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Von Mohnkuchen bis Mohnöl: Katharina Bernhard und ihr Chef Björn Sippel zeigen die Produkte, die aus dem geernteten Mohn hergestellt werden direkt im blühenden Mohnfeld Foto: Silke Liebig-Braunholz

Unternehmen

Mit Mohn floriert der Umsatz

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/28 vom 7. Juli 2012
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GERMERODE. „Mit diesem ProduktBezeichnung für am Markt angebotene Wirtschaftsgüter .
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haben wir unseren Markt gefunden“, sagt Björn Sippel. Seit 2010 bewirtschaftet der Wirt landwirtschaftliche Flächen im Naturpark Meißner-Kaufunger Wald für den Mohnanbau. Angefangen hatte er mit 1 Hektar. Heute sind es 19 Flächen und rund 22 Hektar.

Sippels Strategie geht auf, auch weil er ein mutiger Vordenker ist: „Ich habe immer einen Plan im Kopf und ziehe fast alles allein durch“, beschreibt er seine Vorgehensweise. Die Ergebnisse sind beachtlich: 2010, als der Gastronom begann, auf dem ersten Feld anzubauen, war an das diesjährige Ergebnis noch nicht zu denken. Mit den Produkten, die Sippel aus der Ernte gewinnt, und der Vermarktung des Themas hat er den UmsatzWertmäßige Erfassung des Absatzes einer Unternehmung.
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in seinem Gasthaus Meißnerhof in dieser Saison um das 4-fache gesteigert.

Bei Busgruppen gefragt

Bis es soweit war, hat der kreative Gastronom viele Hürden überspringen müssen. Allein die Behördengänge und Genehmigungsverfahren sind beim Anbauen von Mohn vielschichtig – schließlich war der Mohnanbau seit dem zweiten Weltkrieg in den alten Bundesländern verboten, nachdem die Kulturpflanze in das Betäubungsmittelgesetz einbezogen wurde.

Heute stehen morphinarme Mohnsorten wieder zur Verfügung, die allerdings nur mit Genehmigung der Bundesopiumstelle ausgesät werden dürfen. Björn Sippel zieht die Pflanzen zur Aussaat mittlerweile aus seinem eigenen Mohn hoch. Die vielen Flächen benötigt er für Flexibilität und Produktgarantie: Jedes Feld darf nur alle drei Jahre im Frühjahr mit Mohn besät werden. Im August erntet Sippel derzeit etwa 3 Tonnen Mohn, wovon nach der Reinigung allerdings nur noch 2,2 Tonnen für die Verarbeitung zur Verfügung stehen.

Mittlerweile hat sich unter den Gästen des Meißnerhof herumgesprochen, welche Produkte aus der Ernte auf den Tisch kommen. Und es kommen sogar neue Gäste, weil Sippel beispielsweise Planwagenfahrten in die Mohnfelder anbietet oder dort ein Mohncafé aus einem umgebauten Bauwagen gezimmert hat. Fast täglich begrüßt er nun drei Busgruppen, die nur aufgrund seiner Mohnfeldaktivitäten nach Germerode kommen und vor der Fahrt ins Feld zudem im Gasthaus Mittag essen.

„Wir haben genau unser Publikum gefunden. Es sind vor allem ältere Menschen, die Mohn noch aus ihrer Kindheit kennen“, sagt Sippel. Aber auch das jüngere Publikum ist begeistert. Viele Familien unternehmen in der Mohnblütezeit einen Ausflug und genießen im Mohncafé die Mohntorte oder den Mohnkuchen, den der Gastwirt aus einer Mohnschicht und Schmand klassisch produziert.

Doch Sippel würde sich untreu werden, wenn er es bei Kuchen und Torte beließe. So lässt er unter anderem auch eine Schokolade mit Mohn in einer Manufaktur in Erfurt produzieren. Die Mohntrüffel produziert er selbst – so, wie er es in seiner Ausbildung im Hotel Hohenhaus gelernt hat. Für die Ölherstellung nutzt er die eigene Pflanzenölmühle auf dem Gasthaushof. Hier entsteht letztendlich auch das Mehl, das für den Kuchen verwendet wird. Begehrt sind nicht zuletzt seine Pfefferbeißer, die er mit Mohn versetzt und als Carpaccio von Ahler Wurscht mit Mohn an Feldsalat anbietet.

Urlaubssperre in der Saison

Den größeren AufwandDer Einsatz oder die zu erbringende Leistung, um einen bestimmten Nutzen zu erzielen .
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in dieser Zeit meistert der Chef mit seinem kleinen Team von zehn Aushilfen. „Es gibt Urlaubssperre und die Mitarbeiter müssen mehr arbeiten“, sagt er. Beinahe rund um die Uhr wird in dem Gasthaus eine Kreation mit Mohn gewünscht.

Fazit: Der Meißnerhof beweist, wie mühsam es sein kann, neue Zielgruppen zu finden und für einen längeren Gasthausaufenthalt zu begeistern. Letztendlich ist es nur die Konsequenz, mit der Björn Sippel sein Thema umgesetzt hat. Aufwand und ErtragVolkswirtschaftlich gesehen handelt es sich in der Produktionstheorie um die erzeugte Produktionsmenge .
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stehen in diesem Jahr noch nicht vollends im Gleichklang. Für die kommenden Jahre sieht Sippel aber ausreichend Potenzial.

Rund um den Mohn:

In Deutschland wurden 2010 nur rund 70 Hektar Schlafmohn angebaut. Björn Sippel baut heute im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis rund 22 Hektar an. Unterstützt wurde er bei der Umsetzung vom Naturpark Meißner-Kaufunger Wald, der Gemeinde Meißner und dem Kreisbauernverband. Die Blütezeit beginnt Mitte Juni und endet Anfang Juli. Geerntet wird im August.

Jedes Jahr werden verschiedene Produkte aus dem Mohn hergestellt, unter anderem wird das gemahlene Mehl an einige regionale Bäcker verkauft.

Außer den Angeboten im Gasthaus Meißnerhof wurde das Thema Mohnblüte für die Vermarktung der Region genutzt. Mittlerweile gibt es einen Mohnwanderweg, die Aktion „Mahlen im Mohnfeld“, geführte Spaziergänge zu den Mohnfeldern oder Planwagenfahrten von Feld zu Feld. Mehr Info unter: www.meissnerhof.de

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