Editorial
Die Renaissance des Gasthauses
Das Wirtshaus stirbt einen langsamen Tod. Vor allem auf dem Land. Das wird immer dann erstaunt zur Kenntnis genommen, wenn neue Zahlen errechnet und veröffentlicht werden, wie jüngst vom Statistischen Bundesamt und der Tageszeitung Welt am Sonntag (AHGZ vom 14. April 2012).
Um 25 Prozent ist die Zahl der Schankwirtschaften in den vergangenen zehnJahren gesunken, die Zahl der Restaurants und sonstigen getränkegeprägten Gastronomie hingegen „nur“ um 14 Prozent.
Das Kneipensterben geht vor allem in den Dörfern, aber auch in den Städten um. Nicht zuletzt deshalb, weil sich für die Familienbetriebe unter ihnen kein Nachfolger findet.
Und mit jeder Dorfwirtschaft, die schließt, geht ein Stück Kultur verloren. An ihre Stelle tritt eine neue Kultur, in der anders gearbeitet und gelebt wird, (wo)anders gegessen, getrunken und kommuniziert wird: Die Landbewohner pendeln zu ihren Arbeitsplätzen in den Ballungsräumen, was Zeit kostet und die sozialen Bindungen und Kontakte verändert.
Das Gasthaus, oft direkt neben der Kirche gelegen, als zentraler Treffpunkt, mit dem Wirt als Gastgeber und Seelsorger, hat ausgedient. Oder doch nicht?
Gerade moderne Gastronomen nehmen ja die Vorzüge des guten alten Gasthauses auf und passen sie den veränderten Lebensformen an. Die LocationMeist außergewöhnlicher Ort für Feste, Filmaufnahmen sowie sonstige Veranstaltungen bzw.
weiter mit Mausklick... als öffentliches Wohnzimmer, in dem sich die Gesellschaft trifft, ist nichts anderes als das in die Jetztzeit gewendete Prinzip Wirtshaus.
Die viel beschriebenen Trends hin zu mehr Heimat, Natürlichkeit, Regionalität und Ehrlichkeit drücken doch etwas aus, was das Wirtshaus immer schon geboten hat. All dem eine zeitgemäße Sprache, ein zeitgemäßes Aussehen und Auftreten zu geben, darin besteht die Chance für eine Renaissance des Gasthauses.






Theo Jost, Tiefenbronn
01.05.2012 um 14:03
Betreff: Die Renesaissance des Gasthauses
Es ist Tatsache,dass mangels Nachfolge immer mehr Gasthäuser,-nicht nur auf dem Land ,schließen.
Doch das sollte fuer diejenigen die "übrig"bleiben als Chance genutzt werden,den Begriff "Gasthaus" zu nutzen und auch zu leben.
Es ist doch mittlerweile viel einfacher ein Restaurant zu finden um Steinbutt,Hummer,Gänseleber und Trüffel zu speisen,-als gutbürgerliche,ordentlich zubereitete Regionalgerichte,die mittlerweile wieder alle so sehr lieben, im ländlichen Wirtshaus.
Unser Gasthaus ist seit 400 Jahren in Familienbesitz unser Sohn die 24.Generation und wir sind gluecklich,dass er sich,wenn auch erst jetzt ,trotz vieler anderweitiger Versuchungen dazu entschlossen hat,diese Tradition fort zu setzen,sonst waere unserem Betrieb altersbedingt dasselbe Schicksal wiederfahren ,wie vielen anderen Gasthaeusern.Wir lieben unser Gasthaus und unsere Gäste und moechten garnicht in der Stadt sein,ohne die laendliche Umgebung und die damit verbundene räumliche Freiheit könnten wir unser "Wirtsleben"garnicht leben,obwohl es weit mehr Engagement und Muehe erfordert die Gaeste zu überzeugen,dass sich auch die weiteste Anfahrt lohnt um unsere Gastfreundschaft zu geniessen.
Wir belohnen sie mit ständigen Neuerungen (wie z.B.eigener Fleischreifung,hausgebackenem Holzofenbrot,manchmal selbstgemachter Butter ,bald eigener Rinderherde und vielem mehr)sowie raeumlichen Veränderungen ohne das Gasthaus aus den Augen zu verlieren,- mit Tradition in die Zukunft.
Es wird in Zukunft bestimmt viel weniger Wirts-und Gasthäuser geben,doch ganz werden sie nie aussterben,das wäre ein unbeschreiblicher Verlust an gelebter Kultur und die müssen wir gemeinsam erhalten.