Buchungsportale

Protestaktion: Die Regensburger Hoteliers wollen 10 Tage lang Zimmer ohne große Portale füllen

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Regensburger Hoteliers verzichten 10 Tage auf große Portale

29. Juli 2013
 Raphaela Kwidzinski

REGENSBURG. Hohe und die Ratenparität machen den Hoteliers weiter zu schaffen. 38 Hoteliers in Regensburg wollen ein Zeichen setzen. Ende September wollen  sie 10 Tage lang kein Zimmer auf die großen anbieten. Stattdessen wollen die Hotels nur über das gemeinsame, im Dezember ins Leben gerufene Portal www.hotels-in-regensburg.com sowie über die hoteleigenen Websites vermarkten. Die eingesparten Provisionen wollen sie – als öffentliches Zeichen – an soziale Projekte in der Stadt spenden.

„Wir wollen nicht, dass diese Portale unseren Vertrieb komplett übernehmen, sondern mit einem eigenständigen Vertriebskanal dagegenhalten“, sagt , Inhaberin des Hotels Münchner Hof und des Hotels Blauer Turm. Daher hatten sich die Regensburger Hotels schon Ende 2012 zusammengeschlossen und das eigene Portal gestartet. Dieses funktioniert ohne Provisionen und kostet die einzelnen Hotels nur einen Mitgliedsbeitrag.

„Wir wollen keinen Krieg mit den Buchungsportalen, sondern nur unsere unternehmerische Freiheit“, sagt Martin Stadtmüller vom Hansa-Apart-Hotel. „Vor allem wollen wir für unsere Gäste auch in Zukunft faire Angebote darstellen können, denn letztendlich zahlt der Gast indirekt die Provisionen mit.“ Außerdem sollen die Gäste aufgeklärt werden. „Viele wissen das gar nicht, dass das Hotel so viel ProvisionVergütung für die erfolgreiche Vermittlung einer Reiseleistung eines Reiseveranstalters oder eines Einzelleistungsträgers durch den Reisemittler.
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zahlen muss“, fügt Stadtmüller hinzu. Mit der Aktion wollen die Regensburger Hoteliers auch ihren Kollegen in anderen Städten Mut machen. „Traut euch, schließt euch zusammen“, sagt Ralph Schleupner vom Hotel Central.

Die Ratenparität, wie sie Portale wie , und verlangen, ist nicht nur bei den Regensburgern umstritten. Das prüft die Klausel derzeit und hat in der vergangenen Woche eine zweite Abmahnung an HRS geschickt. Auch die Kartellbenhörden anderer europäischer Länder wie Österreich, Frankreich und der Schweiz, müssen sich derzeit auf Druck der Hoteliers mit der Ratenparität beschäftigen.


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Leser-Kommentare zum Artikel (8)

Roger Taiber, Pentling
Roger Taiber, Pentling

19.06.2014 um 10:49

Betreff: Da wird schon viel gejammert

...es geht hier darum, dass im Endeffekt mehr gejammert wird bei den Hotels, als wirklich etwa unternommen. Man sieht es auch am Beispiel Regensburg. Dies liese sich in wenigen Tagen von Buchungsportalen kopieren, dann wäre wieder Gleichstand hergestellt. Ideen sind notwendig - und ein persönlicher Einsatz...

Christian Binz, Mannheim
Christian Binz, Mannheim

07.08.2013 um 09:53

Betreff: Buchungsportale

Eigentlich ist doch alles ganz einfach! Wichtig ist zuallererst, die Bestpreisklausel muss definitiv fallen. Und jetzt zahlt der Gast die Provision!! Denn, den günstigsten Zimmerpreis gibt es immer auf der eigenen Homepage, oder eben bei Direktkontakt über Telefon oder Mail! Der Preis auf den Buchungsportalen muss mindestens 10% höher sein. Und das muss natürlich bei jeder Möglichkeit mitgeteilt werden. Auf der eigenen, bitte gut gestaltete Homepage, an der Rezeption, im Hotelzimmer, als Aufdruck auf der Rechnung, usw.
All das, wird bei uns im Haus bereits praktiziert. Ich behaupte, es geht nur so!

