Ideenbörse: Wau-Wau-Wochenende
Hunde bringen tierisch guten Umsatz
BAD SCHWALBACH. Hechelnd tappt Leo ins Restaurant. Der Gast schleckt mit der Zunge über seinen Mund, gähnt, legt sich unter den Tisch und schließt die Augen. Die Besucher am Nebentisch lassen sich dadurch nicht stören. Leo rollt sich auf die Seite und schnauft. Die Mitarbeiter des Hotels und Restaurants Kaiserhof kennen dieses Verhalten. Schließlich hat sich der Familienbetrieb auf Hunde wie Leo spezialisiert. Ein Wau-Wau-Wochenende und die Zusammenarbeit mit Hundetrainern sorgen für tierisch guten UmsatzWertmäßige Erfassung des Absatzes einer Unternehmung.
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Der Kaiserhof liegt in Bad Schwalbach, eine Stadt mit etwa 10.000 Einwohnern, mitten im Taunus. Seit 1962 leitet die Familie Maaß das Haus. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
weiter mit Mausklick...) zeichnete die 28 Zimmer mit drei Sternen aus. Im Restaurant haben bis zu 70 Personen Platz. Senior Maaß und die zwei Söhne verbindet nicht nur die Leidenschaft fürs Gastgewerbe, sondern auch die Liebe zu Hunden. Zur Familie gehören ein Dackel, ein Labrador sowie eine Bulldoge – und die Hunde der Gäste.
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Zusammen mit einer befreundeten Tierärztin schnürten die Hoteliers vor fünf Jahren erstmals ein spezielles Paket: das Wau-Wau-Wochenende, das sie noch heute anbieten. Mit zwei Übernachtungen kostet es 199 Euro pro Person und Hund, drei Nächte gibt’s ab 275 Euro. Im PreisTransaktionspunkt zwischen Angebot und Nachfrage eines Produkts bzw.
weiter mit Mausklick... enthalten ist die Verpflegung am Frühstücksbüffet, Abendessen, ein Erste-Hilfe-Kurs für Vierbeiner, eine Verwöhnmassage für Hunde, eine geführte Wanderung sowie Spiele mit einem Hundetrainer. Nach den ersten Wau-Wau-Wochenenden klingelte bei den Maaß’ regelmäßig das Telefon. Hundetrainer aus ganz Deutschland fragten, ob sie ähnliche Kurse im Hotel anbieten dürften. Sie durften. Davon profitieren alle: die Trainer, die Hoteliers und die Hunde.
Leo springt in einen Tümpel. Er paddelt mit seinen Pfoten und jagt imaginäre Fische. Wieder an Land schüttelt der Pinscher sein braun-weißes Fell. Wassertropfen spritzen in alle Richtungen. Leo bellt und blickt mit seinen schwarzen Augen auf sein Frauchen. Das streichelt ihm über den Rücken. Der Ausflug hat sich gelohnt. Ein Trainer hat der Besitzerin von Leo gezeigt, wie er noch besser auf ihre Befehle hört. Geübt haben sie das zusammen auf dem hoteleigenen Hundeplatz. Das umzäunte Gelände liegt etwa drei Kilometer vom Hotel entfernt und ist etwa 50 Meter lang sowie 30 Meter breit. Vor einigen Jahren pachtete die Familie Maaß das Grundstück von der Stadt. Seitdem finden dort regelmäßig Trainings statt. Auch professionelle Rettungshunde werden hier geschult.
Im Kaiserhof sind auch Gäste ohne Vierbeiner willkommen. „Vor allem unter der Woche übernachten viele Geschäftskunden ohne tierische Begleitung bei uns. Von Montag bis Freitag reisen etwa 90 Prozent der Besucher ohne Hund an“, sagt Jens Maaß. Am Wochenende hat dagegen etwa jeder zweite Gast einen Hund im Schlepptau. Apropos Seil: Angeleint dürfen die Vierbeiner sogar ins Restaurant. „Die meisten Hunde sind gut erzogen. Sie sind ruhig, selbst wenn sie anderen Artgenossen begegnen“, sagt Maaß. Nur einmal zerkaute ein Vierbeiner einen Teppich und attackierte die Tapete. Den Schaden zahlte die Haftpflichtversicherung des Halters.
Wenn Hunde sich nicht zu benehmen wissen, hilft Vera Müller weiter. Die Inhaberin der Hundeschule „Harmony Life with dogs“ kooperiert mit dem Kaiserhof. Gäste können bei ihr kurzfristig Trainings oder Beschäftigungskurse buchen, zum Beispiel zu den Themen Grundgehorsam oder Fährtensuche. Müller gewinnt durch die Zusammenarbeit mit dem Hotel neue Kunden, die Familie Maaß erweitert ihr Portfolio. Sie offeriert Gästen spezielle Kurse von Müller zu einem vergünstigten Preis. Auf der Internetseite des Kaiserhofs ist der Hundeschule ein eigener Navigationspunkt gewidmet. Für Jens Maaß ist das Angebot ein zusätzliches Verkaufsargument. Den Service für Hunde bewirbt er vor allem im Internet auf Portalen wie urlaub-mit-hund.de. Hier trifft sich die ZielgruppeEine von der Marketingabteilung oder vom Unternehmer festgelegte Auswahl von Marktteilnehmern, an die sich ein Angebot oder eine Maßnahme richtet .
weiter mit Mausklick... und tauscht sich aus.
Ein Doppelzimmer inklusive Frühstücksbüffet kostet zwischen 80 und 100 Euro. Hunde zahlen nichts. „Das ist keine Selbstverständlichkeit. In manchen anderen Häusern müssen Hundebesitzer bis zu 15 Euro pro Nacht für ihre Vierbeiner zahlen“, sagt Jens Maaß. Das Hotel verleiht außerdem Futter- und Wassernäpfe, eine spezielle Speisekarte für Hunde gibt es jedoch nicht. „Die meisten Hundebesitzer bringen Futter mit. Das kennen die Tiere von Zuhause. Auf Wunsch kochen wir aber auch gerne ein halbes Hähnchen für die Hunde“, sagt Maaß.
Leo ist mit seinen Crackern zufrieden. Der Pinscher zerbeißt mit seinen Zähnen das getrocknete Truthahnfleisch. Langsam trottet er seinem Frauchen hinterher aufs Zimmer. Er legt sich auf den Teppichboden, seine Besitzerin ins Bett. Vielleicht träumt Leo diese Nacht ja vom Hundeparadies auf Erden, dem Hotel Kaiserhof in Bad Schwalbach.


