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Das duale Ausbildungssystem hat sich bewährt, ja in Ländern wie China oder Vietnam ist es Vorbild

Editorial

Wer was wird, wird Wirt

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/32 vom 4. August 2012
von  

Wer nichts wird, wird Wirt: Dieser böse Spruch aus dem – damals gehörten die nicht zu den etablierten Zünften – hat viel zum schlechten ImageMehr oder weniger bewusste, vereinfachende Beurteilungen eines Meinungsgegenstands durch ein Individuum, die in ihrer Verfestigung als mehrdimensionales Einstellungskonstrukt Handlungs- und Verhaltensrelevanz gegenüber einem Imageobjekt gewinnen.
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des Gastgewerbes beigetragen. Auch heutzutage belebt mancher Quereinsteiger, manche AushilfeMitarbeiter, der nicht dauerhaft im Unternehmen beschäftigt wird.
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oder schlecht ausgebildete Fachkraft dieses Vorurteil immer mal wieder aufs Neue.

Auch die unter Gastronomen und Hoteliers zuweilen diskutierte Frage, ob für die einfachen Arbeiten denn wirklich eine dreijährige notwendig sei, fürs Tellerwaschen oder Auftragen würden doch drei Monate locker reichen, ist dem Image nicht gerade förderlich. Und ob sich damit der Fachkräftemangel wirksam bekämpfen lässt, ist längst nicht gesichert.

In der Regel schadet eine schlechte oder gar keine Ausbildung nicht nur dem Geschäft: Auch der verliert an Strahlkraft, lockt eher den Talentlosen als den Begabten, eher die Schlafmütze als den Tatkräftigen. Kurzum: Das duale Ausbildungssystem hat sich in Deutschland bewährt, ja, in Ländern wie China oder Vietnam ist es Vorbild für die dortige Gastronomie und Hotellerie.

Mehr Ausbildung, nicht weniger, lautet daher die Devise. Das muss nicht sofort der Bachelor-Studiengang sein, der akademische Hoffnungen weckt, die im bunten Alltag des Gastgewerbes selten erfüllt werden können.

Einen interessanten Weg gehen die des 1989 von Hermann Bareiss und renommierten Kollegen gegründeten Vereins „Förderer von Hotellerie und Gastronomie“ (FHG). Dort geht einem möglichen Studium eine dreijährige Ausbildung als Koch oder Restaurantfachmann voraus. All dies in Kooperation mit der Landesberufsschule Bad Überkingen. Am Ende steht der Gesellenbrief sowie eine kammerzertifizierte Zusatzqualifikation in Technologie, EDV, Fremdsprachen und Rechtskunde.

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Leser-Kommentare zum Artikel (3)

Theo Gluminski, Waldkirch
Theo Gluminski, Waldkirch

04.10.2012 um 19:49

Betreff: Wer nichts wird, wird Wirt.

Wer nichts wird, wird Wirt und hast du diese Chance verpasst, bleibst du ewig Gast.
Die Ausbildung in Hotelerie-und Gatronomie muß von höchster Qualität und auf höchstem Niveau praktiziet werden
Nur so läst sich der Fchkräftemangel beheben.

