Vertrieb
Hotelfinder unter der Lupe
STUTTGART. Seit einigen Monaten sind die ersten deutschen Hotels mit ihrem Buchungssystem direkt an den Google Hotelfinder angebunden. Damit werden die Preise von der eigenen Website dort angezeigt und der User bekommt die Möglichkeit, von Google aus direkt beim Hotel zu buchen.
Für Marcus Matthes, Generel Manager im Hotel Ambiente in Bad Wilsnack, hat sich das gelohnt. „Wir müssen als Privathoteliers schauen, wie wir es ohne große Vertriebsabteilung schaffen, unseren DirektvertriebVerkaufskanal, bei dem zwischen Anbieter und Nachfrager keine Handelsbetriebe bzw.
weiter mit Mausklick... zu stärken und Gäste an uns zu binden.“ Gemessen am gesamten Buchungsvolumen des Hotels machen die Buchungen, die über Google kommen, zurzeit 2 Prozent aus.
Das Hotel Ambiente gehört, ebenso wie das Kameha Grand Bonn, zu den 15 deutschen Hotels, die Marc Benkert, Agentur Becon, mithilfe seines österreichischen Technikpartners Seekda bislang an den Google Hotel Finder angebunden hat. Die KostenDer in Geldeinheiten bewertete Verbrauch von Produktionsfaktoren und Dienstleistungen, der zur Erstellung und zum Absatz der betrieblichen Leistung erforderlich ist.
weiter mit Mausklick..., die diese Hotels an Google zahlen, sind deutlich geringer als die Provisionen, die sie für die gleiche Anzahl an Buchungen an Portale wie HRS und an Online Travel Agency (OTAs) zahlen würden. 0,2 Prozent der angegebenen Rate verlangt Google pro Weiterleitung zur hoteleigenen Buchungsmaschine. Bei der Anbindung über Becon und Seekda zahlen die Hotels zusätzlich pro Weiterleitung noch einmal 0,1 Prozent an die Technikdienstleister. Wer bei Google im bevorzugten „Book at“-Button stehen will, wird in Zukunft sicherlich nachlegen müssen. Denn Google plant ein Bidding einzuführen. Da können die Costs-Per-Click (CPC) schon einmal 0,4 Prozent der angegebenen Raten betragen. Trotzdem lohne sich das für die Hoteliers, wie Marc Benkert gegenüber der AHGZvorrechnet. Bei einem Übernachtungspreis von 100 Euro würde das Hotel für eine Buchung1. Handlung, bei der eine nachgefragte Leistung vom Status einer Anfrage in den Status eines verbindlichen Kaufs übergeht.
weiter mit Mausklick... 15 Euro ProvisionVergütung für die erfolgreiche Vermittlung einer Reiseleistung eines Reiseveranstalters oder eines Einzelleistungsträgers durch den Reisemittler.
weiter mit Mausklick... an HRS zahlen. Bei Google muss es 30 Cent pro Click zahlen. „Das heißt in diesem Fall, dass das CPC-Verfahren erst ab der 51. Person, die nicht bucht, teurer ist“, sagt der Experte. Anders gesagt: Die Conversionsrate sollte mindestens 2 Prozent betragen. Die bisherigen Erfahrungen übersteigen diesen Wert bei Weitem: „Die Hotels in den ländlichen Regionen verzeichnen eine Conversionsrate von 8 bis 10 Prozent, die in den Städten sogar bis zu 14 Prozent.“
Auch die Best Western Hotels haben inzwischen für ihre Hotels in Deutschland eine Schnittstelle zu Google geschaffen. Über die Conversionsrate macht die Kette jedoch keine genauen Angaben. „Die Anbindung ist erfolgreich gestartet: Wir haben einen fünfmal höheren Return on Investment. Also bekommen wir für einen Euro, den wir dort investieren, fünfmal mehr zurück, als wenn wir ihn in Adwords investieren würden“, sagt Carmen Dücker, Stellvertretende Geschäftsführerin und Direktorin E-Business bei Best Western Deutschland. Gemessen am Gesamtumsatz sei das aber ein relativ kleiner Wert, was daran liege, dass der Hotelfinder in Deutschland noch keine große Präsenz hat.
Potenzial bei Freizeitgästen
In der Tat, den Hotelfinder gibt es bislang noch immer nur auf Englisch, die Preise werden in US-Dollar angezeigt. Marc Benkert rechnet aber damit, dass die deutsche Version in wenigen Wochen an den Start geht.
Deswegen arbeitet auch Quality Reservations (QR) gemeinsam mit dem Schweizer Technikpartner Reconline daran, eine Schnittstelle von dem zentralen Reservierungssystem direkt zum Hotelfinder zu schaffen. QR-Geschäftführerin Carolin Brauer schätzt, dass der Google Hotelfinder in Zukunft ein zusätzlicher VertriebskanalChannel)Absatzkanal.
weiter mit Mausklick... wird. „Das ist eine Chance für die Hotellerie, ein Stück Unabhängigkeit zurückzugewinnen und sich diversifizierter aufzustellen“, sagt Brauer.
Sie glaubt auch, dass der Hotelfinder eine ganz neue ZielgruppeEine von der Marketingabteilung oder vom Unternehmer festgelegte Auswahl von Marktteilnehmern, an die sich ein Angebot oder eine Maßnahme richtet .
weiter mit Mausklick... anspricht – diejenigen, die nicht über bisher gängige Portale wie HRS oder Expedia buchen. „Das wird vor allem der Freizeitmarkt sein“, so Brauer.
Marc Benkert traut dem Hotelfinder noch mehr zu: „Ich glaube, dass sich der VertriebBetriebswirtschaftliche Funktion im Sinne von Absatz.
weiter mit Mausklick... auf den Hotel Finder kanalisieren wird. Spätestens in einem Jahr werden 60 Prozent aller User nicht mehr auf die verschiedenen Buchungsplattformen gehen, sondern direkt bei Google nach einem Hotel suchen. Dort entscheidet sich dann, ob der User am Ende doch über die OTAs bucht oder aber das Hotel über unsere Anbindung eine direkte Buchung erhält.“
HRS sieht keine Konkurrenz
weiter mit Mausklick...
HRS-Geschäftführer Tobias Ragge sieht das gelassen. Für ihn ist Google eine weitere Meta-Suchmaschine. „Für HRS ist der Google Hotelfinder ein weiterer Zugang zu potenziellen Buchern.“ Wenn die Buchung dann letztlich über HRS läuft, fallen für den Hotelier dadurch keine Zusatzkosten an – obwohl auch HRS die 0,2 Prozent oder mehr pro Click zahlen muss. Zu der Conversionsrate will das Kölner Unternehmen keine Angaben machen.
Fazit: Der Hotelfinder macht sich am Markt breit. Bald gibt es auch eine deutsche Version. Den Hotelier kostet es zunächst Zeit und Geld, sich mit Google zu beschäftigen. Doch wer sich früh anbindet, kann davon profitieren. Zum einen erschließt der Hotelier damit einen neuen Vertriebskanal und macht sich unabhängiger. Zum anderen sind die Provisionen dort zurzeit günstiger als bei anderen Vertriebkanälen.





Erik E. Schürmann, Hilden
20.08.2012 um 12:51
Betreff: Der Hotel Finder ist die Zukunft
Ich kann nur zustimmen! In naher Zukunft wird der Google Hotel Finder einer der wichtigsten Vertriebskanäle der Hotels werden (können).
Auf keinen Fall aber müssen Hotels Angst vor dem Hotel Finder haben! Angst müssen vielleicht OTAs und Hotelportale haben...? Aber nicht die Hotels.