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Tobias Ragge, Geschäftsführer von HRS Foto: Unternehmen

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Tobias Ragge: 50 HRS-Kündigungen sind geringe Resonanz

23. Januar 2012
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KÖLN. "Eine Rücknahme der neuen AGBs zu fordern, das kann nicht ernst gemeint sein", sagte , Geschäftsführer von der AHGZ. "Wir sind von der Richtigkeit dieses Schrittes überzeugt." Im Zuge der Proteste gegen die Provisionserhöhung des Unternehmens von 13 auf 15 Prozent hatte Olaf Feuerstein, Freizeit In Göttingen, im Namen der Branche diesen Schritt vorgeschlagen.

„Auch so sind wir immer noch einer der günstigsten Distributionskanäle“, betont Ragge. Zudem gehe mit den neuen AGBs ein Anschluss an ein GDS-System einher, der bisher mit 25-prozentigen Vertriebskosten verbunden war. Ragge weiter: "Nur bei HRS gibt es die gesamte Wertschöpfungskette für 15 Prozent."

Der HRS-Geschäftsführer bleibt dabei, dass die Provisionserhöhung nicht in direktem Zusammenhang mit der Amadeus-Allianz zu sehen sei, sondern dem Wettbewerb insgesamt und Investitionen in zusätzliche Vertriebsreichweite und neue Märkte geschuldet sei. Auch dass HRS die Umfrage der Hoteldirektorenvereinigung Deutschland (HDV) als „ein Argument“ für den Vergleich der Vertriebskosten herangezogen hat, scheint ihm korrekt. „Sie ist öffentlich zugänglich und es ist ein Fakt, dass durchschnittlich 14,85 Prozent verlangen.“ Selbstkritik übt er in einem Punkt:  Dass er , 1. Vorstand der , im persönlichen Gespräch vergaß darüber zu informieren. „Das war kein Schachzug, sondern ist unter Termindruck passiert."

50 Geschäftspartner haben laut Ragge seit der Bekanntgabe der neuen AGBs ihren Vertrag gekündigt. „Das stufe ich als geringe Resonanz auf vertraglicher Basis ein, aber ich nehme natürlich jede Kündigung ernst“, sagte der HRS-Geschäftsführer. Von den Protestmails, die Freitag Abend an die die E-Mail-Adresse office@hrs.de sowie an die Chefredaktionen mehrerer Zeitungen geschickt wurden, zeigt er sich unbeeindruckt. „Wir werden uns nicht in einer emotionalen Debatte verzetteln und sollten uns auf die Fakten konzentrieren“, so Ragge.

Und die HRS-freie Woche? "Die Teilnehmer des Protestes werden feststellen, dass die Vertriebskosten bei anderen Kanälen höher sind", so Ragge.

Ein Interview mit dem HRS-Geschäftsführer lesen Sie in der kommenden Ausgabe der AHGZ. Tobias Ragge ist auch Referent beim Deutschen Hotelkongress im Maritim Hotel Berlin, der nächste Woche am 30. und 31. Januar stattfindet.

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Leser-Kommentare zum Artikel (5)

Petra Baake, Heusenstamm
Petra Baake, Heusenstamm

24.01.2012 um 20:09

Betreff: HRS

Wir sind solange in der Hand der Buchungsportale wie wir es zulassen. Der Verband hat eine MwSt Senkung geschafft.Die neue Aufgabe ist, bei den Buchungsportalen eine andere Kommission auszuhandeln.

Christoph Biallas, Hamburg
Christoph Biallas, Hamburg

24.01.2012 um 16:16

Betreff: Antwort zu Frau Idel

Hallo Frau Idel,

vielen Dank für Ihren sehr spannenden Kommentar. Sie haben dort in vielen Punkten den Nagel auf den Kopf getroffen.

Ich gehe einmal Ihre Punkte Stück für Stück durch.

Ich teile Ihre Meinung vollkommen, dass HRS ein wichtiger Partner für den Vertrieb von Hotelzimmern ist. Bitte verstehen Sie mich hier nicht falsch. Ich bin nicht gegen Buchungsportale! Buchungsportale ermöglichen es gerade kleinen und mittelständischen Hotels überhaupt wahrgenommen zu werden. Das war vor der Zeit der Buchungsportale nicht möglich!

