Unternehmen
Schlemmen im Shoppingcenter
HAMBURG. Ein Sternerestaurant in einer Einkaufspassage, das gibt es bislang nicht in Hamburg. Das könnte sich aber bald ändern. Seven-Oceans-Geschäftsführer Jaffar Saidolzakerin will hoch hinaus. Er hat Sternekoch Sebastian Andrée als neuen Küchenchef für sein Gourmetrestaurant engagiert. Der 28-jährige Spitzenkoch hatte sich zuletzt im Gregor’s Fine-Dining-Restaurant im Hotel Die Wutzschleife in Rötz seinen ersten Michelin-Stern erworben. „Das wollen wir mit dem Seven Oceans auch erreichen“, unterstreicht Saidolzakerin.
Ein Gourmettempel in einer Einkaufspassage, kann das gut gehen? Geschäftsführer und Eigentümer Saidolzakerin beantwortet die Frage mit einem klaren Ja. Neben der anspruchsvollen Karte mit Schwerpunkt Fisch (Leseprobe und weitere Informationen zum Buch "Fisch") und Meeresfrüchte spricht die einmalige Lage für das Konzept.
Vom obersten Stockwerk der Europapassage haben die Gäste einen herrlichen Blick auf Ballindamm, Jungfernstieg und Binnenalster. Im Sommer kann man sogar draußen auf dem Balkon speisen. Außerdem ist das Seven Oceans nicht auf sich allein gestellt. Auf insgesamt über 1000 Quadratmetern Fläche bewirtschaftet Saidolzakerin neben dem Gourmetrestaurant ein Bistro mit Bar für 150 Gäste, eine Sushi-Bar mit 50 Plätzen und eine Cigar Lounge für bis zu 30 Tabakfreunde. Bistro, Bar und Sushi-Restaurant sind zur Europapassage hin geöffnet und richten sich vor allem an Shopper, die zwischendurch bei einem Drink oder einem Imbiss eine kleine Pause einlegen wollen. Tagsüber hat das Gourmetrestaurant mit einem preiswerten Businesslunch die Angestellten in der City im Blick. „Die Abendgäste kommen durch Mundpropaganda und Internetwerbung ganz gezielt zu uns“, hat der Küchenchef festgestellt. Ein separater Aufzug, der direkt auf die Straße führt, macht das Restaurant denn auch unabhängig von den Öffnungszeiten der Einkaufspassage.
Trotzdem, so gibt der Geschäftsführer zu bedenken, wäre das vor zwei Jahren eröffnete Gourmetrestaurant ohne das Gesamtkonzept nicht denkbar. Der durch Glaswände von den übrigen offenen Räumen abgetrennte Fine-Dining-Bereich erwirtschafte nur rund 30 Prozent des gesamten Jahresumsatzes von etwa 1,5 Mio. Euro. Das schafft Spielräume. „Es ist bei uns wie in einem Hotel, wo verschiedene gastronomische Angebote für unterschiedliche Gästewünsche vorgehalten werden, nur dass wir keine Betten haben“, erklärt Jaffar Saidolzakerin. So ergänze sich das Gourmetrestaurant gut mit der Cigar Lounge, wodurch Gäste zum Rauchen nicht erst mit dem Fahrstuhl vor die Tür fahren müssen.
Fazit: Die Synergieeffekte zwischen den einzelnen Bereichen sind beachtlich. Wer die Sushi-Bar kennen gelernt hat, probiert beim nächsten Mal vielleicht die Küche von Sebastian Andrée – und umgekehrt.
