Umfrage
Keine guten Noten für deutsche Chefs
von Christoph Aichele
HAMBURG. Deutschlands Arbeitnehmer geben ihren Vorgesetzten im Durchschnitt gerade einmal ein „ausreichend“. Der Grund: Vorgesetzte erkennen den Einsatz ihrer Mitarbeiter zu wenig an und unterstützen diese nur unzureichend bei den anstehenden Herausforderungen. Das ist das Ergebnis der aktuellen Global Workforce Studie von Kelly Services, bei der 97.000 Personen in 30 Ländern befragt wurden, davon rund 2200 in Deutschland.
Etwa 21 Prozent der Befragten würden dem eigenen Chef ein „mangelhaft“ oder ein „sehr schlecht“ für seine Führungsfähigkeiten geben. Mehr als 50 Prozent der Arbeitnehmer fühlen sich von ihrem Vorgesetzten bei ihrer Tätigkeit nicht ausreichend gefördert, um diese erfolgreich auszuüben. Gerade einmal 27 Prozent der Befragten gaben an, dass der Arbeitgeber ihre Karriere unterstütze.
Zudem war die Hälfte der Befragten der Meinung, dass ihre Bemühungen bei der Arbeit weder erkannt noch honoriert würden. Dabei ist vor allem der letzte Punkt leicht zu beheben: Mitarbeiter, die sich wertgeschätzt fühlen (36 Prozent), gaben an, schon einmal an einem Anerkennungsprogramm teilgenommen (12 Prozent) oder einen Bonus beziehungsweise Leistungsanreize (18 Prozent) erhalten zu haben. Zudem wertschätzten zufriedene Mitarbeiter, dass der Chef ihre Fähigkeiten wahrgenommen habe (65 Prozent).
Laut der Befragung von Kelly Services sind die wichtigsten Merkmale eines guten Chefs der Führungsstil (34 Prozent), loyale Persönlichkeit (19 Prozent) und die Kommunikationsfähigkeit (17 Prozent).