Was ich allerdings als sehr kritisch einstufe, ist die zunehmende Monopolisierung auf dem Buchungsportal-Markt in Deutschland. Die heutigen Buchungsportale haben eine sehr große Macht und nutzen diese Macht jetzt auch aus. Das ist aus wirtschaftlicher Sicht verständlich, d.h. aber nicht das es fair ist.

So wird bei der aktuellen Preisanpassung bei HRS und hotel.de damit argumentiert, dass man seinen Provisions-Satz auf den branchenüblichen Preis anheben möchte. Das ist für mich keine begründete Erhöhung, denn es fehlt die Gegenleistung. Die Erhöhung geht somit nur zu Lasten der Hoteliers und ist ein reines Abschöpfen des Marktes. Man könnte hier auch den Begriff "Ausbeutung" verwenden. Wenn sich an dieser Stelle die Hoteliers nicht wehren, wird diese Preisschraube immer weiter angezogen werden.

Ich möchte auch nicht die Stimmung vergiften, ich möchte lediglich, dass die Hoteliers für Ihr Recht als Unternehmer aufstehen. Ich möchte, dass die Hoteliers gemeinsam Flagge zeigen und wieder selbstbewusst nach vorne schauen. Und auch wenn Sie sagen, dass es unwahrscheinlich ist, dass HRS die AGB wieder zurücknehmen würden, möchte ich dem gerne hinzufügen: "Aber probieren sollten wir es!" Die Buchungsportale sollen verstehen, dass es in Zukunft nicht so einfach wird, erneut eine Preiserhöhung durchzusetzen.

Bei einem weiteren Punkt stimme ich Ihnen zu: Ein Verband sollte in die Gespräche mit HRS einsteigen - denn dafür sind Verbände da. Und die DEHOGA ist dafür prädestiniert. Aber die DEHOGA kann nur dann reagieren, wenn genug Hoteliers auf sie zugehen und ihr mitteilen, dass für sie die neue Erhöhung nicht in Ordnung ist. Und wie kann man das besser mitteilen, als über eine gemeinsame Facebook-Seite? Gewerkschaften sind auch immer dann am erfolgreichsten, wenn ihre Mitglieder auf die Straße gehen. Dafür ist öffentlicher Protest da und dafür sollte man öffentlich Protest auch nutzen. Wenn die DEHOGA Gespräche startet, bin ich sicher, dass die Bewegung HRS-freie Woche sie unterstützt.

Abschließend möchte ich gerne noch eine Sache klar stellen: Nein, ich bin kein Hotelier - aber ich bin ein Unternehmer und ich kenne eine Vielzahl von Hoteliers. Und ich kenne Ihre Probleme und Herausforderungen, mit denen sie jeden Tag zu kämpfen haben. Und ich weiß wie schwer es ist, wie Sie so treffend sagen, die "Bude" vollzubekommen. Ich weiß aber auch, dass sich viele Hoteliers in eine zu große Abhängigkeit zu den Buchungsportalen begeben haben und dass nun viele versuchen sich wieder aus dieser Abhängigkeit zu lösen. Dabei möchte ich aber gerne jedem Hotelier zurufen: Tut dies mit Bedacht und achtsam, denn eine völlige Loslösung von den Buchungsportalen ist nicht oder nur sehr schwer möglich. D.h. aber im Umkehrschluss auch, dass zumindest eine teilweise Loslösung von den Buchungsportalen durchaus möglich ist. Wie? Indem man gezielt Arrangements erstellt und bewirbt, die den Gästen ein tolles Erlebnis bieten und nicht durch die Buchungsportale vertrieben werden können (da sie eben nicht vergleichbar sind). Oder indem man als Hotelier gezielt Tagungen und Feste bewirbt und so mit geschicktem Marketing neue Kunden für sich gewinnt. Oder (und dies ist besonders wichtig) indem man seine eigenen Kunden über die Provisionszahlungen aufklärt und sie bittet direkt zu buchen. Denn dazu ist jeder Gast bereit - das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Ich hoffe Sie stimmen mit mir in diesen Punkten überein.

Ich danke Ihnen an dieser Stelle nochmals für Ihre offene und ehrlich Kritik. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir diesen Austausch fortführen könnten.

