Fünf Fragen an
Oliver Winter
1. In der Nähe zum Karlsruher Hauptbahnhof gibt es bereits ein Ibis Hotel, die Zukunft des Schlosshotels ist nach dem Verkauf ungewiss. Wie beurteilen Sie die Konkurrenzsituation am neuen A&O-Standort?
Mit Ibis und MotelBeherbergungsbetrieb, der mit einem Hotel zu vergleichen ist, jedoch in der Regel über kein Restaurant verfügt.
weiter mit Mausklick... One müssen wir uns messen lassen. Wir versuchen von vornherein, eine andere Gäste-Klientel anzusprechen. Bei der ZielgruppeEine von der Marketingabteilung oder vom Unternehmer festgelegte Auswahl von Marktteilnehmern, an die sich ein Angebot oder eine Maßnahme richtet .
weiter mit Mausklick... Familien sehen wir uns konkurrenzlos. Denn Familienzimmer hat unser Wettbewerb nicht. Und genauso verhält es sich im Gruppengeschäft. Wir sind eine der wenigen Ketten, die im Budget-Bereich Seminarräume haben. Und wir bieten warmes Abendessen. Das kann von den Budget-Mitbewerbern auch keiner.
2. Was halten Sie von dem Vorhaben der Inter Ikea, die mit Budget-Design-Hotels und Studentenwohnheimen auf den Markt kommen will?
Zum einen ist das immer eine Frage des Standorts. Unsere Lagen am Hauptbahnhof sind immer sehr gut, so wie hier in Karlsruhe. Ich glaube nicht, dass solche Lagen reproduzierbar sind. Und zum anderen: Wir haben selbst mit Ikea-Möbeln angefangen. Wenn die sich damit ausstatten, gebe ich ihnen zwei Wochen. Aber es gibt ja so viele. Unister mit Travel 24, Holiday Inn Express, Hampton by Hilton – es gibt keinen Großen, der nicht ein 2-Sterne-ProduktBezeichnung für am Markt angebotene Wirtschaftsgüter .
weiter mit Mausklick... aufmacht. Das ist wirklich ein Haifischbecken. Und sicher nicht das Ende, da kommen bestimmt noch mehr. Travelodge ist hier noch nicht auf dem Markt. Meininger geht seit Jahren mehr in Richtung Hotellerie. Wir bleiben im Kern wirklich beim Hostelgeschäft und gehen der Konkurrenz
weiter mit Mausklick... damit relativ früh aus dem Weg.
3. Der neue Hausleiter im A&O Hotel & Hostel Karlsruhe war über ein Jahr lang Rezeptionsleiter am Standort Dortmund. Wie setzt sich das PersonalIn der Hotellerie und Gastronomie haben diese durch den Kontakt zu den Gästen einen wesentlichen Einfluss auf die vom Gast wahrgenommene Dienstleistungsqualität.
weiter mit Mausklick... im Karlsruher Haus zusammen? Wurden auch Mitarbeiter des ehemaligen Residenz-Hotels übernommen?
Die wenigsten. Der vorherige Betreiber hat einige Mitarbeiter übernommen, der hat ja noch zwei weitere Hotels in Karlsruhe. Einige haben wir übernommen, und einige haben sich auch etwas anderes gesucht. Die meisten haben wir aber neu eingestellt oder von anderen Standorten mitgebracht.
4. Wie sehen Ihre Expansionspläne aus?
Nächstes Jahr machen wir drei Standorte auf, davon einen in Deutschland, in Frankfurt mit 900 Betten. In Wien wird ein zweites Haus mit 1000 Betten am neuen Hauptbahnhof eröffnen und in Graz wird es ein Haus mit 400 Betten geben. In 2014 wollen wir in Innsbruck und in Venedig eröffnen. Das steht schon fest.
5. Der Geschäftsklimaindex sinkt, die Konjunktur verliert langsam an Fahrt. Die Nettoumsätze der großen deutschen Hotelgesellschaften wuchsen im Jahr 2011 deutlich schwächer zu als im Jahr 2010. Wie haben sich die Umsätze im ersten Halbjahr 2012 bei den A&O Hotels & Hostels entwickelt?
Für uns ist es seit Jahren so: Je mehr Krise ist, desto besser geht es uns. Da sind wir wirklich die Gewinner der Krise. Bei uns haben sich die Umsätze gut entwickelt. Die Bestandshäuser liegen rund 4 bis 5 Prozent im Plus. Und die neuen Häuser müssen natürlich erst einmal wachsen.
Die Fragen stellte Melanie Lechner

