 Buchungen über eine Anbindung an 3 GDS Kanäle generieren. Des weiteren wundert es mich wohin der erst so starke Protest der Hoteliers hin "verflogen" ist. Werden die teils technisch nicht realisierbaren Details der neuen AGBs jetzt akzeptiert? Wieweit denkt man als Hotelier in Deutschland eigentlich im voraus? Hat man wirklich Ziele wo man in 3-4 Jahren mit seinem Haus stehen will oder wacht man erst in 2 Jahren wieder aus seinem Alltag auf, wenn die nächste Vertragsknebelei auf den Tisch oder PC-Monitor kommt? Ich rate dringendst dazu die in den letzten Jahren oft verschlafenen Möglichkeiten im eigenen Marketing auszumerzen und auf den Direktvertrieb zu setzten um sich von den IDS Riesen zu entkoppeln. Sonst wird vielen zukünftig der Spaß als Hoteldienstleister in Deutschland vielleicht komplett vergehen...

Marco Johannsen, Düsseldorf
Marco Johannsen, Düsseldorf

02.02.2012 um 11:06

Betreff: Was derzeit passiert ist nicht fair

Wer Geschäft bringt, tut dies nicht umsonst. Ehrensache, wenn wir Hotels unseren Buchungspartnern hierfür Provisionen zahlen. Mittlerweile steigen viele Abgaben jedoch extrem, so dass jede Ausgabe noch mehr durchleuchtet wird. Auch Buchungen über die eigene Homepage kosten Geld und es wird sicher nie ohne zusätzliche Vertriebskanäle gehen. Nur sollte es immer ein faires MITEINANDER sein. Was derzeit passiert ist nicht fair und es ist gut, dass unsere Branche reagiert und aufschreit.

Neben den steigenden Provisionen stört mich die Tatsache, dass HRS und Co. immer mehr in Hotel-Management-Entscheidungen eingreifen wie "last-room-availability" und Stornobedingungen. Es ist doch das Recht des Hotels zu entscheiden wann, wo und zu wie viel es seine Raten öffnet. Wobei viele Hotelbetreiber auch leider immer noch den Fehler machen und auf der eigenen Homepage oder gar am Telefon teurer zu sein, als über andere Vertriebskanäle. Hier schießen wir den Ball selber weit weg, der uns vom Gast zugespielt wurde?

Es ist schön, dass HRS nun eine Kooperation mit Amadeus hat, dies sollte aber als gebührenpflichtiger Zusatzbaustein vom Hotel frei wählbar sein.

Herzliche Grüße aus Düsseldorf

Marco Johannsen

Peter Löbel, St. Gallen
Peter Löbel, St. Gallen

02.02.2012 um 08:28

Betreff: Kosten für die Ads

Ein kleiner Nachtrag.
Laut HRS zahlen sie für die Werbung auf Google folgendes
Von 109 Euro die sie von den Hotels als Provision erhalten geben sie 106 Euro an Google. Die 3 Euro bezeichnet HRS als "Gewinn". Ich hoffe mal, dass sie Gewinn in diesem Fall ironisch meinen. Wobei, ihre eigen Aussage "Hoteleigene Webseiten haben oft eine Konvertierungsrate von 1 - 3% und können somit nicht kostendeckend arbeiten." Lässt mich sehr daran zweifeln.

http://blog.hrs.de/agb/uploads/dokumente/4_Vertriebskostenanalyse.pdf

Peter Löbel, St. Gallen
Peter Löbel, St. Gallen

02.02.2012 um 07:30

Betreff: Kosten für die Ads

Es wäre doch mal Interessant zu wissen, wie viel HRS an Google zahlt. Immerhin ist das ja das Geld der Hotels. Oder?

siehe
Is Booking.com the travel king of Google AdWords?
http://www.tnooz.com/2012/01/30/news/is-booking-com [...]