Konzepte: Mom’s Favourite in Berlin
Futtern wie bei Muttern
BERLIN. „Bei Mama schmeckt es am besten“: Eine Behauptung, die für eine Vielzahl von Menschen zutrifft, die sich nach der vernünftigen, liebevoll zubereiteten und vor allem frischen Küche von zu Hause sehnen. Und genau diese Klientel will Mom’s Favourite, ein neu eröffnetes Restaurant am Berliner Potsdamer Platz, ansprechen.
Damit befindet sich die Gastronomie nicht nur im Zentrum der Stadt, das sowohl von Touristen als auch von Einheimischen viel besucht wird, sondern auch im gleichen Gebäude wie der große Kinokomplex Cinemaxx. Und das macht das Lokal umso ungewöhnlicher, denn meist erwartet man in solch einem Ambiente ein Schnellrestaurant, das Kinogäste vor ihrem Filmbesuch schnell und günstig versorgt. Von dieser Geschäftsphilosophie will sich Mom’s Favourite distanzieren. „Beim Vorgänger standen 14 Mikrowellen in der Küche und entsprechend waren auch die angebotenen Speisen“, weiß Thomas Richter, Geschäftsführer von Mom’s Favourite.
Relikte aus alten Zeiten
Jetzt koche man ausschließlich frisch. „Unsere Pasta bereiten wir beispielsweise frisch und ohne Konservierungsstoffe zu“, was zwar länger dauert, dafür aber geschmacklich punkten kann. „Dann sind die meisten Kunden überrascht, aber durchaus positiv“, erzählt Richter weiter. Denn genauso wie eine richtige Mama darauf bedacht sei, ihre Kinder gesund und vernünftig zu ernähren, wolle man dies auch im neuen Restaurant tun. „Wir möchten, dass unsere Gäste gut essen und sich wohl fühlen“, erläutert er.
So wurde der Gastraum zwar gemütlich, aber auch funktional und modern gestaltet, ein paar Relikte aus Mamas alter Küche wie eine Teekanne, ein Sieb oder ein Espressokocher schmücken die Wände, zudem lächelt von der Tapete ein fröhliches Retromodel in den Raum hinein. Ein großer Pizzaofen sowie ein Kuchentresen zieren den Hintergrund. Durch eine Öffnung kann man auch in die längliche Küche hineinschauen, dadurch soll eine gewisse Transparenz gegeben sein.
Beratend zur Seite stand Thomas Richter und seinen Geschäftspartnern Sterne- und TV-Koch Andi Schweiger, der das kulinarische Konzept mitkreierte. „Ich selbst kann nicht kochen“, sagt Thomas Richter, der außer seiner Eventagentur bereits mehrere Restaurants geführt hat und so im Dienstleistungssektor gut bewandert ist. „Aber für die Küche habe ich einen Profi gebraucht“, sagt Thomas Richter. Und Andi Schweiger habe sich glücklicherweise zur Zusammenarbeit bereit erklärt. So stehen heute „die besten Rezepte von Müttern aus aller Welt“ auf der Speisekarte in Mom’s Favourite, die mit dem „gewissen Etwas“ kredenzt werden.
Kochaktionen mit Stars
Außer frischer Pasta, Pizza, Chickencurry oder auch Flammkuchen und Quiche wird das Angebot vor allem von deutscher Hausmannskost wie Königsberger Klopse oder Rinderroulade mit Rotkohl dominiert. Eine täglich wechselnde Mittagskarte soll Businessgäste aus den umliegenden Büros anziehen, während abends eher die Kino- und Szenegänger angesprochen werden. Zum Nachmittagskaffee gibt es frisch gebackenen Kuchen und sowohl kleine als auch große Schleckermäuler dürfen sich auf handgemachtes Eis mit hohem Fruchtanteil freuen. Für den Nachwuchs steht in einem Extra-Bereich eine Riesenrutsche bereit.
Rabattaktionen sollen Stammkunden an das Haus binden, durch Gewinnspiele oder auch durch besondere Aktionen wie „Stars kochen die Leibgerichte ihrer Mutter“ will man von sich reden machen. Kontakte in der Filmbranche hat Richter durch seine Agentur, die vor allem Kinopremieren organisiert. Und wenn das erste Mom’s Favourite richtig laufe, dann würde man durchaus an eine Expansion denken. Zwar hat Richter eigenen Angaben zufolge bereits Kooperations-Angebote von anderen Kinocentern erhalten. „Bevor wir weitermachen, müssen wir uns aber erst einmal hier in Berlin etablieren“, betont der Chef. Später stehe einem deutschlandweiten Geschäft nichts im Wege.