Herzliche Grüße

Christoph Biallas

Ulrich Bauknecht, Stuttgart
Ulrich Bauknecht, Stuttgart

23.01.2012 um 17:52

Betreff: HRS Provisionserhöhung

Wir sind doch selbst schuld. In der Vergangenheit haben wir doch weit weniger leistungsstarken Plattformen ohne Not 15% bezahlt und wenn sie mehr gefordert haben noch weit höher Provisionen hinterher geworfen. Da ist es doch mehr als selbstverständlich, dass der Marktführer und wie bei uns beste Verkäufer zumindest durchschnittlich entlohnt werden will. Wir brauchen starke Vermittler sonst würde der Markt noch stärker von den Ketten dominiert werden. Ich habe auch nichts zu verschenken, das Problem ist nicht HRS, sondern dass wir den anderen in der Vergangenheit zu viel bezahlt haben.

Vanessa Idel, Bad Kissingen
Vanessa Idel, Bad Kissingen

23.01.2012 um 16:48

Betreff: Diese ganze Diskussion

Hallo Herr Biallas,

wie stellen Sie sich eigentlich die Zeit nach einer solchen "HRS"-freien Woche vor, die für viele Hotels angesichts des via HRS generierten Buchungsaufkommens schlicht Unsinn ist. Wie destruktiv und künstlich vergiftet und soll die Atmosphäre denn noch werden?
Sie tun momentan wirklich alles, um die Stimmung weiter anzuheizen, anstatt Ihren Einfluss (ob Sie tatsächlich über welchen verfügen, ist mir gleichwohl nicht bekannt) zu nutzen, professionell zu vermitteln. Herrn Hennig liegen HRS kritische Worte ebenfalls sehr locker auf der Tastatur, ohne dass er freilich selbst Hotelier ist (sind Sie eigentlich einer?) und seine "Bude" voll bekommen muss. Vielleicht sollten Sie sich also etwas mehr zurück halten und die Diskussion wieder versachlichen. Denn seien wir ehrlich: Wie viele der Facebook Fans sind tatsächlich handlungsbereite und handlungsbefugte Hoteliers? Wie viele Fake-User sind darunter? Wie viele, die "einfache" Angestellte sind, oder gleich gar nichts mir der Hotelerie am Hut haben. Die (auf die ca 250 000 HRS Mitgliedshotels bezogen) paar wirklich handlungsbereiten und -befugten Hoteliers werden HRS nicht zum Ändern der AGBs zwingen können. Sie bringen sich allenfalls selbst in Schwierigkeiten, weil sie in der besagten Woche die Ratenparität nicht einhalten oder gleich alle Kanäle still legen müssen, was wie geschrieben betriebswirtschaftlicher Unsinn wäre.

Ich frage mich eher, wieso wir nicht alle die DEHOGA als Instrument nutzen, hier gute kooperative Gespräche anzustrengen und proaktiv ein Klima zu schaffen, in der solche Entscheidungen künftig im beidseitigen Konsens entstehen. Schließlich sind wir alle erwachsene Geschäftsleute, oder etwa nicht?! Herr Ragge wird schon aus Imagegründen keinen Millimeter von den getroffenen Entscheidungen abrücken, daher erübrigt sich diese Diskussion. Wir müssen daher nach vorne sehen und für die Zukunft eine bessere Diskussionskultur etablieren. Dabei werde ich die fette Kröte der 15% zu schlucken haben. Sie nicht.

Liebe Grüße, V. Idel

P.S.: Zu Ihrem obigen Kommentar fällt mir nicht viel ein.. Glauben Sie, dass ein Geschäftsreisender erstmal 20 einzelne Websites nach einem für ihn günstigen Angebot durchforstet? Oder dies telefonisch macht? An den Portalen führt heutzutage kein Weg mehr vorbei. Es liegt an den Verbänden und an uns selbst, sie bestmöglich für uns zu nutzen.

Christoph Biallas, Hamburg
Christoph Biallas, Hamburg

23.01.2012 um 12:58

Betreff: Vertriebskosten auf anderen Kanälen höher

Hallo Herr Ragge,

so ganz stimmt das nicht mit den höheren Vertriebskosten auf anderen Kanälen: Bei der Buchung über die eigene Website zahlt man als Hotelier anstatt der 15% nur 0%.

Das sehen im Übrigen inzwischen auch 410 Fans auf Facebook so: https://www.facebook.com/HRS.freie.Woche

Liebe Grüße C. Biallas