Baumhaus-Zimmer
Schlafen unterm Blätterdach
Garmisch. Schon vor der Eröffnung lagen zahlreiche Buchungen vor: Das kürzlich eröffnete Baumhaus auf dem Gelände des Hotels Kranzbach schlägt ein. Unterm Blätterdach hervor blickt der Gast auf Pool und Hotelanlage, umrahmt von Buckelwiesen und Bergen der Region Garmisch-Partenkirchen. Vor allem Paare wollen dort wohnen. „Um unser Baumhaus brauchen wir uns keine Sorgen zu machen“, sagt Marketing-Chefin Julia Probst. „Neulich machte dort ein Mann seiner Freundin einen Heiratsantrag. Sie hat Ja gesagt.“
Baumhäuser entwickeln sich zum Trend in der Hotellerie. Sie sind nicht so rustikal, wie man sie aus der Kindheit kennt. Es sind höchst bequeme und komfortable Räume, an Bäume gelehnt, aber fest verankert auf Edelstahlpfählen. Eine stabile Treppe führt hinauf. Die Wände stehen im perfekten Einklang mit der Umgebung, sind aus Lärchenholz gebaut, das als sehr witterungsbeständig gilt. Der Innenraum ist auf 50 Quadratmetern dem Level der anspruchsvollen Hotellerie angeglichen. Für das besondere Raumerlebnis erzielt das Hotel eine überdurchschnittliche ZimmerrateZimmerpreis.
weiter mit Mausklick...: für das Baumhaus sind pro Nacht und Person 250 Euro fällig. „Umweltnahe Unterkünfte“, heißt es auch anderswo in der Hotelbranche, seien gefragt wie nie.
Seine grandiose Kulisse ist das große Plus des Kranzbach, das 2007 nach eineinhalbjährigem Umbau von österreichischen Investoren als Hotel eröffnet worden war. Sie waren geblendet von der schönen Story des Schlosses, das Mary Portman, eine Musikerin aus London vor 100 Jahren als „englisches Schloss“ in den Alpen errichten ließ.
Das schlossartige Gebäude des Kranzbach erinnert an einen schottischen Landsitz, wurde aber ergänzt um einen modernen Flügel, der 2011 im Zuge von „Qualitätsverbesserungen“ um 30 000 Kubikmeter vergrößert wurde. Der neue Gartenflügel ist konzipiert als „unsichtbare“ Gebäudeerweiterung, die zeitgemäßen Hotelansprüchen entspricht und gleichzeitig mit der Natur verbunden ist. Zeitgleich wurden auf dem 130.000 Quadratmeter großen Grundstück mit eigener Bergquelle mehrere Lavendelbeete angelegt, die in diesem Sommer zum ersten Mal blühen. Der Blumen- und Pflanzenbestand ist so vielfältig, dass ein Büchlein mit „Steckbriefen“ gedruckt wurde, damit sich interessierte Gäste über die Blütenpracht von der Echten Goldrute über das Sumpf-Herzblatt bis zur Wiesen-Flockenblume informieren können. Fazit: Auch wenn ein Hotel architektonisch hervorsticht und herrlich gelegen ist – die Zeit darf nicht stillstehen. Mit der Investition in das neue Baumhaus bleibt das Hotel am Ball. Roland Mischke

