Buchungsportale
Tobias Ragge: 50 HRS-Kündigungen sind geringe Resonanz
von Alexandra Leibfried
KÖLN. "Eine Rücknahme der neuen AGBs zu fordern, das kann nicht ernst gemeint sein", sagte Tobias Ragge, Geschäftsführer von HRS der AHGZ. "Wir sind von der Richtigkeit dieses Schrittes überzeugt." Im Zuge der Proteste gegen die Provisionserhöhung des Unternehmens von 13 auf 15 Prozent hatte Olaf Feuerstein, Freizeit In Göttingen, im Namen der Branche diesen Schritt vorgeschlagen.
„Auch so sind wir immer noch einer der günstigsten Distributionskanäle“, betont Ragge. Zudem gehe mit den neuen AGBs ein Anschluss an ein GDS-System einher, der bisher mit 25-prozentigen Vertriebskosten verbunden war. Ragge weiter: "Nur bei HRS gibt es die gesamte Wertschöpfungskette für 15 Prozent."
Der HRS-Geschäftsführer bleibt dabei, dass die Provisionserhöhung nicht in direktem Zusammenhang mit der Amadeus-Allianz zu sehen sei, sondern dem Wettbewerb insgesamt und Investitionen in zusätzliche Vertriebsreichweite und neue Märkte geschuldet sei. Auch dass HRS die Umfrage der Hoteldirektorenvereinigung Deutschland (HDV) als „ein Argument“ für den Vergleich der Vertriebskosten herangezogen hat, scheint ihm korrekt. „Sie ist öffentlich zugänglich und es ist ein Fakt, dass Buchungsportale durchschnittlich 14,85 Prozent verlangen.“ Selbstkritik übt er in einem Punkt: Dass er Alexander Aisenbrey, 1. Vorstand der HDV, im persönlichen Gespräch vergaß darüber zu informieren. „Das war kein Schachzug, sondern ist unter Termindruck passiert."
50 Geschäftspartner haben laut Ragge seit der Bekanntgabe der neuen AGBs ihren Vertrag gekündigt. „Das stufe ich als geringe Resonanz auf vertraglicher Basis ein, aber ich nehme natürlich jede Kündigung ernst“, sagte der HRS-Geschäftsführer. Von den Protestmails, die Freitag Abend an die die E-Mail-Adresse office@hrs.de sowie an die Chefredaktionen mehrerer Zeitungen geschickt wurden, zeigt er sich unbeeindruckt. „Wir werden uns nicht in einer emotionalen Debatte verzetteln und sollten uns auf die Fakten konzentrieren“, so Ragge.
Und die HRS-freie Woche? "Die Teilnehmer des Protestes werden feststellen, dass die Vertriebskosten bei anderen Kanälen höher sind", so Ragge.
Ein Interview mit dem HRS-Geschäftsführer lesen Sie in der kommenden Ausgabe der AHGZ. Tobias Ragge ist auch Referent beim Deutschen Hotelkongress im Maritim Hotel Berlin, der nächste Woche am 30. und 31. Januar stattfindet.






Petra Baake, Heusenstamm
24.01.2012 um 20:09
Betreff: HRS
Wir sind solange in der Hand der Buchungsportale wie wir es zulassen. Der Verband hat eine MwSt Senkung geschafft.Die neue Aufgabe ist, bei den Buchungsportalen eine andere Kommission auszuhandeln.