Ideenbörse: Eigene Kaffeerösterei
Kaffee beflügelt das Tagungsgeschäft
HERRENBERG. Die eigene Passion für guten Kaffee auf Gäste zu übertragen – das hat sich im Fall von Roland Nölly als richtig gute Idee erwiesen. Der Direktor im Ringhotel GasthofBeherbergungsbetrieb, der einem Schank- oder Speisebetrieb angeschlossen ist.
weiter mit Mausklick... Hasen in Herrenberg bei Stuttgart bezeichnet sich selbst als „absoluten Kaffeefan“, der die kleinste Kaffeerösterei Baden-Württembergs betreibt. Die Maschine steht gut sichtbar hinter Glas gleich neben dem Hoteleingang und ist ein Hingucker in der großzügigen Hotelhalle, wo sowohl die Rezeption, als auch der Barbereich untergebracht sind.
Die Idee, eigenen Kaffee zu rösten, entstand 2008 zusammen mit einem anderen Gastronomen. Nölly, der gelernter Koch ist und die Hotelfachschule in Lausanne besuchte, erzählt: „Ich bin Schweizer und liebe guten Kaffee. Deshalb wünsche ich mir Qualität und wenig Säure.“ Zudem habe ihm die Idee gefallen, mit Mischungen experimentieren zu können. Man wollte sich die Investitionskosten teilen, die bei einer kleinen Röstmaschine zwischen 15.000 und 25.000 Euro liegen. Doch wie so oft, es kam anders, und Nölly kaufte die Maschine allein. Dass Nölly beim Kauf RabattEs werden vier Gruppen unterschieden: Mengenrabatte, Zeitrabatte, Treuerabatte Bonusprogramme als Mischform von Mengen- und Treuerabatt.
weiter mit Mausklick... bekam, entschädigte ihn ein wenig dafür, dass er noch ein spezielles Abluftsystem für die Lobby benötigte. „Der Duft war einfach zu intensiv“, erinnert sich Nölly. Heute hat sich alles eingespielt. Die Maschine duftet angenehm, surrt dezent im Hintergrund und ist doch oft Gesprächsthema für Gäste, die sich im Barbereich aufhalten. Auch Schulklassen waren schon zu Führungen da. Und von zufriedenen Gästen oder über die Facebook-Seite des Hasen erfahren immer neue Leute von der Röster-Hochburg.
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600 bis 700 Kilo Kaffee kauft Nölly jährlich ein. Es sind ganz unterschiedliche Sorten, die Bohnen stammen aus Afrika, Guatemala oder Papua Neuguinea. Das Kilo kostet zwischen 4 und 8 Euro, 2,16 Euro Kaffeesteuer kommen oben drauf. „Die Kaffeerösterei ist kein Renditeobjekt“, gesteht Nölly und wirkt dennoch sehr zufrieden. „Mir war das eine Herzensangelegenheit, die sich gar nicht lohnen muss.“ Damit er gängige Preise für Cappuccino, Latte Macchiato oder Schümli verlangen kann, setzt der Direktor auf eine Mischkalkulation beim Einkauf. Er kauft Fairtrade-Kaffee von Gepa, aber auch Sorten ohne Zertifikat. „Es kommt auf den Geschmack an“, sagt Nölly.
Obwohl die Kaffeerösterei kein Renditeobjekt ist, bringt sie Schwung ins Geschäft und fängt laut Nölly „langsam an, sich zu rechnen“. Das im F&B-Bereich stark aufgestellte 4-Sterne-Hotel kann damit zusätzliche kulinarische Akzente setzen und veranstaltet Kaffeeverkostungen, die man mit Whisky und Schokolade inszeniert.
Obwohl Nölly nicht sagen kann, „ob und inwieweit“ der F&B-UmsatzWertmäßige Erfassung des Absatzes einer Unternehmung.
weiter mit Mausklick... konkret von der „Kaffeeliebhaberei“ profitiert, hat er festgestellt: „Die Nachfrage nach Tagungen steigt und das liegt am Kaffee.“ Jeder Tagungsraum ist mit einer eigenen Kaffeemaschine ausgestattet, und in der Pauschale ist Kaffee satt inbegriffen.
Gepflegt und bedient wird die Maschine vom Haustechniker Helmut Neumann, der seit drei Jahren im Hotel arbeitet und minutenlang über Sorten, Anbaugebiete und Röstungsgrade referieren kann (www.youtube.com/user/AHGZonline ). „Und sogar die Häute der Kaffeebohnen sind noch verwertbar“, verrät er. „Sie eignen sich als Dünger gegen Läuse.“


