Buchungsportale
Hoteliers organisieren Widerstand gegen HRS
von Alexandra Leibfried
KÖLN. Auch Hoteliers sind Wutbürger. Im Internet formiert sich ein Widerstand gegen die Provisionserhöhung von HRS, wie es ihn in der Branche bisher nicht gab. Eine erste gemeinsame Aktion fand am vergangenen Freitag um 18 Uhr statt, als an HRS-Geschäftsführer Tobias Ragge (office@hrs.de) und Chefredakteure verschiedener Medien Protestemails geschickt wurden. Mehr als 80 Emails erhielt AHGZ-Chefredakteur Hendrik Markgraf, der betont: "Dass sich die Hotellerie über das Vorgehen von HRS und die Erhöhung der Provosionen empört und dagegen wehrt, ist nur gerechtfertigt. Jetzt muss sich HRS dazu erklären."
Außer auf AHGZ.de treffen sich viele Hoteliers auf der Facebook-Seite HRS-freie Woche. Diese hat mittlerweile 385 Fans (Stand 23. Januar, 8.15 Uhr). Besonders interessant: Von diesen "sprechen 365 darüber". Der Marktriese HRS dürfe seine Macht nicht weiterhin ungestraft ausspielen, finden die Wut-Hoteliers und diskutieren über weitere Aktionen. Fest steht, die HRS-freie Woche Anfang März wird kommen. Soviele HRS-Hotelpartner wie möglich sollen vom 1. bis 7. März bei HRS keine Zimmer einstellen. HRS-Geschäftsführer Tobias Ragge hat bisher zu den Protesten keine Stellung bezogen. Auf die Protestmail erhielten die Hoteliers eine standardisierte Antwort.
Massenaustritt?
Gegenseitig ermuntern sich auf Facebook, in Bloggs oder über die AHGZ-Kommentarfunktion die Hoteliers, Flagge zu zeigen. So sagt Chrstina Summerer auf AHGZ.de: "Ich schließe mich natürlich dem Protest an. Dies wird mich zwar Umsatz kosten, was weh tun wird, doch ich bin dabei, die anderen Hotels zu unterstützen." Zudem überlegt AHGZ-Informationen zufolge eine Gruppe namhafter Hoteliers, gleichzeitig ihre HRS-Verträge zu kündigen, um ein Zeichen zu setzten.
Doch nicht alle verteufeln die Provisionserhöhung. Andreas Krökel, Vorstand Operations, Sales & Marketing bei der Lindner Hotels AG sagt beispielsweise auf AHGZ-Anfrage:"Niemand freut sich über steigende Vertriebskosten, insbesondere in einem Marktumfeld, das von stagnierenden Verkaufspreisen geprägt ist. Andererseits liegt eine 15-prozentige Kommission bei Buchungsportalen im marktüblichen Durchschnitt. Berücksichtigt man die Bekanntheit von HRS und hotel.de im Markt, halten wir das neue Modell unter Preis-Leistungs-Gesichtspunkten für fair."



Nägele Cornel, Kempten
25.01.2012 um 08:31
Betreff: HRS
Eine sehr gute Entwicklung! Es wird Zeit, dass sich Widerstand gegen HRS/Hotel.de breit macht! Wenn das so weitergeht steigen die Provisionen immer weiter und wir haben bald 20%! Es ist noch nicht so lange her, da waren es noch 8%! Der Dehoga sollte eine eigenes Buchungsportal organisieren, um hier eine starke und Hotelfreundliche Konkurrenz aufzubauen! Ansonsten kann ich nur jedem empfehlen, die Portale zu kündigen!