Mehrwertsteuer
Werden Flusskreuzfahrten teurer?
von Ulrich Jungk
STUTTGART. Flusskreuzfahrten auf deutschen Gewässern sind beliebt. Doch das Vergnügen droht für Gäste deutlich teurer zu werden, wenn nach dem Willen der Bundesregierung ab dem Jahr 2012 statt bislang 7 dann 19 Prozent Mehrwertsteuer erhoben werden.
Hintergrund: Seit 1984 unterliegt die Beförderung von Personen mit Schiffen in Deutschland dem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent. Die dadurch ermöglichten wettbewerbsfähigen Preise sind ein Grund dafür, dass Flusskreuzfahrten zu den beliebtesten touristischen Attraktionen des Reiselandes Deutschland zählen.
Beim Deutschen Reise Verband (DRV) schrillen die Alarmglocken. Laut DRV-Sprecher Torsten Schäfer drohe der überwiegend mittelständisch geprägten Branche finanzieller Schaden. Problem der Veranstalter: Für Reisen, die bereits für das Jahr 2012 gebucht werden, erheben die Anbieter derzeit die üblichen 7 Prozent. Sollte die Regelung im Dezember auslaufen, müssten die Unternehmen die Differenz zu 19 Prozent Mehrwertsteuer aus eigener Tasche zahlen. Zudem sei zu befürchten, dass zahlreiche Unternehmen, vor allem international agierende Veranstalter oder Reedereien mit flexibel einsetzbaren Flusskreuzfahrtschiffen, ihr Angebot an inländischen Strecken reduzieren sowie deutschen und internationalen Flussgästen vermehrt günstigere Strecken außerhalb Deutschlands anbieten.

