Außengastronomie
Wirte sollen mehr zahlen
FREIBURG. Sommer, Sonne. Die Freisitzflächen von Cafés und Restaurants in der Altstadt sind bestens besucht. Davon will offenbar jetzt die Freiburger Stadtverwaltung mehr als bisher profitieren: Sie hat vor, die Gebühren für die Außenflächen um bis zu 50 Prozent anzuheben.
Der Ärger bei den Gastronomen ist deshalb groß: Sie verweisen darauf, dass Freiburg schon jetzt bei den Gastroflächen die drittteuerste Stadt in Baden-Württemberg sei. Der Bund der Steuerzahler kommt zu folgender Einschätzung: Die Wirte in Freiburg werden „richtig geschröpft“.
Eine Umfrage des zuständigen Garten- und Tiefbauamts hatte ergeben, dass Freiburg bei den Außengastro-Gebühren im Vergleich mit anderen Städten am unteren Ende der Preistabelle liege, so Stadtsprecherin Edith Lamersdorf. Deswegen werde das Garten- und Tiefbauamt den Stadträten die Erhöhung vorschlagen. Die Stadtverwaltung verspricht sich höhere Einnahmen. Bislang erlöste die Stadt durch die Gebühren rund 150.000 Euro. Die Wirte finden das Vorhaben der Stadt unverschämt. „Jeder Mieter würde sich wehren, wenn man plötzlich eine Erhöhung von 50 Prozent vorgesetzt bekommt“, klagt Frank Czaja, Chef des Schlappen an der Löwenstraße. Schützenhilfe bekommen die Gastronomen von der CDU-Ratsfraktion, die Freiburg auf dem Weg „zum teuersten Pflaster in Baden-Württemberg“ sieht. Im Vorschlag der Stadt sieht die Fraktion „eine völlig überzogene Erhöhung“.
In Freiburg gibt es derzeit drei Gebührenstufen. Auf dem Münsterplatz – die höchste Gebührenklasse – kassierte die Stadtverwaltung bislang pro Jahr und Quadratmeter 43,20 Euro und will nun auf 64,80 Euro erhöhen. In der übrigen Altstadt soll der PreisTransaktionspunkt zwischen Angebot und Nachfrage eines Produkts bzw.
weiter mit Mausklick... von 34,60 Euro auf 51,90 Euro steigen. In den Randlagen soll er mit 17,30 Euro gleich bleiben.
Die Argumente der Gebührenkritiker stützt eine Untersuchung des Bundes der Steuerzahler vom vergangenen Herbst. Verglichen wurden die 22 größten Städte in Baden-Württemberg. Der Tabelle liegt die Gebühr für 25 Quadratmeter Fläche von Mai bis September zugrunde. Das Ergebnis: Konstanz führt mit 1250 Euro die Tabelle an, gefolgt von Heidelberg (1125 Euro). Dann folgt schon Freiburg mit 1080 Euro auf Grundlage des Münsterplatz-Tarifs. Mit dem neuen Tarif läge Freiburg dann bei 1680 Euro – und wäre somit einsame Spitze in Baden-Württemberg. Die Stadtverwaltung wiederum hält die Berechnung des Steuerzahlerbundes für falsch und kommt zu anderen Zahlen.
Beim DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
weiter mit Mausklick... verweist man darauf, dass in Freiburg die Wirte ohnehin bereits hohe Pachten für ihre Betriebe zahlen müssten. Die Vermieter verlangten zudem mehr, wenn Freiflächen dabei sind, sagt Alexander Hangleiter. Er stellt klar: Viele Gastronomen sind schon jetzt an der Grenze ihrer betriebswirtschaftlichen Situation angelangt.“