Torsten Neumaier, Berlin
Torsten Neumaier, Berlin

05.08.2013 um 15:17

Betreff: @herr heidel

Natürlich sollen Sie nicht alles so lassen. Die Hotels sollen aber im Markt erst einmal ankommen. Die Allmacht von HRS & booking.com wird doch auch gerade erschüttert. Die Hotels werden wohl die Ratenparität erhalten, andererseits greift Google gerade massiv ein. In beiden Fällen wissen viele Hotels nicht, welche Auswirkungen das wirklich hat. Die Portale jedenfalls schichten längst ihre Werbebudgets um und akzeptieren, dass Google als Marktführer der Suchmaschinen mitspielen will, klammern an Besitzständen und kaufen selbst nützliche Firmen in rasantem Maße zu.

Hamburg hat Ende der 80er die Tourismuszentrale gegründet (heute Hamburg Tourismus GmbH). Ein halbstädtisches Unternehmen, was den eigenen Tourismus fördern wollte. Das haben sie auch gut geschafft und die schöne Hansestadt als Plattform gut pushen können. Unabhängig von den anderen Portalen ist aber kein Hamburger Haus geworden... Warum auch? Sie erreichen mit 15% Provision eine weltweite Beachtung, die ein Verkäufer im Firmenwagen nie erreichen könnte. Sie müssen es nur richtig nutzen.
Andererseits sollte jedes Hotel sich mal bei Google selbst um die professionelle Eintragung kümmern und seine Internetseite attraktiv gestalten. Vor allem aber nutzbar!

Ich wünsche Regensburg alles Gute, aber glaube nicht an eine Durchschlagskraft.
Wer vor zwanzig Jahren seinen Verkäufer in die anderen Hotels schickte, damit er dort Namen der Reisebusse und Tagungsgäste abschreiben sollte, der ist ebenso vertriebsfern wie jemand, der heute über HRS meckert und dort nur über den Preis verkaufen will.

Ein Internal Branding schaffen und es auch nach außen leben, ein richtiges CRM implementieren, Bewertungen nutzen, Emotionen schaffen und verbreiten, die Zielgruppe für den notwendigen Preis finden und dann den Vertrieb auf den richtigen Wegen fördern...

HRS wird ein Hotel nie allein füllen können. Das wäre zu schön. 100% Belegung bei exakt 15% Kosten. Verkäufer kann gespart werden, Auto auch. Reduzierung der Kosten hausintern und fertig. Günstiger könnten sie das Haus nicht füllen ;)

Nur solange das nicht klappt und der Tourist in den USA, in Frankreich oder in Wanne-Eickel nicht weiß, das es:www.hotels-in-regensburg.com gibt, müssen die Vertriebswege schon etwas optimaler gestaltet werden.
Also: Gestalten Sie mit!

Wolfgang Heidel, Sassnitz
Wolfgang Heidel, Sassnitz

04.08.2013 um 13:53

Betreff: nicht schon wieder!

Liebe Frau Idel, wenn ich Sie richtig verstehe, soll alles so bleiben wie es ist, wir brauchen ja nur zu warten bis sich die 2 großen Portale HRS und Booking zusammenschliessen oder noch einfacher "ABSPRECHEN" und einfach mal die Provision auf 30 % erhöhen...was machen Sie dann? was heisst den aussichtslose Projekte? Wenn sich nicht bald etwas in Richtung EIGENVERMARKTUNG der Hoteliers tut, werden wir diese Untätigkeit sehr teuer bezahlen. Ich habe den Anfang gemacht und Reise-10.de gegründet. 780 Hotels sind bereits Mitglied und ich bin sicher es wird funktionieren, es müssen nur alle zusammenhalten. Gruß von der Insel Rügen, Wolfgang Heidel

Vanessa Idel, Bad Kissingen
Vanessa Idel, Bad Kissingen

02.08.2013 um 13:39

Betreff: Nicht schon wieder...

Wann lernen all diese Hoteliers endlich mal, in der Gegenwart anzukommen und zukunftsorientiert zu denken? Was hat denn der Unsinn mit der HRS-freien Woche letztes Jahr gebracht? Genau, nichts! Außer weniger Umsatz für die betreffenden Hotels und dem wenig hilfreichen Image, dass es eine große Anzahl Hoteliers gibt, die sich wie im Kindergarten schmollend und verweigernd gebärden, wenn sie nicht kriegen, was sie wollen. Am Schluss haben sie erwartungsgemäß trotzdem den Kürzeren gezogen.

