AHGZ-Wellness-Gipfel 2012
Vorsicht Durchschnittsfalle!
Wellness-Hotellerie: Der Markt ist da, doch der Gast schwer zu fassen / 3-Sterne-Wellness und Lebensräume gefragt
LIST/SYLT. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung. So sagen die Einheimischen auf Sylt. Doch auch von der schönsten Sturm- und Regenwanderung hat der Hotelgast irgendwann einmal genug. Und dann? Was können Hotels auf einer Insel wie Sylt ihren Gästen anbieten, wenn sie gerade einmal nicht vor die Tür wollen? SpaAuf körperlichem Wohlbefinden basierende Erholungseinrichtung in einem Hotel.
weiter mit Mausklick... und WellnessEigenständiges Wort, das in der englischen Sprache seit mindestens 350 Jahren existiert und sich nicht - wie immer wieder behauptet - aus den Begriffen "wellbeing"und "fitness"zusammensetzt.
weiter mit Mausklick... natürlich! Während es draußen stürmt und pfeift, liegt der Gast im Warmen – lässt sich von ätherischen Ölen einlullen, von geübten Händen verwöhnen oder warmem Meerwasser umschmeicheln. Am besten noch mit Seeblick …
Darauf setzt sowohl das Grand Spa Resort Arosa Sylt in List wie auch das Hotel Budersand in Hörnum. Damit gaben beide Häuser die perfekte Kulisse für den AHGZ-Wellness-Gipfel ab. Rund 120 Hoteliers, Branchenexperten und Zulieferer trafen sich zwei Tage lang im Arosa, um sich über Märkte, Marken und Zielgruppen auszutauschen und aus der Praxis zu lernen.
Letztere sieht in Hinblick auf Arosa und Budersand wie folgt aus: HotelketteZusammenschluss mehrerer Hotelbetriebe unter einheitlicher Leitung.
weiter mit Mausklick... versus Privathotel. Da stehen knapp 180 Zimmer gegen 80 Zimmer. 3500 Quadratmeter Spa-Fläche gegen 1000 Quadratmeter. Zwölf Kabinen gegen acht Kabinen. System-Spa a la Arosa gegen Indiviudal-Spa a la Dagmar Rizzato. Das sind die Fakten.
Luft nach oben
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De facto liegen beide Häuser mit ihren großzügigen Spa- und Wellnessbereichen im Trend. Denn laut Statistik ist Wellness in Deutschland top. Das sagt eine, die es wissen muss: Daniela Briceno Schiesser ist Senior Marketing Consultant bei der GfK und kennt die Zahlen: 2,3 Mrd. Euro UmsatzWertmäßige Erfassung des Absatzes einer Unternehmung.
weiter mit Mausklick... machte die deutsche Wellnesshotellerie 2011. Deutschland verzeichnete bei Wellnessreisen ein Plus von 8 Prozent (Ausland +2%). 80 Prozent der Wellnessreisen wurden im Inland getätigt. Kurzreisen und die Anzahl der Reisen nehmen zu. Im Schnitt werden 287 Euro pro Person und Reise ausgegeben. Neue Zielgruppen sind Familien (+23%) und Singles (+26%).
Doch der vielbeschworende Markt hat seine Tücken: Die Klientel ist oft noch schwer zu fassen – bucht lieber die Massage als das Treatment. Im Budersand Hotel macht der Anteil der Hotelgäste, die Spa-Anwendungen bestellen, nicht ganz 50 Prozent aus, berichtet Spa Managerin Sonja Slodki. Seit Mai hat sich das Haus daher geöffnet mit einem Day-Spa-Angebot für 49 Euro pro Tag. Auch an einer neuen Spa-Broschüre wird gearbeitet. „Wir wollen die Gäste noch emotionaler ansprechen“, sagt Slodki.
Die Zahlen könnten besser sein, es ist noch Luft nach oben, so lautet der Tenor. Alle feilen am Konzept. Doch was will der Gast eigentlich? „Budget“, sagt Horst Rahe, Geschäftsführender GesellschafterBegriff aus dem Handelsrecht sowie dem Gesellschaftsrecht für einen Teilhaber bzw.
weiter mit Mausklick... der Deutschen Seereederei, der seit sechs Jahren das A-Ja-Konzept entwickelt. „Lebensräume“, sagt Susanne Kraus-Winkler, die hinter dem Loisium-Konzept steht. „Dialog“, sagt Spa Managerin Natalie Fischer vom Grand Spa Resort Arosa Sylt.
