Editorial
Gute Ausbilder braucht das Land
Von Hendrik Markgraf, Chefredakteur
Es gibt immer zwei Sichtweisen, und an beiden ist etwas dran. In diesem Fall die der Azubis (und Mitarbeiter) und die der Arbeitgeber. Das wird schnell vergessen, sobald Interessenvertreter auf den Plan treten, seien es Gewerkschaften oder Verbände. Jede Seite pointiert in ihrem Sinne.
Jüngstes Beispiel: Der Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbunds. Im Vergleich zu anderen Branchen lässt er das Gastgewerbe miserabel dastehen. Und verstärkt das lausige ImageMehr oder weniger bewusste, vereinfachende Beurteilungen eines Meinungsgegenstands durch ein Individuum, die in ihrer Verfestigung als mehrdimensionales Einstellungskonstrukt Handlungs- und Verhaltensrelevanz gegenüber einem Imageobjekt gewinnen.
weiter mit Mausklick..., das Hotellerie und Gastronomie oftmals noch haben.
Die Diagnose ist bekannt: Im Vergleich maue Bezahlung der Azubis, nicht abgegoltene Überstunden, viele Abbrecher. Die Gründe kennt man auch: Hoher Wettbewerbsdruck führt zu geringen Einnahmen, was auf die Entlohnung durchschlägt. Dennoch kommt es zu ordentlichen Tariferhöhungen oder auch übertariflichen Löhnen: Der reduzierte Mehrwertsteuersatz macht’s möglich.
Azubis sind keine Sklaven, aber der Job verlangt nun mal Einsatz über das übliche Maß hinaus. Wenn andere frei haben, ist der angehende Koch oder Rezeptionist im Einsatz. Wenn das im Rahmen bleibt, ist es okay.
So klagen Gastronomen und Hoteliers über unrealistische Erwartungen mancher Azubis, über Versäumnisse in Schule und Familie, die sie wettmachen sollen. Da stehen die Ausbildungsbetriebe vor einer harten Aufgabe, die etliche gut lösen. Nicht umsonst sind deutsche Mitarbeiter wegen ihrer Grundausbildung im Ausland begehrt. Oder sie werden von anderen Branchen abgeworben. Oder sie gehen selbst auf Wanderschaft.
All die vielen engagierten Azubis verdienen Spitzen-Ausbilder, die ihnen etwas bieten. An denen mangelt es auch nicht. Es dürfen aber ruhig noch mehr sein. Und: Wer nicht ausbilden kann, sollte die Finger davon lassen. Sonst schadet er nur dem Gewerbe und dem Image der Branche (Seite 1).







Daniel Linkner, Düsseldorf
21.11.2012 um 12:44
Betreff: Ausbildung/Gastronomie
Ich schliesse mich teilweise den Kommentaren an.Auch ich wurde ausgebildet
bzw. ausgebeutet!
Mein damaliger Betrieb hat mir erst nach der Prüfung meinen Urlaub gebilligt.Klar ist,das nach der Prüfung das Arbeitsverhältnis beendet ist.D.h.,ich hätte gar keinen Urlaub gehabt.Mit dem Unterschied,das ich trotz Teidienst,6 Tage Woche nach der Berufsschule arbeiten gekommen bin,wurde mir noch nicht einmal gedankt!Und solche Zustände sind kein Einzelfall!Ich habe ohne den Ausbilderschein Azubis ausgebildet und meine Erfahrungen gemacht.Überstunden,schlechter Umgang mit Azubis etc..Wo ist Moral und Ethik geblieben?Ich habe gerade bei der IHK meinen Ausb.-Schein gemacht und habe jetzt einen besseren Einblick
gewonnen.Laut Medienberichten wird im Gastrobereich jede
zweite Ausbildung
geschmissen,was mich nicht wundert.Der schlechte Ruf eilt voraus!Dann will keiner mehr in dieser Branche ausgebildet werden.