Anzeige

Gesucht: Diese Person soll sich unmittelbar vor dem Unglück in der Nähe des abgefeuerten Feuerwerkkörpers aufgehalten haben

© Polizeipräsidium Recklinghausen

Nach Silvesterunglück im Landhotel Jammertal

Polizei und Hoteldirektion suchen nach Hinweisen

11. Januar 2016

DATTELN/RECKLINGHAUSEN. Nach dem Unglück in der Silvesternacht suchen das Landhotel Jammertal und die Polizei nun den Täter. Zu den Neujahrsfeierlichkeiten in dem Hotel wurde nach Ende des offiziell veranstalteten Silvesterfeuerwerks von einer bisher unbekannten Person ein in Osteuropa vertriebener Feuerwerkskörper abgefeuert. Dieser geriet außer Kontrolle und verletzte mehrere Gäste sowie Hotelangestellte zum Teil schwer.

Anhand von Zeugenaussagen hat die Polizei nun ein Phantombild einer männlichen Person mittleren Alters erstellt und veröffentlicht. Diese Person soll sich unmittelbar vor der Tat in der Nähe des abgefeuerten Feuerwerkkörpers aufgehalten haben. Es könnte sich bei dieser Person auch um einen wichtigen Zeugen handeln.

Die Staatsanwaltschaft Bochum hat eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ermittlung des Verursachers führen. Über die Zuerkennung und Erteilung der Belohnung wird unter Ausschluss des Rechtsweges nach Maßgabe der Bedeutung des Hinweises entschieden und gilt ausschließlich für Privatpersonen und ist nicht für Beamte bestimmt, deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen beinhaltet. Die Hoteldirektion des Landhotels Jammertal hat zudem eigenständig eine Belohnung in Höhe von 2000 Euro für Hinweise, die zur Ermittlung des Verursachers führen, ausgesetzt. Hinweise nimmt die Ermittlungskommission unter Tel. 08002361550 entgegen.

Die Vorgeschichte: Das traditionelle Silvesterfeuerwerk im WellnessEigenständiges Wort, das in der englischen Sprache seit mindestens 350 Jahren existiert und sich nicht - wie immer wieder behauptet - aus den Begriffen "wellbeing"und "fitness"zusammensetzt.
weiter mit Mausklick...
-Hotel Jammertal war gerade beendet, die Gäste in bester Stimmung, dann das jähe Ende der ausgelassenen Feier: ein illegaler Feuerwerkskörper gerät außer Kontrolle und rast in geringer Höhe in die etwa 350 Zuschauer. Mindestens 15 Personen wurden so schwer verletzt, dass sie in Krankenhäusern behandelt werden mussten. Am schwersten betroffen war eine Mitarbeiterin des Hotels: In einer Notoperation musste der jungen Frau ein Fuß amputiert werden. „Insgesamt wurden neun Mitarbeiter unseres Teams verletzt“, erklärt erkennbar angespannt der Direktor des Hauses, Bernd Kreitz. „Unser Feuerwerk wird seit Jahren von erfahrenen Profis durchgeführt“ stellt Kreitz gegenüber der AHGZ klar, „wir gehen deshalb nach wie vor davon aus, dass ein von Zuschauern mitgebrachter Feuerwerkskörper den verursacht hat“.

Eine Sonderkommission mit Beteiligung des Landeskriminalamts untersucht unterdessen den Unglückshergang. Zum Stand der Ermittlungen will und kann der Direktor zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen. „Noch während unsere schwerverletzte Mitarbeiterin von den Sanitätern versorgt wurde, wurde ich von Journalisten einer bekannten Boulevard-Zeitung ‚bedrängt‘, Erklärungen zur Schuldfrage abzugeben“ so Kreitz. Das betrifft auch die in einigen Presse-Artikeln geäußerte Meinung, dass „den Nicht-Hotelgästen unter den Zuschauern das Mitbringen und Aufstellen von eigenen Feuerwerkskörpern erlaubt gewesen sei“. Unbestritten, so der Hoteldirektor, ist, dass auch fremde Personen, z.B. Besucher des benachbarten Campingplatzes, unter den Zuschauern waren. „Natürlich gibt es keine Beschränkungen, letztlich kann jeder der möchte unser Feuerwerk beobachten“, führt Bernd Kreitz aus. „Bei dem weitläufigen Hotel- und Parkplatzgelände wären Zugangskontrollen ohnedies unmöglich.“

Vor der endgültigen Klärung der Schuldfrage durch die ermittelnden Behörden wird es vonseiten des Hotelbetreibers keine Erklärungen oder Schuldzuweisungen geben, schon um unberechtigten Forderungen keinen Raum zu geben. Unangenehm berührt zeigt sich Bernd Kreitz davon, dass „wir erste Schadenersatzforderungen von Gästen wegen ‚der vorzeitigen Beendigung der Feierlichkeiten‘ haben“. Mitgefühl mit Verletzten und Betroffenen sieht anders aus. red/Peter Sobanski/rk


ThemenalarmKommentierenDrucken
Auch interessant

Köln sorgt sich ums Image

Köln. Die Vorfreude auf eine unbeschwerte Zeit in der Domstadt wurde vielen Reisenden durch das Grauen in der Silvesternacht verdorben. Und auch in der Stadt brodelt es noch. Vor den närrischen mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

Weitere Artikel zu den Themen:

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel

Anzeige