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Prizotel, Klappe, die vierte: Hotelier Marco Nussbaum (rechts) setzt beim Video-Marketing auf die Unterstützung eines professionellen Filmteams Foto: Hotel

Marketing

Mit Videos Emotionen wecken

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2011/44 vom 29. Oktober 2011
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STUTTGART. Aus den sozialen Netzwerken sind sie nicht mehr wegzudenken: Hotelvideos. Sie machen es für potenzielle Gäste einfach, sich schon vor ihrem ersten Besuch ein Bild vom jeweiligen Hotel oder Restaurant zu machen. Aber Achtung: Aneinandergereihte bewegte Bildersequenzen leerer Zimmer, Restaurants und Tagungsräume, die auf manchen Onlineportalen als Hotelvideo verkauft werden, locken niemanden. Vielmehr gilt: Wer auffallen will, muss sich was einfallen lassen.
Teil der Strategie

Authentizität ist dabei das A und O – echte Menschen vom Hotelchef bis zum Mitarbeiter. Denn nur sie geben jedem Hotelvideo die persönliche Note und sorgen für Vertrauen. „Zeigt, wer ihr seid, zeigt reale Gesichter“, rät Adam Wallace, Director of Digital im Roger Smith Hotel. Das New Yorker Haus gilt als Vorreiter im Videomarketing. Bereits 2006 startete das Hotelteam mit einem Videoblog. Das Konzept: Die Geschichten hinter dem Hotel und seinen Mitarbeitern. Denn: „Die Mitarbeiter sind zugleich auch die Markenbotschafter des Hauses“, so Wallace.

„Videos wecken Emotionen“, weiß der Online-Marketing-Berater Thomas Hendele von Some Communications in Brühl. „Und gerade für die Wahl eines Hotels zählen Emotionen mehr, als bloße Fakten. Bei Reiseentscheidungen dominiert der Bauch vor dem Kopf.“

Gekonnt die Klaviatur der Emotionen bedient auch das Prizotel in Bremen. Was 2008 als Video-Kampagne zur Promotion des Hotelstarts begann, etablierte sich schließlich als Videoblog auf der Prizotel-Website. Hotelier Marco Nussbaum informiert hier heute nicht mehr nur über die Vorzüge seines Hauses, sondern auch über kritische Themen wie Bewertungsportale, Kreditkartensicherheit oder Matratzenhygiene. „Das Aufgreifen von Tabu-Themen ist zugleich Teil unserer Differenzierungsstrategie“, erläutert er. Das Prizotel zeigt per , was es von anderen Hotels unterscheidet. Verbesserungen des eigenen Hotelprodukts werden ebenfalls auf diesem Weg kommuniziert. „Das zeigt unseren Gästen, dass wir ihre Meinung ernst nehmen und darauf reagieren“, so Nussbaum. Gleichwohl sei es falsch zu denken, dass man ein Video ins Internet stellt und Millionen Menschen klicken es an. „Es braucht zudem eine gute Vermarktung und einen Plan“, so der Bremer Hotelier (Tipps siehe Kasten).

Für seine Videodrehs setzt das Prizotel auf die professionelle Unterstütztung eines Filmteams. Nussbaum: „Ideen für die Bewegtbild-Episoden erarbeiten wir zusammen, Drehbuch- und -plan liegen dann ganz in der Hand der Profis.“ Zahlen will der Hotelier keine nennen – nur: „Die Kosten rechnen sich im Vergleich zu einer Printkampagne.“

Dass es auch in Eigenregie möglich ist, weiß Thomas Hendele: „Selbst ist der Hotelier“, sagt er. Allerdings hänge das auch von der Zielgruppe ab. Ein 5-Sterne-Hotel sei mit einem professionell gedrehten Imagefilm besser bedient, ein kleineres Haus könne auch mit einer Flipcam tolle Ergebnisse erzielen. Hoteliers, die ihre Videos selbst drehen und im Internet hochladen wollen, empfiehlt Hendele: „Verwenden sie als Videoformat möglichst MPEG-2 oder MPEG-4 und eine Auflösung von mindestens 640 x 360 Pixel (16:9) beziehungsweise 480 x 360 Pixel (4:3).“ Außerdem: Die Bildrate pro Sekunde sollte mindestens 30 betragen, die Videodauer bei zwei bis drei Minuten liegen und die Dateigröße der Aufnahme 1 Gigabyte nicht überschreiten.
Budget ist nicht alles

Adam Wallace bestätigt: „Es ist nicht das Geld, das man investiert, sondern wie man die Tools nutzt.“ Das Roger Smith Hotel stellt es clever an und holt sich junge Filmschaffende von Filmschulen ins Haus. Diese dürfen die Hotelräume für Filmdrehs nutzen. Praktischer Nebeneffekt: Die entstandenen Kurzfilme kann das Haus wiederum zur eigenen Vermarktung nutzen.

„Die Herausforderung besteht darin, Dinge auszuprobieren und zu schauen, wie sie ankommen“, sagt Nussbaum. Das Bremer Hotel hat gerade ein neues Konzept für die künftigen Videos erarbeitet. „Prizeotel.tv soll kein visueller Newsletter mehr sein“, verrät Nussbaum. „Die neue Generation wird mit dem Weihnachtsvideo starten.“

www.prizeotel.com

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