Konzepte: Silo 16 in Hamburg
Die beste Pizza in der Stadt
HAMBURG. Osvaldo Ferilli hat hohe Ansprüche an sich und an sein Team. „Wir wollen die beste Pizza in Hamburg backen“, beschreibt er das Ziel, mit dem er 2006 seine Pizzabar Silo 16 im Hamburger Bezirk Harburg eröffnet hat.
Auch wenn die Speisekarte inzwischen weit über eine einfache Pizzabar hinausgeht, haben Ferilli und sein Geschäftspartner Vincenzo Andronaco ihr Ziel nicht ganz verfehlt. Dieses Jahr sind sie mit ihrem Silo 16 für den Deutschen Gastronomiepreis in der Kategorie Food nominiert.
Der eigentümliche Name des Lokals entstammt seiner früheren Nutzung: Bis 1985 war das Gebäude am Schellerdamm 16 tatsächlich ein Getreidesilo. Im oberen Teil des Gebäudes befinden sich heute Büros. Im 600 Quadratmeter großen Restaurant im Erdgeschoss finden bis zu 150 Gäste einen Sitzplatz, davon befinden sich 40 Plätze an der Bar und im Lounge-Bereich. Hinzu kommen im Sommerhalbjahr 90 Sitzplätze auf einer Terrasse direkt am westlichen Bahnhofskanal.
Italien an der Decke
Ferilli und Andronaco haben das Innere des Lokals originell gestaltet. Die Bemalung der acht Meter hohen Decke im Eingangsbereich erinnert an die Sixtinische Kapelle in Rom. Als Unterschied zum Original von Michelangelo überreicht Gottvater Adam allerdings eine Pizza. Der Vatikan hatte es 2006 abgelehnt, eine kopierfähige Vorlage für das Deckengemälde des Restaurants Silo 16 zur Verfügung zu stellen. „Daraufhin haben wir unsere eigenen Motive malen lassen“, erzählt Gastronom Osvaldo Ferilli mit einem Schmunzeln.
Der studierte Nautiker aus Lecce in Apulien kam vor 32 Jahren nach Deutschland, um als Pizzabäcker sein Glück zu machen. Mit Wehmut hat er die Entwicklung der Pizza von einem hochwertigen Nahrungsmittel zu Fastfood beobachtet. Zur Eröffnung des Silo 16 holte sich der Gastronom mit Andrea Gascone einen ehemaligen Europameister im Pizzabacken. Für die Qualität der Zutaten sorgt von Anfang an Mitinhaber Vincenzo Andronaco, der in der Hansestadt seit rund 30 Jahren einen Großhandel für italienische Lebensmittel betreibt.
Heute ist Küchenchef Marc Grieger für die Qualität der Speisen zuständig. Außerdem sorgte die italienische Spitzenköchin Donatella Zampoli aus Florenz alle paar Wochen im Silo 16 für die Einhaltung der italienischen Kochkunst. „Wir wollen die multikulturellen Einflüsse aus der italienischen Küche zurück drängen“, fügt Ferilli hinzu. Die Bezeichnung des Lokals als Pizzabar trifft allerdings nicht ganz mehr die heutige Ausrichtung. Zwar bestellen rund ein Drittel der Gäste weiterhin Pizza. Im Silo 16 wird aber zusätzlich italienische Spitzenküche aus allen Regionen des Landes geboten, auch Fisch (Leseprobe und weitere Informationen zum Buch "Fisch")- und Fleischgerichte.
Pizzateig in vier Varianten
Der Pizzateig wird im Silo 16 in vier Variationen angeboten. So gibt es die Tradizionale Napoletana mit einem saftigen dicken 300-Gramm-Teig. Die Pizza Classica hat einen knusprigen dünnen 180-Gramm-Teig. Ohne Hefe wird der 120-Gramm-Teig der Pizza Piadina gebacken. Und hauchdünn ist mit einem 80-Gramm-Teig die Pizza Speciale, die mit Trüffel oder Lachs und Massago-Kaviar belegt als Vorspeise serviert wird.
Auch wenn im Silo 16 hauptsächliche italienische Gerichte angeboten werden, so finden sich vereinzelt auch deutsche Klassiker wie Vierländer Ente mit Rotkohl und Serviettenknödel auf der Karte. Hauptgerichte KostenDer in Geldeinheiten bewertete Verbrauch von Produktionsfaktoren und Dienstleistungen, der zur Erstellung und zum Absatz der betrieblichen Leistung erforderlich ist.
weiter mit Mausklick... zwischen 18 und 27,50 Euro. Außerdem bietet Ferilli mittags fünf Gerichte zu Preisen von 6,90 bis 14 Euro an. Die Weine kommen ausschließlich aus Italien. Auf der Weinkarte stehen rund 80 Positionen, davon sind etwa 2 Drittel Rotweine.
Im Silo 16 kümmern sich insgesamt 17 Mitarbeiter um die Gäste. Zielgruppen sind vor allem die Beschäftigen in den umliegenden Büros in Harburg sowie die Einwohner des Bezirks. Nach einigen Leerständen in den umliegenden Büros in Folge der Finanzkrise hat sich die Situation im Viertel laut Ferilli inzwischen wieder stabilisiert. Ob er auch bei der Verleihung des Deutschen Gastronomiepreises am 6. Februar in Düsseldorf so viel Glück haben wird, ist noch offen.


