Vertrieb
Hoteliers streiten über Ratenparität
STUTTGART. „Ratenparität über unterschiedliche Zielgruppen schränkt die Freiheit der Hoteliers ein“, sagt Ognjen Zeric, Geschäftsführer des Lastminute-Zimmervermittlers Justbook.
Mit seiner Meinung steht Zeric nicht allein da. Zurzeit prüft das Bundeskartellamt, ob die Best-PreisTransaktionspunkt zwischen Angebot und Nachfrage eines Produkts bzw.
weiter mit Mausklick...-Klausel von HRS – die Forderung nach dem gleichen Preis auf allen Kanälen – rechtswidrig ist. Sollte dies der Fall sein, müssen HRS und andere Buchungsportale diese Forderung aus ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen herausnehmen.
HRS hat die Ratenparität bereits vorübergehend ausgesetzt, bis das Kartellamt zu einer Entscheidung kommt. HRS-Geschäftsführer Tobias Ragge ist aber weiterhin davon überzeugt, dass die Best-Preis-Klausel sinnvoll ist – auch aus Sicht der Hoteliers: „Kippt die Preisparität, würde sich der Preiskampf weiter verstärken.“ Denn auch die Portale müssten ihre Geschäftsmodelle dann weiterentwickeln und an neue Rahmenbedingungen anpassen. Ragge sieht dafür verschiedene Szenarien: „So könnte die Preisparität zentraler Bestandteil des Listingmodells werden. Denkbar wäre auch, dass die Portale künftig Volumina bündeln und große Kontingente bei den Hotels einkaufen, wie es Reiseveranstalter heute schon machen.“ Beide Szenarien würden laut Ragge vor allem kleineren Hotelbetrieben schaden und die Vertriebskosten weiter in die Höhe treiben.
Der Hotelverband Deutschland (IHAAbk. für Hotelverband Deutschland.
weiter mit Mausklick...) sieht das anders und ist daher dem laufenden Kartellrechtsverfahren gegen HRS beigetreten. „Eine Verpflichtung zu Raten-, Verfügbarkeits- und Konditionenparitäten schadet dem Wettbewerb und damit dem Hotelmarkt“, sagt IHA-Hauptgeschäftsführer Markus Luthe. Würde die Best-Preis-Klausel fallen, könnte es, so Luthe, zu einem wirklichen Wettbewerb zwischen den Portalen kommen. „Dies wird die Hoteliers entsprechend entlasten und Preisspielräume eröffnen.“ Das Geschäft der Buchungsportale sieht Luthe nicht in Gefahr – auch wenn er damit rechnet, dass sie Listungsgebühren und Cost-per-Click-Modelle einführen könnten. „Auch wenn es untereinander Verschiebungen der Marktanteile gibt, dürften die Buchungsportale in einem immer noch rasant wachsenden Marktsegment^ Segment.
weiter mit Mausklick... wohl kaum Zukunftsängste umtreiben“, sagt Luthe. „Dafür hinkt der ‚Fabrikverkauf’ über die Hotelwebsites zu deutlich hinterher.“
Und was sagen die Hoteliers dazu? „Die Ratenparität muss aufgehoben werden. Denn ich möchte als Hotelier selbst entscheiden, was ich zu tun habe“, sagt Michael Strauß, Direktor des Parkhotels Bad Homburg. „Ich glaube, dass sich dann viele Hoteliers befreiter fühlen und sagen: Dann kann ich endlich einmal wieder so handeln, wie ich will.“


