Kommentar
Hände weg von der Mehrwertsteuer!
Kaum sitzt die rot-grüne Landesregierung in Schleswig-Holstein im Sattel, da fängt sie das Zündeln an. Mit einer Bundesratsinitiative will sie erreichen, dass der für Beherbergungsleistungen reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent wieder gekippt wird. (Seite 3)
Nicht nur im Land zwischen den Meeren fährt Hoteliers die bloße Ankündigung mächtig in die Glieder. Das Zündeln an der Küste darf nicht zum nationalen Flächenbrand werden. Hände weg von der Mehrwertsteuer), ^ Umsatzsteuer.
weiter mit Mausklick...! Und sich zuerst einmal zu drängenden Branchenthemen wissend und vor allem kundig machen. Aber für Sachargumente und Details scheinen die Frischlinge im Kieler Landtag nur bedingt zugänglich zu sein.
Eine wissenschaftliche Studie der Fachhochschule Westküste, in der fein säuberlich dargestellt ist, was die 7-Prozent-Regelung gesamtwirtschaftlich bewegt hat und weiter bewirken wird, wischt Rot-Grün in Schleswig-Holstein einfach vom Tisch. Und damit auch Fakten.
Dass Hoteliers bislang nahezu 1 Mrd. Euro zusätzlich in Neuanschaffungen, Renovierungen sowie An- und Umbauten investiert haben, ist Fakt. Auf Schleswig-Holstein sind laut besagter Studie gut 70 Mio. Euro entfallen. Und nicht zu vergessen die daraus entstandenen Spielräume, die auch für Neueinstellungen genutzt wurden: Mehr als 11.000 neue Arbeits- und Ausbildungsplätze konnten geschaffen werden, und weitere werden entstehen. Der Jobmotor Gastgewerbe brummt.
Wenn aber die Politik glaubt, dass dies alles von jetzt auf gleich zu finanzieren ist, oder gar aus dem Sparschwein kommt, dann täuscht sie sich gewaltig. Politiker mögen vielleicht nur von einer Wahl zur nächsten denken, Unternehmer aber haben das Übermorgen im Blick und nehmen dafür auch Kredite auf.


