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Spaß an der Technik: Dieter van Acken taucht das Zimmer per Computer in verschiedene Farben

© Alexander Schmolke

Konzepte: Concept-Hotel in Ahaus

Ein Tablet-PC lässt die Sonne aufgehen

Im Concept-Hotel im münsterländischen Ahaus kann der Gast per Computer das Zimmer auf seine Bedürfnisse abstimmen.

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/51 vom 15. Dezember 2012
 Alexander Schmolke

AHAUS. Wer erstmals im Concept-Hotel in Ahaus nächtigt, ist irritiert, wenn er vor dem Zimmer steht. Wo ist denn die Türklinke? Keine zu sehen! Zögerlich hält man die Schlüssel-Karte vor das Lesegerät – und zack, gleitet die Tür von rechts nach links und verschwindet wie im Star-Trek-Raumschiff in der Wand. Der High-Tech-Eingang zum High-Tech-Zimmer.

Mit dem Aufgleiten der Tür ertönen entspannte Lounge-Klänge, LED-Leuchten tauchen die Räume in einen Blau-Ton. Zwar weiß der Gast, dass ihn auf diese Art kein Mitmensch, sondern programmierte empfängt, doch der Willkommensgruß in Form von Sound und Licht ist eine schöne Abwechslung zum üblichen Gang in ein totenstilles Hotelzimmer.

Das ist umso wichtiger, da traditionelle Heimeligkeit nicht geboten wird. Es geht avantgardistisch zu: Auf schwarzem Teppich stehen Schreibtisch, Stuhl und Bett in Weiß, Kaffee- und Minibar, Espresso-Maschine, das war’s! Kein Bild, keine Deko. Ähnliches Bild im Bad: Waschbecken, Wasserhahn, Handtücher an Ketten, Toilette, Dusche, fertig. Dafür gibt es einen starken Kontrast zum Purismus der Einrichtung – nämlich hochkomplexe Technik. Direkt an der Tür wartet ein Tablet-PC auf den Gast, die sogenannte Homeforce. „Sie ist das Herz des Zimmers“, sagt , „mit ihm lässt sich alles steuern, Entertainment, Farben, Licht, Klima, Sound.“

Betrieben wird das Hotel vom münsterländischen IT-Unternehmen Tobit-Software, van Acken ist der Firmensprecher. „Wir wollen zeigen, wie sich das Hotel der Zukunft anfühlen könnte.“

Gezeigt werden etwa die Möglichkeiten von LED-Licht: Mit ein paar Wischern über den Tablet-Bildschirm taucht der Gast das Zimmer – ebenso wie das Bad – etwa in „Ocean“ (blau), „Jungle“ (grün), „Juicy“ (lila), „Freeze“ (weiß) oder „Thrill“ (rot). Zudem lässt sich die Funktion „Sunset“ anwählen: Mit ihr erhellt sich das LED-Licht morgens einige Minuten vor der Weckzeit, die ebenfalls an der SteuerFinanzielle Einnahmequelle des Staats und zugleich wichtigstes Instrument zur Finanzierung der staatlichen Aufgaben.
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-Station eingestellten wird. „Diese Lichtspiele ließen sich in jedem Hotel mit wenig AufwandDer Einsatz oder die zu erbringende Leistung, um einen bestimmten Nutzen zu erzielen .
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umsetzen“, sagt van Acken.

Er sagt es aber nicht aus Verkaufsmotiven. Tobit ist kein Inneneinrichter, will Hoteliers und Gastronomen, von denen bereits viele das Concept-Hotel besucht haben, vielmehr Inspirationen liefern. „Doch bei diesem Anlass zeigen wir natürlich auch, wie unsere Technik und speziell unsere Apps Restaurants und Hotels bereichern können“, sagt van Acken. Denn die FirmaBezeichnung für den Namen eines Kaufmanns, unter dem dieser im Handelsverkehr seine Geschäfte betreibt und die Unterschrift abgibt.
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bietet noch mehr. Gefragt nach Beispielen, öffnet van Acken den Tobit-Nachtclub Dive auf der anderen Straßenseite, eingerichtet im Stil eines U-Boots. Hinter Fenstern an der Tanzfläche zieht in Wellen das Meer vorbei – computeranimiertes Meer. Zudem können die Besucher Cocktails an Touchscreen-Monitoren ordern, die Bestellungen laufen dann direkt bei den Barkeepern auf, die sofort losmixen. Zudem erscheint auf dem Display eine Zahl, die über der Bar aufblinkt, wenn das Getränk abholbereit ist; bezahlt wird bargeldlos über die Tobit-Card. „Der Kunde muss also weder auf sein Getränk warten noch im Halbdunkel Geld zählen“, sagt van Acken. Vorteile, die sich auch fürs Unternehmen lohnen dürften: Wenn die Bestellung schnell läuft, ist das gut für den Verkauf.

Doch zurück ins Concept-Hotel, zurück zur Homeforce. Mit dem nächsten Menü-Punkt lässt sich die „Djukebox“ regeln, die diverse Gastronomen bereits einsetzen: eine Musikdatenbank mit Hunderten Lounge-, House- oder Pop-Titeln. Weiter geht’s mit „Live-TV“: Dabei zeigt das Display einen Screenshot des laufenden Programm jedes Senders an. Klickt man darauf, springt der LED-Flatscreen an. Und wenn mal wieder nichts Gutes läuft, findet der Gast unter „Video“ von Gladiator bis Avatar zahlreiche High-Definition-Filme. Ferner lässt sich die Temperatur regulieren oder einstellen, wann man einschlafen möchten – zu der Zeit geht das Licht dann langsam aber sicher wieder aus.

aus: AHGZ Nr. 51/2012 vom 15.12.2012 Hier geht's zum kompletten Inhalt dieser Ausgabe

Alexander Schmolke


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