Buchungsportale
Feuerstein: "HRS soll neue AGBs zurücknehmen"
von Alexandra Leibfried
STUTTGART. Um 18 Uhr ist es soweit, die Protestmail-Aktion soll starten. Hoteliers formieren einen breiten Widerstand gegen HRS. Auf der Facebook-Seite HRS-freie Woche werden Hoteliers dazu aufgerufen, eine Protestmail gegen die 2-prozentige Kommissisonserhöhung an die Chefredakteure wichtiger Medien zu schicken, so an auch AHGZ-Chefredakteur Dr. Hendrik Markgraf. Das Motto: "Wir haben die Betten!"
Das Buchungsportal HRS hatte am vergangenen Dienstag neue AGBs an seine Kunden verschickt und eine Kommissionserhöhung von 13 auf 15 Prozent ab 1. März angekündigt. Was die Hoteliers besonders ärgert: HRS hat seine Kunden weder vorgewarnt, noch sie in den Prozess miteinbezogen. Und wirbt mit einer neuen Vertriebsallianz, die angeblich nichts kostet. Olaf Feuerstein betont: "So geht man nicht mit Geschäftspartnern um. Die HRS soll die neuen AGBs zurücknehmen und sich mit uns zusammensetzen."
Heftige Debatte
Auf ahgz.de diskutieren Gastgeber, Verbandsmitglieder und Berater, was passieren soll. Einig sind sich alle: Diesmal müssen wirklich handeln. In aller Munde ist die HRS-freie Woche seit einigen Tagen. So sagt Christoph Biallas von hom-hotel online-marketing: "So geht es einfach nicht weiter. Jetzt den Worten Taten Folgen lassen und sich auf der Facebook-Seite HRS-freie-Woche sich offen gegen den Provision-Wahn bekennen." Die Seite hat knapp drei Tage nach Bekanntgabe der Erhöhung 251 Fans (20.1., 17:20 Uhr). Die HRS-freie-Woche soll vom 1. bis 7. März stattfinden.
Andere Hoteliers wollen für immer HRS-frei sein und haben ihren Vertrag bereits gekündigt, wie das Parkhotel Bad Homburg (Foto). Direktor Michael Strauß weißt seine Gäste in einem roten Feld auf die Umstände hin und bittet sie, direkt zu buchen. Auch die Chefin von Mein Schlosshotel in Heusenstamm, Petra Baake, hat die Zusammenarbeit mit HRS gekündigt.
Olaf Feuerstein hält die HRS-Amadeus-Allianz - die mit der Kommissionserhöhung einhergeht - für eine Reaktion des Unternehmens auf den Wettbewerber Google-Hotelfinder. "Wenn HRS Geld braucht, gibt es andere Möglichkeiten, als Hoteliers bluten zu lassen."
Der Hotelier vom Freizeit In, Göttingen, hofft, dass sich "diesmal wirklich in der Branche eine breite Front gegen HRS aufmacht". Schade findet er, dass sich nach seinen Informationen viele Hoteliers nicht trauen, bei dem Facebook-Protest mitzumachen. "Sie fürchten sich wohl, dass ihr Vertrag von Seiten der HRS gekündigt wird", meint Feuerstein.




Christoph Biallas, Hamburg
21.01.2012 um 11:33
Betreff: Trotzdem mitmachen
An alle, die Angst haben hier auf Facebook mitzumachen: https://www.facebook.com/HRS.freie.Woche?ref=tn_tnmn HRS wird Euch nicht kündigen, nur weil ihr Fan von dieser Seite seid. Wir haben immer noch das Recht auf freie Meinungsäußerung.
Ich weiß auch von Leuten, die gerne auf Facebook mitmachen würden, aber sich nicht trauen, ihre Zimmer in der Woche vom 01.03. - 07.03. aus HRS und hotel.de rauszunehmen.
An all diese Leute: Macht trotzdem mit. Warum? HRS wird diese Seite beobachten und folgende Rechnung aufmachen:
Anzahl Fans x 25% machen Ihre Androhung war x verloren gegangene Provision = Wird teuer!
Je mehr Leute mitmachen, egal ob sie ihre Drohung wahr machen oder nicht, desto gefährlicher wird es für HRS. Desto williger werden sie sein einzulenken.
Wenn Menschen auf eine Demonstration gehen sind auch nur ganz wenige bereit sich bis aufs letzte zu opfern - aber was die Politiker beeindruckt ist die große Maße an Menschen, die auf sie zurollt, nicht der einzeln. Das gleiche in diesem Fall!
Also: Werdet Fans und zeigt Euch! Es geht um Euer Geld und Eure Zukunft!