AHGZ - Das Fachportal für Hotellerie und Gastronomie

Anzeige

Begehrt: Qualifizierte Mitarbeiter Foto: Colourbox

Personalmanagement

Hotel entwickelt Konzept gegen Fachkräftemangel

21. September 2012

HORNBERG. Mehr als 8000 Lehrstellen in Hotellerie und Gastronomie sind derzeit in Deutschland unbesetzt. Im Jahr 2008 brachen beispielsweise 45 Prozent der Kochlehrlinge ihre Ausbildung vorzeitig ab. Diese Trends nehmen stetig zu.

Besonders der demografische Wandel trägt einen Großteil dazu bei, dass andere Erwartungen an die Hotels und Gaststätten als Arbeitsplatz gestellt werden. Es ist deshalb existentiell wichtig, dass sich Arbeitgeber mit den Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter befassen. Auch die eigentliche Mitarbeiterführung sollte stets überprüft und verbessert werden. Weiterhin wichtig: Außer der Neugewinnung von Mitarbeitern für die Branche müssen auch berufserfahrene Fachleute an das Unternehmen gebunden werden.

Mitarbeiter aktiv motivieren

Beim Führungskräfte-Coaching im Hotel machte der Experte den Teilnehmern deutlich, welche Auswirkungen der demografische Wandel in der Hotellerie hat. „Die Hotelmanager von heute müssen aktiv werden, um die Mitarbeiter zu motivieren“, so Bernhard Patter. Das ist ein großes Unterfangen und extrem zeitaufwendig.

Für das Hotel Kloster Hornbach und das Lösch für Freunde entwickelte er mit der Inhaberfamilie Lösch konkrete Maßnahmen zur Optimierung der Personalpolitik im Unternehmen.

ThemenalarmKommentierenDrucken
Auch interessant

Kloster Hornbach gehört nun zu Small Luxury Hotels

Die Marketing-Kooperation Small Luxury Hotels of the World hat ein neues Mitglied. Was sich das Kloster Hornbach vom Beitritt verspricht ... mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

Weitere Artikel zu den Themen:

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Leser-Kommentare zum Artikel (4)

Walter  Kirchberger , Holzkirchen
Walter Kirchberger , Holzkirchen

01.10.2012 um 16:49

Betreff: In der Hotellerie gibt es einen Mangel jedoch nicht an Fachkräften

Die Ausbildung in der Küche, habe ich selbst erlebt. Meine Leidenschaft für den Beruf "Koch" war geprägt durch die Vorbildfunktion von Herrn Witzigmann, leider war diese Art von Persönlichkeit nicht in den üblichen Ausbildungsbetrieben anzufinden. Zielorientierung und Ehrgeiz waren meine Strategie gegen die ungenügenden sozialen Bedingungen. Mit dem Resultat, dass ich bei meiner Prüfung einen Preis gewonnen habe. Es war intrinsische Motivation, von mir selbst heraus, diese Antriebskraft setzt jedoch einen hohen Willen, Belastbarkeit und Leidenschaft für einen Beruf voraus.

Höchst vorsorglich möchte ich anmerken, dass ich jegliche Art und Weise von Ausbildung ablehne, die nicht auf humanitären Grundsätzen und einem angebrachten Einfühlungsvermögen basiert. Meine Ausbildung war ja auch im letzten Jahrhundert und wir sind jetzt im 21. Jahrhundert angekommen, es sollte sich doch einiges geändert haben, so die Annahme.

Leider habe ich festgestellt, dass sich die damaligen Ausbildungsgrundsätze nicht geändert haben. Es gibt noch immer den gleichen Mangel, in der Gestalt, es ist das fehlende Einfühlungsvermögen für Berufsanfänger und die Unfähigkeit tatsächlich zu motivieren. Die X-Theorie von Mc Gregor wird praktiziert und als einziger begehbarer Weg dargestellt um Mitarbeiter zu motivieren.

Aktiv motivieren verstehe ich als einen kreativen Prozess, mit dem Mut, neue Wege zu gehen und alte Bärte abzuschneiden. Der Anfang ist natürlich mit Anstrengung verbunden, wie jede Veränderung, vor allem obliegt die Einstellung der Führungskraft einer kontinuierlichen Zession.

