Buchungsportale

Initiative: 38 Hoteliers in Regensburg haben ihr eigenes Portal ins Leben gerufen

© Screenshot AHGZ

Portal-Boykott

Regensburger Hoteliers hatten mit Schlimmerem gerechnet

16. Oktober 2013
 Raphaela Kwidzinski

. Einige der Regensburger Hoteliers haben durch ihren Portal-Boykott zwar Verluste gemacht. Immerhin sind aber insgesamt gut 14.000 Euro an eingesparten zusammen gekommen, die nun für soziale Projekt der Stadt gespendet werden. „Das zeigt ja, dass unsere Zimmer nicht ganz leer waren“, sagt , Sprecherin der Initiative, der AHGZ.

Für den Zeitraum Ende September hatten 38 Regensburger Hoteliers zehn Tage lang komplett auf fremde Vertriebskanäle verzichtet, um ein Zeichen gegen deren hohe Provisionen zu setzen. Die Gäste sollten stattdessen per E-Mail, per Telefon, über die hoteleigene Website oder über das gemeinsame Portal www.hotels-in-regensburg.com buchen, das die Hoteliers bereits im Dezember 2012 gegründet hatten.

Buchungszahlen sind unterschiedlich

Die gemeinsame Seite verzeichnete während des Boykotts einen deutlichen Anstieg an Traffic. Gebucht haben die meisten Gäste dann jedoch bei den Hotels selbst, auf deren Websites, zu denen das gemeinsame Portal verlinkt. „Zum Teil ist uns das sogar lieber, wenn die Leute anrufen, weil manche Zimmerkategorien ja auch etwas Erklärungsbedarf haben“, sagt Kathrin Fuchshuber. Zum Beispiel, wenn direkt vor dem Hotel keine Parkplätze zur Verfügung stehen.

Einige Hotels haben während des Boykotts dennoch weniger Übernachtungen gehabt. Die Einbußen lagen bei bis zu minus 20 Prozent. Andere hatten hingegen ein Plus von 5 Prozent. Fuchshuber verzeichnete in ihren eigenen Hotels Münchner Hof und Blauer Turm ein Minus von 10 Prozent. „Wir sehen es aber positiv, weil wir mit viel Schlimmerem gerechnet hatten“, sagt die Hotelchefin.

"Sich im Web eigenständig positionieren"

Sie sieht die Initiative auf dem richtigen Weg, auch wenn sie in Fachkreisen aus anderen Städten zum Teil Kritik geerntet hat. „Wer es jetzt nicht schafft, sich im Web auf eine eigenständige Weise zu positionieren, der wird in fünf bis zehn Jahren von anderen Vertriebskanälen überrollt und fremdbestimmt werden“, ist sie überzeugt.


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Leser-Kommentare zum Artikel (5)

georg mende, frankfurt
georg mende, frankfurt

17.10.2013 um 23:11

Betreff: Portale und Eigenvermarktung

Wie schön, dass man wieder einmal von Eigenvermarktung spricht und die Betonung liegt hier auf Vermarktung. Was hier ein Portal aus Sassnitz vor hat welches Nichtmal unter den ersten 10 Seiten zu finden ist seinen Kollegen aber 200 bis 300 Euro berechnen will und dann auch noch glaubt, dass das Portal so intelligent ist und die Vermarktung für sich selbst übernimmt. Liebe Hoteliers und Kollegen wer hier bereit ist 200 bis 300 Euro auszugeben und dann auch noch ohne andere Vertriebskanäle zu kennen oder die verschiedenen Vertriebsstrategien und deren Prozesse zu kennen der sollte sein Geld besser behalten. Und hier Eigenwerbung zu betreiben weil man bei Google nicht gefunden wird ist auch nicht besonders.

Wir betreiben mit unserem Mutterunternehmen seit 30 Jahren internationalen Vertrieb für Forschung und Technik uw. . Und wir wissen aus Erfahrung das es nicht ohne den unermüdlichen Einsatz von Manpower geht.

Georg Mende

Sebastian Kessel, Düsseldorf
Sebastian Kessel, Düsseldorf

17.10.2013 um 12:32

Betreff: TripConnect

Herr Seidel,

anstatt hier Werbung in eigener Sache zu machen für eine Webseite, die bei einer Hotelsuche auf Google, wenn überhaupt, auf Seite 5 auftaucht, hilft es, sich im Markt umzusehen. TripAdvisor hat mit TripConnect eine Möglichkeit für kleine Hotels geschaffen, das eigene Angebot an einen weltweiten Gästepool zu kommunizieren. Möglicherweise wäre das eine gute Möglichkeit, Mehr Direktbuchungen zu generieren ohne auf die Mund-zu-Mund Propaganda örtlicher Kegelclubs angewiesen zu sein. Und ja, ich weiss auch dass sich der Kundenkreis Ihrer Seite nicht auf Kegelclubs beschränkt. Aber es verdeutlicht die Message der Seite.

Und wenn Sie in irgendeiner Stadt nach Hotels suchen, wird TripAdvisor IMMER die erste Google-Seite füllen. (So werden Hotels inzwischen gesucht und gefunden) Da wird Ihre Seite nie landen. Also, finden Sie sich besser mit den veränderten Gegebenheiten ab anstatt mit unzeitgemäßen Methoden Ihr Geld und das Ihrer Kollegen zu verschwenden.

