Tourismus
Nordafrika büßt kräftig ein
STUTTGART. Die großen Touristikkonzerne melden Zuwächse bei den Buchungszahlen. Damit bestätigen sich Prognosen, die Anbieter wie Tui, Rewe Touristik und Thomas Cook bereits zur ITB in Berlin machten (AHGZ vom 21. März). Doch wie heißen die Gewinner und Verlierer beim Auslandsgeschäft?
Minusmacher bei Tui sind Ägypten und Tunesien, die bis heute unter den Folgen der Unruhen leiden. „Es war richtig, frühzeitig die Kapazitäten zu reduzieren“, so CEO Volker Böttcher. Bei Rewe-Touristik (Jahn-Reisen, ITS, Tjaereborg) liegen die Buchungen für Tunesien eigenen Angaben zufolge um 40 Prozent unter denen des Vorjahres, für Ägypten um etwa 35 Prozent.
Auch Thomas Cook mit seiner Deutschlandmarke Neckermann meldet rückläufiges Interesse an den beiden nordafrikanischen Ländern. Der Konzern profitiert jedoch von der Krise: Vor einem Jahr hatte Thomas Cook den Türkeireise-Veranstalter Öger Tours gekauft, dessen Destination voll im Trend liegt. Ähnlich ist das bei Rewe. „Klare Gewinner sind die Türkei mit 31 Prozent und Bulgarien mit 19 Prozent“, so das Fazit von Rewe-Touristik-Chef Sören Hartmann. Auch bei Tui liegt die Türkei mit einem Plus von 19 Prozent vorn, gefolgt von den Balearen (+16%).
Unterdessen meldet Aldiana, neben Club Med und Robinson Club einer der großen europäischen Ferienclubs, steigende Nachfrage – auch in Tunesien. „Extrem gut ist die Buchungslage in Spanien, in der Türkei, in Tunesien sowie auf Zypern“, so Aldiana-Chef Peter Wennel. Kleine Einschränkung: Angesichts der Lage in dem Land hatte Aldiana neue, niedrigere Planzahlen aufgestellt, die nun also bis zum Ende der Sommersaison übertroffen werden sollen.