Frauke  Zawada, Essen
Frauke Zawada, Essen

18.08.2012 um 21:53

Betreff: wer was wird, wird Wirt

Ich selbst habe einem Lehrling dieses Jahr geholfen, durch die Prüfung zu kommen. Kurzer Rückblick: Christoph und ich waren für kurze Zeit Kollegen, er als Lehrling, ich als Küchenchefin, dann habe ich den Betrieb gewechselt, den Kontakt aber nicht abgebrochen. Da jetzt kein Ausbilder mehr da war, mußte er sich einen anderen Betrieb suchen. Dieser Betrieb hat noch nie, ich betone; noch NIE einen Lehrling hervorgebracht, der die Prüfung zum Gesellen (Koch) bestanden hat. Das ist schon taurig, fahrlässig ist hingegen die Tatsache, das die IHK über diesen Betrieb Bescheid weiß und dieser Betrieb trotzdem ausbilden darf. Auf Nachfrage bekommt man die Antwort: Sonst hätten wir ja noch ne Ausbildungsstelle weniger. So sieht die Realiät aus: Lieber verschließt man die Augen und betreibt eine Vogel Strauß Politik, anstatt endlich die dringend erforderlichen Reformen auf den Weg zu bringen. Nein, lieber möchte der DEHOGA junge Leute aus dem europäischen Ausland holen, damit die mit einer miserabelen Ausbildung auch noch früher oder später aus dem System herausfallen und nur Geringverdiener bleiben.

Hans-Peter Sattler, München
Hans-Peter Sattler, München

16.08.2012 um 18:58

Betreff: Alle Jahre wieder

Nein hier geht es nicht um das altbekannte Weihnachtslied sondern um den jährlichen Katzenjammer, der immer wieder rechtzeitig zum Ausbildungsbeginn einsetzt.Zu wenig Auszubildende, mangelnde Ausbildungsfähigkeit und mangelndes Interesse an den gastgewerblichen Berufen. Und alle Jahre wieder stellt sich die Frage, wann wir endlich etwas dazu lernen und notwendige Schritte der Reform angehen wollen. Denn allzu gern wird vergessen, dass wir ja bereits zu Wendezeiten ein Ausbildungstief hatten und die Wiedervereinigung gerade rechtzeitig kam und damit eine Flut von Auszubildenden. Komm ins Team der Gastlichkeit und Arbeiten da, wo andere Ferien machen hieß es damals, nur für die die aus dem grauen Osten kamen war es kein Ferienaufenthalt und das mit dem Team hat häufig auch nicht so geklappt. Mussten die Jugendlichen doch allzu häufig hören, dass sie froh sein konnten, eine Lehrstelle im Westen zu bekommen. Was hat das nun mit heute zu tun? Der Euro wankt und die Jugendarbeitslosigkeit in den Euroländern ist groß und schon kommen wieder die Rufe: "Komm ins Team der Gastlichkeit!" Wären da nur nicht diese Sprachprobleme... Aber auch da wird es wohl so eine Art Schnellkurs geben und dann kommt die nächste Flut von Auszubildenden und wir müssen wieder keine Reformen angehen. Dabei wäre es doch relativ einfach.
Im Ausbildungsberuf Hofa den Restaurantanteil runterschrauben und durch mehr Verkauf und Marketung und Revenuemanagement ersetzen.
Der Restaurantfachmann sollte vertieft und neuzeitlicher gestaltet werden und um F&B Managementaufgaben erweitert werden. Der Hotelkaufmann müsste viel stärker beworben werden und die Betriebe ermutigt werden, diesen Ausbildungsberuf mehr auszubilden. Denn tatsächlich ist der Serviceanteil des Hokas fast gleich lang, wie der des Hotelfachmannes. Denn Nachfragen hierzu wären genug da. Sind die Berufsbilder "entwässert", müssen auch die Ausbildungsbetriebe aussortiert werden. Wollen wir wirklich jede Suppenküche und jedes Beinahe-Stundenhotel als Ausbildungsbetrieb akzeptieren? Auch müssten sich ortsansässige Hotels zusammenschließen und einen Wohnpark anlegen, damit der Zuzug zum Ausbildungsort von Auszubildenden nicht vom Gehalt der Eltern abhängig ist. Blockunterricht in den Berufsschulen sollte anstelle des Tagesunterrichts Pflicht sein und Bildungspläne zu Gunsten von mehr Fachkunde ersetzt werden.
Nun stellt sich die Frage, warum Reformen noch nicht mal in naher Ferne sind? Ganz einfach, weil wir uns immer noch alles viel zu schön reden.......

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