Helmut Scharfenort, Berlin
Helmut Scharfenort, Berlin

17.10.2013 um 11:51

Betreff: Dafür arbeiten Journalisten nicht!

Hallo Herr Heidel,
ich denke, dass jede gute Idee, welches die Unabhängigkeit der Hotels unterstützt, das Recht hat an die Öffentlichkeit zu treten. Sie erwähnen Ihr Portal, in den Leserkommentaren der AHGZ, aber nicht nur in einem oder zwei Sätze, was ich persönlich noch als legitim ansehen würde, sondern Sie missbrauchen die mühevolle Arbeit eines Journalisten, um Ihr Portal zu bewerben bzw. hervorzuheben. Das finde ich nicht besondern respektvoll.
?oder glauben Sie das Frau Raphaela Kwindzinski den Artikel als Plattform für Ihr Portal geschrieben hat.

Respektieren Sie doch bitte die Arbeit der Mitarbeiter der AHGZ.

Gruß Helmut Scharfenort
HSCHARF-Hotellösungen

Wolfgang Heidel, Sassnitz
Wolfgang Heidel, Sassnitz

16.10.2013 um 20:56

Betreff: Neue Wege

Das ist genau die Kunst den Weg zu finden, um auf der einen Seite als Hotel eigenständig zu sein und den Direktvertrieb wieder zu stärken, aber auf der anderen Seite auch die nötige Stärke im Onlinevertrieb zu beweisen, die wiederum als einziges Hotel oder als kleine regionale Gruppe schwer zu bewerkstelligen ist. Hier setzt die neue Hoteliergemeinschaft des Onlineportals www.reise-10.de an: Angeschlossene Hotels profitieren hier vom direkten Kontakt zum Gast ohne dass teure Provisionen an ein Buchungsportal zu bezahlen sind und werden mithilfe des Portals einfacher gefunden. Die Gäste profitieren ihrerseits, weil das Hotel die eingesparten Provisionen in Form eines 10 % Rabattes weitergibt. Das ist einkalkulierbar für das Hotel und macht es attraktiv für den Gast, den direkten Weg über das Hotel zu gehen. Mithilfe der angegliederten Buchungsmaske kann der Hotelier aber auch seine Verfügbarkeiten und aktuellen Preise direkt buchbar machen. Mit dem Unterschied zu den herkömmlichen Portalen aber, dass die Buchung hier direkt an sein Hotel geht!
Das hat jetzt schon über 1000 Hotels überzeugt mitzumachen! Die Seite ist eine private Initiative von mir da ich eben auch von der Buchungsportal Allmacht genervt war, sowie von der allgemeinen Untätigkeit der Verbände bezüglich der Situation.
Bislang wurde das ganze Projekt vorfinanziert, aber ab dem 31.Oktober wird die kostenlose Testphase (kostenlose und unverbindliche Aufnahme der Mitgliederhotels für 2 Jahre) auslaufen und ein jährlicher Unkostenbeitrag von 200,- bis 300,- je nach Hotelgröße erhoben.
Insofern ist es empfehlenswert für interessierte Hoteliers sich jetzt noch kostenlos anzumelden.

Helmut Scharfenort, Berlin
Helmut Scharfenort, Berlin

16.10.2013 um 13:21

Betreff: Haben diese 20% einen Wert?

20% Einbußen sehen auf den ersten Blick schlimm aus und viele Hoteliers werden sich sicherlich bestätigt fühlen, dass diese Aktion sinnlos war. Häufig handelt es sich aber um dieselben Hoteliers, die selber keine Lösung haben, aber viel klagen.
Wenn aber die angereisten Gäste über den Direktvertrieb erreicht wurden, genau ihre Erwartungen erfüllt bekamen und deshalb wieder kommen oder das Hotel weiterempfehlen, sind diese Gäste mehr Wert und nachhaltiger als, die 20% Einbuße, die man aufgrund einer Best Preis Garantie über ein anonymes Portal gewonnen hätte.
Die Hotellerie möchte vieles verändern: Höhere Zimmerpreise, weniger Portalabhängigkeit, geringere Personalfluktuation. Jedoch wollen die wenigsten sich aus ihrer Komfortzone bequemen.
Das Problem ist nur, dass es für kleine Veränderungen inzwischen zu spät ist. Vor ca. 10 Jahren hätte man noch gegensteuern können, aber inzwischen sind die Zimmerpreise bereits zu weit in den Keller, die Portalabhängigkeit zu immens und der Mangel an fähigen Mitarbeitern zu groß.
Auch wenn es eine riesige Herausforderung ist, aber nur eine große Veränderung in der Denkweise, Imageaufstellung und Preisstrategie kann der Hotellerie noch helfen. Solche Veränderungen gehen aber immer einher mit Brüchen und zeitweiligen Verlusten und davor haben die meisten Menschen (Hoteliers) Angst. Wir wollen zwar, dass sich vieles verändert, aber nur wenn wir uns nicht verändern müssen. Das wird nicht klappen.