Designhotel Rosenbohm
Übernachten im Musterzimmer
von Alexander Schmolke
OLDENBURG. Ankommen, auspacken, schlafen, frühstücken, einpacken, abfahren: Das ist im DesignhotelHoteltypus, der auch andere Konzepte umfasst wie Lifestyle-, Boutique-, Art- oder Konzepthotels.
weiter mit Mausklick... Rosenbohm wie in allen Hotel garnis. Doch daneben macht das Oldenburger Haus dem Gast ein Angebot, das doch sehr ungewöhnlich ist – nämlich ihm das Bett, in dem er gerade geschlafen hat, direkt nach Hause zu schicken.
Und nicht nur das Bett. Auch den Nachttisch, die Tapeten, den Teppich, die Lampen, ja sogar die Bettwäsche. Stellt sich die Frage, ob Rosenbohm eigentlich ein Hotel oder ein Möbelhaus ist. Die Antwort: beides! Sogar mit nur einem Eingang – wer Möbel kaufen möchte, hält sich nach fünf Schritten links, wer übernachten möchte, geht nach rechts. Dementsprechend muss, wer die Nachttischlampe aus dem Zimmer haben möchte, noch nicht mal das Gebäude verlassen, um sie zu kaufen.
Wäre ein Oldenburger älter als 130 Jahre, würde er seine Stadt ohne den exklusiven Einrichter kennen, so aber ist das Unternehmen jedermann ein Begriff. „Diesen BekanntheitsgradProzentualer Anteil potenzieller Kunden oder Gäste, die eine Leistung, eine Marke oder ein Unternehmen kennen.
weiter mit Mausklick... wollten wir nutzen, zudem ein weiteres Standbein aufbauen sowie altes und neues Geschäftsfeld verknüpfen“, erläutert Möbelhaus- und Hotel-Inhaberin Kristin Stratmann.! Drei Dinge auf einmal? Das ging – mit einem Designhotel. „Es gibt viele Menschen mit Spaß an Ästhetik und Design“, weiß die 43-Jährige, seit sie vor einigen Jahren begonnen hat, auf Spiekeroog exklusive Wohnungen zu vermieten.
Verschiedene Stile
Die acht Hotelzimmer wurden am 1. Januar 2012 eröffnet. Sie sind so etwas wie Musterzimmer – in denen man aber für gut 100 Euro übernachten kann. Eingerichtet haben sie acht Innenarchitekten des Möbelhauses, „und deren Geschmäcker sind ziemlich verschieden“, so Stratmann lächelnd. So hat Ludger Tovar in Zimmer 2 überdimensionale Fußbälle als Sitzmöglichkeiten gelegt, Susanne Tovar in Zimmer 3 fliegende Vögelchen als Kleiderhaken angebracht, Gerd Drexhage im schwarz-weißen Zimmer 8 ein mannshohes Zebra an die Wand geklebt. Zimmer 4 von Gislinde Rosenbohm bietet eine Nachttischlampe in Blumenform, deren „Blütenblätter“ sich öffnen, sobald die Birne brennt.