Denn Führen ist eine kreative Aufgabe. Sie verfolgt das Ziel, die Kreativität in den Mitarbeitern zu wecken und sollte motivierend sein, dass das vorhandene Potenzial freigesetzt wird. Eine wesentliche Voraussetzung für diesen Veränderungsprozess ist persönliche Souveränität, sie basiert auf Lebenserfahrung.

Die Altergruppe 45+ hat dafür das beste Rüstzeug, so sehen es erfolgreiche Branchen, die Autoindustrie, Banken und Versicherungen, IT-Branche und Telekommunikationsbranche, falls Veränderungen anstehen. Nur in der Hotellerie hat man dazu eine andere Meinung.

Richard Merkel, Rottenburg
Richard Merkel, Rottenburg

01.10.2012 um 12:50

Betreff: Fachkräftemangel

Warum haben gut ausgebildete Fachtkräfte mit 60j.
keine Möglichkeit in ein Betrieb reinzukommen die sehr viel erfahrung mit bringen

Wolf-Maria  Reich, Schorndorf
Wolf-Maria Reich, Schorndorf

29.09.2012 um 11:16

Betreff: Fachkräftemangel

Sehr geehrte Frau Lösch,

auch ich habe eine Idee, wie der Fachkräftemangel behoben werden könnte:

Aus gesundheitlichen Gründen entschied die Rentenversicherungsanstalt Bund Berlin im Jahre 2009, dass ich als Koch und Küchenchef nicht weiter arbeiten dürfe.
So studierte ich von 2009 bis 2011 erfolgreich Hotelbetriebs-wirtschaft im schönen Regenstauf, in der Nähe von Regensburg / Bayern,an der Eckert-Akademie, machte dort meine Ausbildereignungs-prüfung und einen Abschluss mit der Durchschnittsnote 2,35. Die Freude, mit 52 Jahren einen so guten Abschluss erreicht zu haben, wurde jedoch sehr bald enttäuscht. Mein Vorredner fragt sich, ob er mit seinen 40 Jahren denn schon zum alten Eisen gezählt würde!
Ich bin 52 Jahre alt, habe nunmehr 450 Bewerbungen auf betriebswirtschaftlichen Niveau geschrieben, jedoch bis heute keinen Arbeitsplatz gefunden.
Dennoch lese ich immer wieder vom Fachkräftemangel in der Gastronomie.

Wenn sich die Personalchefs der Hotellerie in Deutschland endlich dazu durchringen könnten, auch älteren Bewerbern eine Chance zu geben, noch dazu wo diese gerade eben erst gezeigt haben, dass sie noch wollen UND können, würde sich dieser Mangel sicher bald von selbst in Luft auflösen.
Aber NEIN, denn der heutige Mitarbeiter sollte nicht älter als 30 Jahre sein, mindestens 27 Jahre Berufserfahrung haben, zumindest 7 Fremdsprachen sprechen und auch noch einiges an Auslandserfahrung mitbringen!
Da es in meinem Bekanntenkreis diverse Menschen gibt, denen es genauso geht, musste ich hier einfach mal meinen Frust los werden.

Sollte sich unter den Lesern dieser, meiner Zeilen jedoch irgend ein Gastronom befinden, der einen Ausbilder und/oder Hotelbetriebswirt sucht, würde ich mich riesig freuen, doch noch die Chance zu bekommen, mein nunmehr erworbenes Wissen zu vertiefen und zu erweitern. Denn wer mit 49 Jahren Hotelbetriebswirt-schaft studiert, weiß eigentlich, was er/sie möchte!
wolfmreich@aol.com
01637385825

Anja Börner, Burgwedel
Anja Börner, Burgwedel

26.09.2012 um 09:01

Betreff: Fachkräftemangel

Warum gibt man gut ausgebildeten berufserfahrenen Fachkräften nach einer Auszeit (Elternzeit) nicht eine Chance auf einen zeitlich reduzierten Wiedereinstieg? Sind sie zu teuer oder zu unzuverlässig/schlecht planbar (wegen der Kinder)? Als ich nach meiner Elternzeit in einem 4Sterne-Kettenhotel in Hannover wieder einsteigen wollte, hieß es ganz lapidar "wir haben schon genug Teilzeit-Kräfte"... Wie wäre es, wenn sich interessierte Fachkräfte z.B. erstmal teilzeitmäßig um die Auszubildenden kümmern? Oder als eine Art Trainee ihre Erfahrungen einbringen? Gehört man mit 40 Jahren in der Hotellerie wirklich schon zum "alten Eisen"?

Anzeige