Barkeeping
Die Bar, die es nicht gibt
von Jens-Uwe Berndt
ROSTOCK. Ein Hinterhof, wild geparkte Autos, ein dunkler Korridor und am Ende eine Tür, die sich nur nach einem vereinbarten Klopfzeichen öffnet. Wer zu Prohibitions-Zeiten in den USA Alkohol trinken wollte, musste Kontakte haben und wissen, wo für eine Nacht die nächste Bar aufgemacht wurde. Jene, die das organisierten, standen mit einem Bein im Knast.
Moritz Niederstrasser, der zur Zeit mit „Der Bar, die es nicht gibt“ durch Deutschland tourt, braucht das Gesetz nicht zu fürchten. Seine Heimlichtuerei ist das Konzept. „Diese Bar schafft ein Joint Venture mit einem Profibarkeeper der jeweiligen Stadt und bringt die Barkultur an einen unkonventionellen Platz“, klärt der aktuelle Vizemeister des Bacardi Martini Grand Prix auf. Niederstrasser nennt seine Reise „Speak-Easy-Bartour“ und schlägt somit den Bogen zu jenen mobilen Alkoholtreffs in den 20er Jahren.
In Rostock findet „die Bar, die es nicht gibt“ am 22. September einen ganz besonderen Platz: in der ältesten Barschule Deutschlands in Reutershagen. „Wir werden die Zeit zwischen 1900 und 1930 aufleben lassen“, sagt Betreiber Uwe Voigt (56). „Es gibt klassische Drinks aus jener Epoche wie White Lady, Manhattan oder Saserack – kredenzt im passenden Outfit.“
Unterstützung erhält er bei den Vorbereitungen von Ulf Neuhaus (47), Vizepräsident der Deutschen Barkeeper Union. „Die Bar-Tour wird von einem Filmteam begleitet, das die Ereignisse an den jeweiligen Abenden aufzeichnen wird“, sagt Neuhaus. „Später entsteht daraus eine Dokusoap, die im Privatfernsehen ausgestrahlt werden soll.“
Mehr zum Thema & die Termine der "Speak-Easy-Bartour" lesen Sie am Samstag in der AHGZ.

