AHGZ - Das Fachportal für Hotellerie und Gastronomie

Konzepte

Ein gutes Team: Bankkauffrau Janine Will und Gastronom Ralf Schubert vor ihrem Lokal Foto: Alexander Schmolke

Konzepte: Bankery in Gütersloh

Salate, Pasta, Börsennews

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/34 vom 18. August 2012
von  

Gütersloh. Freundlichkeit erwartet man an beiden Orten. Ansonsten aber könnten sich die Ansprüche an eine Bank kaum mehr von denen an ein Restaurant unterscheiden: Sachlichkeit und Seriosität erwartet der Kunde hier, Genuss und Lebensfreunde der Gast dort. Und doch wurden nun in Gütersloh Bank und Gastronomie verbunden, zum Bankery.

Der Bank-Anteil fällt dabei kaum auf. Zwar gibt es einen Geldautomaten im Eingangsbereich, auf einem Monitor flimmern Finanzinformationen und im WC-Bereich zeigen Banknoten mit Lincoln und der Queen darauf, wer wo richtig ist. Ansonsten aber machen eingedeckte Tische und Barhocker deutlich, dass es hier ums Essen und Trinken geht. Nur die junge Frau mit dem iPad sieht irgendwie anders aus als die Servicekräfte mit dem Tablett. „Stimmt, ich bin nicht zum Servieren hier“, bestätigt Janine Will. Die Bankkauffrau ist Angestellte der Volksbank Gütersloh.

Rückblende: Vor fünf Jahren fragte sich ein Strategieteam der Volksbank, wie und wo diese neue Kunden finden kann. Die Lösung: in einem eigenen Restaurant, intern „Zukunftsfiliale“ genannt. Während die Menschen dort frühstücken, Kaffee trinken oder ihr Menü genießen, könnte man sie unverbindlich über Angebote informieren und ihnen die Möglichkeit geben, Bankgeschäfte abzuwickeln.

Investitionen geteilt

Zudem wäre eine solche LocationMeist außergewöhnlicher Ort für Feste, Filmaufnahmen sowie sonstige Veranstaltungen bzw.
weiter mit Mausklick...
gut fürs ImageMehr oder weniger bewusste, vereinfachende Beurteilungen eines Meinungsgegenstands durch ein Individuum, die in ihrer Verfestigung als mehrdimensionales Einstellungskonstrukt Handlungs- und Verhaltensrelevanz gegenüber einem Imageobjekt gewinnen.
weiter mit Mausklick...
, auch könnten dort eigene Veranstaltungen stattfinden. So weit der Plan – der einen Haken hatte: Banker sind keine Gastronomen.

An dieser Stelle kommt Ralf Schubert in Spiel, als einer der ersten Alex-FranchisenehmerVertragspartner des Franchisegebers , der durch den Abschluss eines Franchise-Vertrags die Rechte zur Nutzung eines Geschäftskonzepts in einer festgelegten Region erwirbt.
weiter mit Mausklick...
seit 20 Jahren ein Gastro-Urgestein in Gütersloh. Ihm schlug die Volksbank die Verbindung von Bank und Genuss vor – und er befand: „Gute Idee!“ Also ging man eine 50:50-Partnerschaft ein und teilte sich die Investitionen in die Einrichtung sowie die Miete für ein saniertes Backstein-Gebäudes in der Gütersloher Innenstadt. Eröffnet wurde im November 2011.

Womit wir wieder bei Janine Will wären, die nun einen Gast begrüßt, ihn zum Tisch geleitet und das iPad überreicht. Darauf sind außer der Karte auch Informationen rund um die Volksbank gespeichert, zudem weist die Bankkauffrau vis-à-vis auf die Möglichkeit hin, im Restaurant Finanzfragen zu klären. „Das ist aber kein Muss“, betont Will. Wer zu erkennen gibt, dass er lieber Burger statt Börsennachrichten haben möchte, wird sofort in Ruhe gelassen.

Doch viele Kunden kommen gerade ins lebendige Bankery, um dort – statt im tristen Besprechungsraum – mit Will und ihren Kolleginnen über Kredite oder Anlagemöglichkeiten zu sprechen. „In ungezwungener Atmosphäre bekommen Beratungsgespräche eine persönlichere Note“, sagt Will. Und Geschenke für Volksbank-Kunden zu finden, ist auch einfacher geworden: Bankery-Gutscheine.

Bankkunden werden Gäste

Für die Volksbank funktioniert das Konzept also – und für Schubert auch: Erstens konnte er sich die Investitionskosten teilen, zweitens gewinnt er über die Bank Gäste, und drittens bleibt der Gewinn der Gastronomie zu 100 Prozent bei ihm.

Zudem hat er darauf geachtet, „hier möglichst alles anders als im zu machen“, wie er sagt. Schließlich will er sich nicht selbst Konkurrenz
weiter mit Mausklick...
machen. Im Bankery werden Brot (Leseprobe und weitere Informationen zum Buch "Brot"), Dips und Kuchen selbst gemacht, in einer offenen Küche frische Zutaten à la minute zubereitet. Etwa das „Original Clubsandwich“ mit gegrillter Hähnchenbrust und Knusperspeck oder das „Broker’s Special“, gegrillte Würfel vom Rind in asiatischer Pfeffersauce mit Wokgemüse. „Kulinarisch haben wir den richtigen Weg eingeschlagen“, sagt der 54-Jährige zufrieden, „die Resonanz ist sehr gut.“

Bleibt das so, hält er sogar Expansion für möglich: „Das ist eine tolle Ehe, die wir eingegangen sind, so etwas könnte die Volksbank an jedem größeren Standort aufziehen“, ist er überzeugt. Vielleicht könne das sogar ein System-Konzept werden, mit der Zentrale in Gütersloh und Franchisenehmern vor Ort.

ThemenalarmKommentierenDrucken
Auch interessant

„Hoteldesign“ frisch aufgelegt

Außergewöhnliches Hoteldesign schickt Gedanken auf Reisen und ruft Emotionen hervor. mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

Weitere Artikel zu den Themen:

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel

Anzeige