Neustart
Kaffee und Kuchen im Schlosshotel Bühlerhöhe
von Hannes Kuhnert
BÜHL. Das Schlosshotel Bühlerhöhe öffnet seine Tore wieder. Zwar mit Schmalspur-Angebot und noch ohne Hotelbetrieb, aber auf der Hirsch-Terrasse und in einigen Räumen werden fast zwei Jahre nach der Schließung wieder Kaffee und Kuchen, Snacks und Getränke serviert. Hoteldirektor Reto Schumacher (64) war es ein „Herzensanliegen“, das traditionsreiche Haus wieder mit Leben zu füllen.
Reto Schumacher aus Baden-Baden hat im Herbst vergangenen Jahres die Geschäftsführung der Anna Maria Vermögensverwaltung GmbHAbk. für Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
weiter mit Mausklick... übernommen. Diese hatte im Juli 2010 die Bühlerhöhe von der Familie des SAP-Gründers Dietmar Hopp gekauft. Es war erklärter Wille der Käuferin, das Hotel völlig umzugestalten, um es bis zum Jahr 2013 „im alten Glanz eines der besten internationalen Hotels in Deutschland“ zu präsentieren.
100 Millionen Euro sollten investiert werden
So hatte es seinerzeit Martin Ernst, damaliger Geschäftsführer der Vermögensverwaltung GmbH, versprochen. Es war von Investitionen in einem Rahmen von 100 Mio. Euro die Rede. Das Hotel war bis zu seiner Schließung vor 21 Monaten an die spanische Kette NH Hoteles verpachtet. Der hohe Sanierungsbedarf des Hauses hatte zu fortwährenden Auseinandersetzungen zwischen Eigentümer und Pächter geführt. Wer hinter der neuen Besitzerin, der Anna Maria Vermögensverwaltung GmbH mit Sitz in der Bühlerhöhe, steht, das will Geschäftsführer Schumacher auch heute noch nicht sagen. Die örtlichen Zeitungen sprechen von einer Familie aus der Ukraine. Schumacher erweitert diesen Kreis auf Anfrage der AHGZ auf eine „Eigentümerfamilie aus der Ukraine, aus Russland … kreuz und quer“.
Von den versprochenen Millionen-Investitionen aber ist bislang nichts zu sehen. Wie Schumacher versichert, werde das Haus von acht Mitarbeitern wohl gepflegt. „Die Zimmer werden gelüftet, die Wasserhähne immer wieder aufgedreht, der Park ist tipptopp, das Haus befindet sich in einem perfekten Zustand“.
Der Hoteldirektor wollte sich nicht damit abfinden, dass „die funktionsfähige Infrastruktur eines 5-Sterne-Resorts einfach brachliegt“. Zumal Nachfrage bestehe. Täglich stünden potenzielle Gäste vor dem verschlossenen Hotel, täglich kämen bis zu 40 Anfragen per Telefon und E-Mail, von ehemaligen Gästen oder Interessenten. Deren Drängen wurde nachgegeben.
Das Hotel ist täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet, montags und dienstags sind Ruhetage. Größere Veranstaltungen im Schloss-Restaurant oder im Gourmet-Restaurant Imperial sind möglich. Derzeit sind der Salon van Dyke, die Hirsch-Terrasse und die Espresso-Bar geöffnet, dort arbeiten einige der einstmals 120 Mitarbeiter. Acht Angestellte sind für Gastronomie, Zimmer, Haus- und Parkpflege übrig geblieben. Azis Ouamer, Assistent der Geschäftsführung, ist zuständig für F & B und spielt das Mädchen für alles. „Letzte Woche haben wir eine Hochzeit mit 145 Gästen ausgerichtet, sogar mit Übernachtungen!“ erzählt er stolz.
"Die Bühlerhöhe wird wieder auferstehen"
Für Schumacher ist es „ganz klar“, dass die Bühlerhöhe wieder im alten Glanz erstrahlen wird. Auf ein Datum aber will er sich nicht festlegen, das 100-jährige Bestehen des einst von der Generalswitwe Herta Isenbart als Offiziers-Genesungsheim erbaute Haus steht kurz bevor. Beim Kauf hatte Martin Ernst versprochen, mithilfe der „weltbesten Hoteldesignern“ aus dem alten Gemäuer ein in Deutschland einmaliges Hotel der internationalen Spitzenklasse mit etwa 100 Zimmern zu schaffen. Offensichtlich ist man bislang über die Architektensuche nicht hinausgekommen.
Dennoch freut sich Schumacher schon heute darauf, dass „eines Tages die Baumaschinen anrollen“. „Die Bühlerhöhe wird wieder aufstehen“, so Schumacher, der sein Herz an das Hotel verloren hat, seit er dort von 1999 bis 2006 Direktor war: „Wer die Bühlerhöhe einmal kennengelernt hat, den lässt sie nicht mehr los“, schwärmt er. „Ihr Geist, die Ruhe, das Quellwasser, der Blick von 800 Metern Höhe ins Rheintal, der Wald, die gute Luft: Das alles hat Zukunft“.




Hans-Hermann Bödeker, Dreieich
20.06.2012 um 11:57
Betreff: Viel Erfog!
Ich kann den Kommmentar von Reto Schumacher nur unterstreichen. Auch mich lässt die Bühlerhöhe nicht mehr los, obwohl es nun schon 21 Jahre her ist, dass ich dieses schöne Haus leiten durfte.