Solar Sky Lounge
Feiern über den Dächern der Hauptstadt
von Carla Marconi
BERLIN. Der erste Eindruck täuscht. Unscheinbar im Hinterhof in der Nähe des Anhalter Bahnhofs gelegen, sieht das moderne, hohe Gebäude nicht gerade wie die In-Location Berlins aus. Doch sobald sich der gläserne Fahrstuhl in Bewegung setzt, rückt dies in weiter Ferne. Plötzlich schwebt man über den Dingen, fühlt sich in eine andere Welt versetzt, lässt im 16. und 17. Stockwerk den Blick über die Hauptstadt schweifen und ist von der Aussicht aus der Solar Sky-Lounge & Restaurant entzückt.
Dies war jedoch nicht der einzige Faktor, der zur Nominierung der Berliner Solar Bar für den Deutschen Gastronomiepreis geführt hat. Sicherlich hatte auch die außergewöhnliche Mischung aus Bar, Restaurant und Eventlocation dazu beigetragen. Das Ganze gepaart mit einer Prise Lockerheit sowie einer ideenreiche Gestaltung lässt 300 bis 900 Gäste täglich im Solar erscheinen, wobei etwa zwei Drittel davon zum Stammpublikum zählen.
Auch der Besuch von Stars ist keine Seltenheit – von Tom Hanks, über Jennifer Lopez bis hin zu Altpräsident Horst Köhler wurden zahlreiche VIPs gesichtet. „Das interessiert hier jedoch keinen. Zu uns kommt man nicht zum Promigucken, sondern um eine schöne Aussicht beim gemütlichen Dinner oder einem Drink zu genießen, und das in lockerer Atmosphäre“, sagt Rik Verweyen, einer der beiden Geschäftsführer der Solar Bar. Zusammen mit Gastronom Franco May hat der studierte Medienmanager die Location vor sechs Jahren eröffnet.
Peu à peu entwickelt
Zu der erfolgreichen Zusammenarbeit kam es eher zufällig. Damals habe das 1968 erbaute Hochhaus im Berliner Hinterhof leer gestanden, der gläserne Außenaufzug sei nicht mehr in Benutzung gewesen. Auch die Räume in den obersten Stockwerken hatten ihre besten Tage schon hinter sich, beherbergten von einem exotischen Spezialitätenrestaurant, über einen Szeneclub bis hin zum traditionellen Café die unterschiedlichsten Einrichtungen, bevor sie brach lagen und 2006 wieder zum Leben erweckt wurden. Man veranstaltete jede Menge Parties mit Freunden und deren Freunde, darunter auch einige bekannte Gesichter wie Sänger Campino von den Toten Hosen. „Es gab anfangs nur Pizza aus dem Karton, Whisky und Champagner, aber alle waren von der Bar begeistert und erzählten das auch weiter“, erinnert sich Verweyen.