Die Idee mit der eigenen Seite für Regensburg und dem Direktvertrieb klingt ja ganz wunderhübsch und sogar ein bisschen nach rosarotem Sonnenuntergang. Aber die Distributionswelt funktioniert so leider nicht und der Hochgeschwindigkeitszug in Richtung Onlinedistribution ist in Form der großen Portale leider schon seit ein paar Jahren abgefahren. Das in den Branchenmedien beträchtlich gepushte Projekt Hotelnex kommt ja auch nicht aus den Puschen. Das sollte eigentlich zu denken geben. Glauben diese Hoteliers allen Ernstes, sie könnten mit sowas auch nur annähernd die Reichweite von HRS, Booking usw. erreichen?

Spenden an wohltätige Institutionen sind eine tolle Sache. Vielleicht wäre es hier aber sinnvoller, das Geld z.B. in google ads zu stecken? Wie soll denn der potentiell Reisende überhaupt auf die Seiten aufmerksam werden? Wissen die Beteiligten überhaupt, was google ads sind? Wenn ich richtig in Erinnerung habe, hieß es vor einigen Monaten, dass Booking ca. eine Milliarde US Dollar in Google ads usw steckt. Viel Spaß beim Sparen..

Wie Herr Neumaier oft so treffend erläutert, ist es ein bedauernswertes Schauspiel, das man sich auf Hoteliers-Versammlungen ansehen muss, wenn geballte Ahnungslosigkeit mit großem Ego, blindem Aktionismus und Beratungsresistenz einher geht.

Nochmal mein heißer, selbst erfolgreich praktizierter Tipp, den ich hier schon öfter hinterließ: Lernen Sie, die Portale für sich zu nutzen und sparen Sie sich die Zeit und unnötige Ausgaben bei unbedeutenden Nischenportalen und aussichtslosen Projekten, bei denen der Ausblick auf return of investment gleich null ist.

Torsten Neumaier, Berlin
Torsten Neumaier, Berlin

01.08.2013 um 13:49

Betreff: Einigkeit zählt...

Solange sich Hotels die vorhandenen Gäste gegenseitig mit immer neuen Sonderpreisen abjagen, wird sich kein eigenes Portal etablieren können.
Dazu kommt eine Internetfeindlichkeit, die schon teils erschreckend ist. Sich selbst auf dem Markt zu behaupten, den Direktvertrieb verstärken sowie eigens entwickelte Bonusprogramme und Gästebindungssysteme sehe ich leider viel zu wenig bei den kleineren und mittleren Häusern, Kooperationen oder Gruppen.
Wenn aber gemeinsam auf einem Markt agiert und Strategien zur Neugewinnung von Gästen erdacht würden, dann wären die Chancen höher.
Es wäre sehr schön, wenn die Regensburger Hotelseite voller spannender Angebote wäre, die den Tourismus und die Geschäftsreisenden exakt ansprechen und deren bedürfnisse abdecken. Nicht billig, sondern maßgeschneidert.

Otto Rudloff, Schweinfurt
Otto Rudloff, Schweinfurt

31.07.2013 um 13:50

Betreff: HRS Plattformverzicht

Ich war selbst jahrelang mit den Provisionen belastet die mir ein tgl. Würgen verursacht haben. Ich verstehe nicht weshalb die DEHOGA nicht eine eigene Plattform für Mitglieder schaffen kann die deutl. günstiger, bedeutet " nur kostendeckend arbeiten kann". Damit würde diesen Auswüchsen an Beraterhonoraren und Provisionen zumindest ein Eckzahn gezogen. Anscheinend sind die Hoteliers zu bequem oder satt um den Anstoß hierfür zu geben.

Karl Wittemann, Dresden
Karl Wittemann, Dresden

30.07.2013 um 23:32

Betreff: Regensburger Hotels

Oh, wie schön wäre es, wenn diese Aktion zu einer Multiplikation führen und so etwas wie "die Autofreien Sonntage" es einmal waren, ein Signal wird. Als Überregionales Portal empfehle ich gerne: "www.reise-10.de" Das Wichtigste sollte aber vor allem die entsprechende PR sein. Nur durch verständliche Gäste lässt sich hier etwas ändern. Nicht durch Kartellgesetze!

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