Preisverleihung
Kofler räumt mit Pret a Diner ab
BERLIN. Es war die Nacht der Palmen: Zum zehnten Mal zeichnete der Leaders Club junge, innovative Gastronomie-Konzepte mit seinen begehrten Awards aus. Siegreich an diesem Abend: Der Catering-Unternehmer und Gastronom Klaus Peter Kofler mit seinem Pop-up-Restaurant Pret a Diner. Das Konzept sorgte bereits in Berlin, Frankfurt und London für Aufsehen. Zurzeit gastiert es in München im Filmcasino am Hofgarten. Den Preis übergab Ehrengast und Hauptsponsor Albert Darboven.
Hohes Risiko
Kofler will Genuss mit allen Sinnen ermöglichen: Hochwertige Küche, bestehend aus zwei ausgewählten Menüs von wechselnden Spitzenköchen in einer gekonnt inszenierten Umgebung und das nur für kurze Zeit. So lauten die Zutaten für sein Erfolgskonzept.
Nach wenigen Tagen werden Tische, Decken, Töpfe eingepackt, und irgendwann taucht das Restaurant irgendwo anders wieder auf. „Das Risiko war schon sehr groß. Die Kosten, so ein Restaurant für eine begrenzte Zeit zu installieren, konnten wir noch kalkulieren, aber was hätten wir gemacht, wenn keiner gekommen wäre“, fragte sich Kofler. „Um so mehr freue ich mich über diesen Erfolg.“ Den erklärt er sich auch mit der künstlichen Verknappung des Angebots. Vor rund 300 geladenen Branchenvertretern in der St.Elisabeth-Kirche in Berlin-Mitte führte das Moderatoren-Duo Vanessa Koch und Tim Mälzer in der beeindruckenden Location humorig und bissig durch den glanzvollen Abend. Die Silberne Palme ging an die Kaffeerösterei Dinzler. Mehr als 15 Mio. Euro hatte Familie Richter direkt an der Autobahn-Ausfahrt Irschenberg in eine Kaffeerösterei mit Café, Espressobar, Konditorei und Restaurant investiert. Dort werden täglich bis zu 4000 Cappuccini mit dem unverzichtbaren Herzen auf dem Schaum ausgeschenkt.. „Dabei sind wir gastronomisch eigentlich noch Amateure“, wunderte sich der Vorstandsvorsitzende Franz Richter. Bronze erhielt Kay Exenberger für seine Werkskantine, eine anspruchsvolle „Rund-um-Versorgungs-Location“, die an die Frankfurter Klassikstadt angeschlossen ist, aber längst nicht nur Oldtimer-Freunde anspricht. Exenberger schmiedet aber schon wieder neue Pläne. „Meine jüngste Idee ist ein im besten Sinne gutbürgerlicher Imbiss mit Gulasch-to-go“, so der Preisträger.
Das Besondere an den Leaders Club Awards: Über die Sieger entscheiden im Laufe des Abends die fachkundigen Gäste: Gastronomen, Industrie- und Pressevertreter. Bei ihrem Urteil mussten sich die drei anderen Nominierten, die Burger-Grillstation Hans im Glück, die innovative „Eisdiele“ Langnese Happiness-Station im Design-Hotel East in Hamburg und das Frankfurter Chez Ima, ein neuer Stil von Hotel-Restaurant im 25Hours by Levis, knapp geschlagen geben. „Zukünftig wollen wir mit einem Leaders Club Fonds noch stärker junge Start-Ups fördern, die über innovative Konzepte, aber wenig Kapital verfügen“, gab Roland Koch, der Präsident des Leaders Club, auch Neues bekannt.
Visionen umsetzen
Emotional verlief die Ehrung der bisherigen Präsidenten der Vereinigung – Thomas Hirschberger, JürgenStrasser, Christoph Strenger und Roland Koch – für ihre Verdienste. Ebenso wie die Laudatio von Gretel Weiß. Die Chefredakteurin und Herausgeberin der Fachzeitschriften food-serviceund FoodService Europe & Middle Eastbetonte die Bedeutung der Awards für die Branche. „Die Palmen sind nicht einfach Trophäen (...). Sie wollen als Botschaften verstanden werden.
Da wird Unternehmen statt Unterlassen ausgezeichnet und das Umsetzen von Visionen statt das Nachbeten von vorhandenen Lösungen“, betonte Weiß. Im Anschluss an die Ehrungen wurde in der Villa Elisabeth getafelt und gefeiert, bevor es für die unermüdlichen Gäste bei der After-Show-Party in der Bar Reingold bis in die frühen Morgenstunden weiterging.

