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Konzepte

Geschäftführende Gesellschafter: Johannes Janz (links) und August Pollen

Konzepte: Hotel Fire and Ice in Neuss

Ein Berghotel im Ruhrgebiet

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/1 vom 7. Januar 2012
von  

Neuss. Kein „Hallo“, kein „Moin“, kein „Guten Tag“. Im Hotel Fire and Ice hört man von den Mitarbeitern nur: „Servus“ oder „Grüß Gott“. Eine Begrüßung, die im Verbund mit weiteren vermeintlichen Kleinigkeiten dafür sorgt, dass hier in Neuss, mitten im flachen Ruhrgebiet, die Atmosphäre eines österreichischen Berghotels herrscht.

Keine Kleinigkeit ist in diesem Zusammenhang das Nachbargebäude des Hotels: Dort befindet sich eine bundesweit bekannte „Jever Skihalle Neuss“ mit Pisten, Rodelbahn und Skischule. Après-Ski-Partys mit bis zu 2500 Gästen finden hier jedes Wochenende statt, in den Restaurants wie der Salzburger Hochalm oder dem Jausenstadl gibt es bodenständige, alpine Küche in hoher Qualität. „Wenn Bratkartoffeln, dann auch richtig“, fasst Küchendirektor Manuel Heinzdorf die Ausrichtung in kurze Worte.

Zapfhahn im Eisblock

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„Zu einem kompletten Skigebiet fehlte uns nur noch ein Hotel“, sagt der geschäftsführende GesellschafterBegriff aus dem Handelsrecht sowie dem Gesellschaftsrecht für einen Teilhaber bzw.
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Johannes Janz (47). Also nahmen er und sein Kompagnon August Pollen (48) 15 Mio. Euro in die Hand und eröffneten im vergangenen September das Hotel Fire and Ice mit 79 Zimmern, 180 Betten, WellnessEigenständiges Wort, das in der englischen Sprache seit mindestens 350 Jahren existiert und sich nicht - wie immer wieder behauptet - aus den Begriffen "wellbeing"und "fitness"zusammensetzt.
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-, Fitness- und Tagungsbereich. Der Name ist angelehnt an den berühmten Film von Willy Bogner, von dem auch die spektakulären Ski-Fotos im Hotel sowie die Kosmetika in den Bädern stammen.

 
Hüttenflair mit Blick auf die Piste: Hoteldirektor Frank Thiel empfängt die Gäste in der Lounge. Hier erwartet er sie mit typisch alpenländischen Schmankerln Fotos: Alexander Schmolke
Um die alpine Stimmung von den Pisten ins Hotel zu übertragen, legten Pollen und Janz viel Wert auf Details: An manchen Toilettentüren zeigen Lederhose und Dirndl, wer wo richtig ist, die Tagungsräume heißen „Gamskogel“ oder „Schattberg“, die Zapfhähne an der Bar sind eingelassen in nicht-schmelzende Eisblöcke. Das verarbeitete Holz stammt – wie der engagierte Innenarchitekt – aus Österreich. Und dann ist da eben noch das typisch alpenländische „Servus!“, mit dem die Rezeptionistin gerade ein Paar begrüßt, das „mal schnell schauen“ möchte und sich vor allem vom spektakulärsten Ort des Hotels beeindruckt zeigt: der Pistenlounge, die nur durch bodentiefe Fenster vom Anfängerhügel in der Skihalle getrennt ist – auf dem sich just ein Ski-Novize lieber in den kalten Schnee wirft statt gegen die Scheiben zu knallen. Ein schönes Schauspiel für die Gäste im Warmen.

„Die Lounge ist auch mein Lieblingsplatz“, sagt Janz, „denn hier machen wir dem Namen des Hotels alle Ehre, weil das Wechselspiel zwischen Feuer und Eis besonders zu spüren ist.“ Auch in den Zimmern findet sich viel österreichisches Holz, der Flat-screen ist eingelassen in ein 3-Quadratmeter-Alpinmotiv, ein Baumstumpf mit Glasplatte darauf dient als Tisch. Außer Doppel- und Familienzimmer gibt es 13 Themenzimmer.

Gebirge geben Stil vor

Sie heißen „Rocky Mountains“ oder „Kilimandscharo“ und sind entsprechend des jeweiligen Gebiets eingerichtet – im „Himalaya“ finden sich etwa nepalesische Einrichtungsgegenstände. Die Liebe zum wertigen Detail kommt nicht von ungefähr: August Pollen und Johannes Janz haben Berge in aller Welt bestiegen, den Skilehrer-Schein gemacht, Sport- und Skigeschäfte eröffnet, 2001 die erste Skihalle Deutschlands geschaffen – und all die Eindrücke dieser Erlebnisse sind in das Hotel eingeflossen.

„Wir kommen aus der Alpinecke“, sagt Janz, „für uns vereinen sich hier Traum, Vision, Job, Hobby.“ Und das ist der entscheidende Aspekt, warum das Fire and Ice funktioniert: Der Gast merkt, dass kein auf Gewinnmaximierung bedachter Investor am Werk war, sondern Alpinisten, die ihren Traum verwirklichen.

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