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Geschlossen: Das Restaurant Stammhaus von Caterer Michael Balzer hat sich nicht rentiert, der Standort Wiesbaden gilt als schwierig Fotos: Susanne Stauß

Unternehmen

Die Schließungswelle rollt

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/22 vom 26. Mai 2012
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. Eine Welle von Unternehmensaufgaben hat die Wiesbadener Gastronomie erfasst. Bereits im Februar meldete das Restaurant M in der Taunusstraße InsolvenzZahlungsunfähigkeit eines Unternehmens oder einer Privatperson .
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an. Gastronom und CatererUnternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Institutionen oder Personen mit Speisen und Getränken an Orten zu versorgen, an denen normalerweise keine gastronomische Leistung möglich oder üblich ist .
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schloss zum 1. Mai sein Stammhaus in der Kleinen Schwalbacher Straße. Auch die Kneipenlandschaft ist in Bewegung: Die Wartburg in der Schwalbacher Straße ist zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit geschlossen worden. In der Nerostraße hat nach mehr als 30 Jahren die Traditionskneipe Klappe dichtgemacht.

„Wir wollten nicht weiter jeden Monat Geld verlieren“, erklärt Balzer-Prokuristin Ute Zimmermann. Die von Balzer im März 2012 angemeldete Plan-Insolvenz erlaube es, nur einen Unternehmensteil einzustellen. Balzer hatte das Haus 2008 von der Stadt gepachtet, die 2 Mio. Euro in dessen Umbau investiert hatte, um damit das ImageMehr oder weniger bewusste, vereinfachende Beurteilungen eines Meinungsgegenstands durch ein Individuum, die in ihrer Verfestigung als mehrdimensionales Einstellungskonstrukt Handlungs- und Verhaltensrelevanz gegenüber einem Imageobjekt gewinnen.
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des ehemaligen Wiesbadener Rotlicht-Bezirks aufzupolieren. Balzer schoss einen sechsstelligen Betrag dazu. Im Stammhaus verteilten sich Brasserie, Restaurant, Smoker Bar und Bankettsaal für bis zu 150 Personen auf vier Etagen. Aufgegangen ist das Konzept an dem schwierigen Standort nicht.

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Michael Balzer wird künftig den Geschäftszweig CateringLieferung, Versorgung oder Bereitstellung von Speisen und Getränken durch einen Caterer.
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mithilfe eines Investors ausbauen, eine zusätzliche Produktionsküche geht in Frankfurt-Niederrad an den Start. Sein Kochsalon in der Sonnenberger Straße bleibt als Schauraum, für Veranstaltungen und für Kochkurse ebenso erhalten wie die aus dem Unternehmen ausgegliederte Schloss Schänke im Weingut Schloss Reinhartshausen in Eltville-Erbach. „Balzer stellt sehr hohe Anforderungen an das Ambiente“, sagt Berater Hubert Allert von Hospitality Worx aus Kiedrich. „Daher investierte er auch viel in das Stammhaus. Aber er wird sich aus der Situation befreien können.“

Hohe Einstiegskosten

Beim Restaurant M führen die Pächter ihrer Meinung nach nicht gerechtfertigte Steuernachforderungen als Grund für die an. Markus Seegert und Bernhard Weber betrieben das Restaurant M Bar Lounge seit 2003. 2005 pachtete Seegert das im selben Haus gelegene Hotel de France. 2009 kauften die beiden Gastronomen das frühere Ausflugslokal Waldhaus in Wiesbaden, tauften es in Villa im Tal um und nutzten es als EventInszenierte Veranstaltung in meist außergewöhnlicher Umgebung , die Gäste durch ihre emotionale Ansprache aktivieren soll.
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LocationMeist außergewöhnlicher Ort für Feste, Filmaufnahmen sowie sonstige Veranstaltungen bzw.
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, Unternehmenszentrale und Catering-Küche. Am 1. Mai 2012 eröffnete ein Restaurant in der Villa im Tal.

„Wir hätten den Mietvertrag für das M ohnehin auslaufen lassen,“ sagt Weber der AHGZ. Es sei schon länger geplant, die Villa als Restaurant zu nutzen. Man habe dort zwischen 120 und 130 Veranstaltungen im Jahr, an den anderen Tagen stehe sie leer. Die Villa im Tal wird als gehobenes Restaurant geführt. „Im Umkreis gibt es genügend Ausflugslokale“, sagt Weber. Der Samstag sei bis auf Weiteres für Passanten geschlossen, weil die Villa da sehr gut mit Events gebucht sei. Den Betrieb im Hotel de France tangiere die Schließung des M nicht. Ein Insider will wissen, dass der Mietvertrag für das M für die Wirte zum „Haare-Raufen schlecht und nachteilig“ war.

„Vor der eines Betriebs muss ein ganzes Bündel an Dingen schief gelaufen sein. Aber so unterschiedlich die Gründe im Einzelfall sind, eine Gemeinsamkeit haben sehr viele Insolvenzen: Die entscheidenden Fehler wurden noch vor der Betriebseröffnung gemacht. Dazu zählen falsche Standortentscheidungen, zu hohe Einstiegskosten, oft auch viel zu hohe Pachten und der AbschlussBezeichnung für die letzte Stufe im Verkaufsprozess.
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zu kurzfristiger Finanzierungen“, sagt Martina Carduck vom Wiesbadener Beratungsunternehmen Hogarat. Nicht zuletzt erfüllten sich Gastronomen oft mit einem nicht zum Umfeld passenden Konzept ihren eigenen Traum, ohne sich zu fragen, ob das auch den Erwartungen der Gäste entspreche, so Carduck weiter. Anstelle das Ruder frühzeitig herumzureißen, beharrten zudem viele Wirte bei Problemen nach dem Motto „Augen zu und durch“ auf ihren alten Vorstellungen.

127 Aufgaben

Wiesbaden ist und bleibt schwierig. Geschlossen haben nach Informationen des Wiesbadener Kuriersin jüngerer Zeit auch das Stadl im Rheingauviertel, der Portugiese am Elsässer Platz, das Restaurant im Brown-Sugar in der Taunusstraße und das Lebenlust im Dichterviertel. 2010 schloss nach nur einem Jahr das Pastis am Hauptbahnhof.

Laut Zahlen des städtischen Ordnungsamtes hätten im vergangenen Jahr 127 Schankbetriebe aufgegeben. Auch Sterneköche haben sich in der Vergangenheit schon die Zähne an der hessischen Landeshauptstadt ausgebissen. Jüngstes Beispiel war die Aufgabe des Ablegers Tasca von Juan Amador in der Taunusstraße im Jahr 2009.

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