Aber der Reihe nach: 3-Sterne-Wellness scheint auf dem Vormarsch, das hat die GfK-Forschung ergeben. Ihr Marktanteil ist um 13 Prozent auf 33 Prozent gestiegen, aber noch dominieren die 4-Sterne-Häuser (Marktanteil 47 Prozent). Doch bei der Altersgruppe 50plus sei Budget-Wellness im Kommen, berichtet Briceno Schiesser. Darauf setzt auch das A-Ja-Konzept: ein Mittelklasse-ProduktBezeichnung für am Markt angebotene Wirtschaftsgüter .
weiter mit Mausklick..., das in zehn Jahren genauso bekannt sein soll wie die Marke Aida.
Horst Rahes PrognosePlanung der Vertriebsziele anhand vergangenheitsbezogener Daten, um voraussichtliche Entwicklungen abzuleiten.
weiter mit Mausklick...: „Älter, ärmer und gesundheitsbewusster – so sieht der Trend für die nächsten 20 Jahre aus.“ Die demographische Entwicklung, steigende Mobilitätskosten und der Klimawandel dürften ihm in die Hände spielen – so besagt es zumindest die Marktanalyse, der die Gfk das A-Ja-Konzept unterzogen hat. Sondiert wurde vor allem auch die Gästeakzeptanz für das Konzept. Beispielsweise, wie es um die generelle Einstellung zu Urlaubsreisen in Deutschland bestellt ist? „95 Prozent der Befragten sind dafür“, lautet das Ergebnis der Marktforschung. Und wie sieht es mit den Preisgrenzen bei modularen Hotel-Konzepten aus? „Der Basispreis pro Übernachtung ist das schlagkräftigste ArgumentAussage, die zur Begründung einer anderen Äußerung, z.
weiter mit Mausklick.... Er darf nicht höher als 46 Euro liegen, wenn der Gast vom modularen Konzept überzeugt werden soll“, sagt Briceno Schiesser. Am zweitwichtigsten sei der Verpflegungspreis, ein Schwimmbad ist ein „nice-to-have“, die Sauna nur für ein Drittel der Befragten interessant und ein Fitnessstudio alleine ist nicht attraktiv.
Digitale Welt kommt
„Treten Sie nicht in die Durchschnittsfalle“, betont Susanne Kraus-Winkler, von der Loisium Hotel- und Resortentwicklungs- und Management GmbHAbk. für Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
weiter mit Mausklick.... Sie rät zur noch klareren PositionierungBestreben von Unternehmen, "das Angebot so zu gestalten, dass es im Bewusstsein des Zielkunden einen besonderen und geschätzten und von Wettbewerbern abgesetzten Platz einnimmt.
weiter mit Mausklick...: „Self Awareness/Selfness, sprich, wie findet der Gast zu ‚sich’ im Spa, ist die zentrale Herausforderung.“ Die klassische Zielgruppeneinteilung sei fast nicht mehr vorhanden, vielmehr geben Lifestyle-Formate den Ton an: Heute sind nicht mehr nur die Silver Ager finanzkräftig, sondern auch eine junge Klientel, die mehr erwartet als die Liege neben dem Pool. Gleich alt bedeutet wiederum nicht die gleichen Interessen – man stelle nur einmal den britischen Thronfolger Prinz Charles dem Schock-Rocker Ozzy Osbourne gegenüber.
Und auch technologisch sieht Kraus-Winkler das Spa im Wandel, hält nichts davon, es zur Tabuzone für iPhone und iPad zu machen: „Der Gast soll seine Gefühlswelt im positiven Sinn für sich entdecken können“, sagt die Loisium-Managerin. „Das heißt, wenn er den ganzen Tag im Spa verbringt, braucht er Zeit zum Schlafen, zum Lesen, zur Kommunikation, zum Essen – sprich er möchte mehrere Lebensräume durchwandern können. Und diese muss ich schaffen, wenn ich als Spa-Destination auch in der NebensaisonVor- und Nachsaison.
weiter mit Mausklick... bestehen will.“
Die Entwicklung bleibt dynamisch, die Branche gibt sich positiv: „Für jeden gibt es eine Nische. Gesunder Wettbewerb ist möglich“, sagt Carina Laux, Geschäftsführerein und Spa Managerin des Vital- & Wellnesshotel Zum Kurfürsten in Bernkastel-Kues. Nur ein Punkt bereitet Arosa-Geschäftsführer Frank Nagel Kopfzerbrechen: „Wir haben zu wenig gut ausgebildete Mitarbeiter.“ Brit Glocke Editorial Seite 8


