Mitarbeiter


Saisonarbeit im Winter

Die Alm ruft

Mit der Pistenraupe zum Arbeitsplatz gebracht werden – wo gibt‘s denn sowas? Auf der Skihütte! Zwei Hüttenwirte berichten, was Saisonmitarbeiter sonst noch erwartet.

Ein Winter auf der Hütte: Die Tiergartenalm in Mühlbach am Hochkönig/Österreich bietet Arbeitsplätze für Saisonarbeiter anEin Winter auf der Hütte: Die Tiergartenalm in Mühlbach am Hochkönig/Österreich bietet Arbeitsplätze für Saisonarbeiter an

Ab Dezember ist es wieder soweit: Die Skilifte surren, die Pisten locken mit weißer Pracht und die Skihütten brauchen Mitarbeiter, die alpine Schmankerl zubereiten oder Getränke servieren. Während der Skisaison sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz wieder jede Menge Arbeitskräfte gefragt.

Grundsätzlich ist der Saisonjob auf einer Skihütte für jeden geeignet, der engagiert ist, der Lust auf Abwechslung hat und der die jeweils geforderten Kenntnisse und Fähigkeiten mitbringt. Besonders häufig allerdings nutzen junge Leute die Möglichkeiten, mit einem winterlichen Saisonjob Abwechslung in ihr Berufsleben zu bringen.

Internationales Team

„Die Wintersaison ist manchmal anstrengend, aber wenn man Spaß an der Arbeit hat und an der Natur, dann ist es ein Traumjob“, sagt Alois Riedlsberger, Chef der Tiergartenalm auf 1540 Metern mitten im Skigebiet Hochkönig im Salzburger Land. Der Hüttenchef sucht Leute mit Motivation und Teamgeist: „Eine abgeschlossene adäquate Ausbildung in der Hotellerie oder Gastronomie und Berufserfahrung sind gut. Aber auch Quereinsteiger sind willkommen.“ Wichtig sind Riedlsberger eine positive Ausstrahlung sowie dass der Mitarbeiter engagiert, motiviert und flexibel ist und auch in hektischen Zeiten den Überblick behält.

Das Team auf der Tiergartenalm ist international: Die 21 Mitarbeiter kommen aus Österreich, Deutschland, Kroatien, Ungarn und Spanien. Für das Personal stehen Einzelzimmer sowie kostenlose Verpflegung zur Verfügung, dazu kostenfreies W-Lan sowie Waschmaschine und Trockner. Auch Ermäßigungen für den Skipass gibt es.

Das Gehalt startet bei 1500 Euro netto: „Aber Trinkgeld kommt dazu“, so Riedlsberger. „Zudem ist eine leistungsbezogene Vergütung für uns selbstverständlich. Wer gut arbeitet verdient auch mehr.“

Die Saison auf der Tiergartenalm geht von Anfang Dezember bis Mitte April. Gearbeitet wird sechs Tage die Woche von 8.30 bis 18 Uhr. „Wir bieten eine abwechslungsreiche, herausfordernde Tätigkeit – Karrieremöglichkeiten stehen in unserem Hause jederzeit offen“, so der Hüttenchef.

Wenig Einarbeitungszeit

Auch die Panorama-Alm in Saalbach-Hinterglemm bietet Saison-Jobs. „Saisonarbeiter zu finden ist nicht schwer, die Kunst besteht darin, dass das Personal die ganze Saison durchhält“, betont Hütten-Chef Alexander Röck. Seine Alm liegt direkt im Kohlmaisgebiet auf 1650 Metern Höhe und ist mit der Kohlmais-Gondelbahn erreichbar. Wer sich bei ihm für einen Job – gesucht werden etwa Kellner, Köche, Hilfskräfte für die Küche, Speisenträger, Abräumer sowie Schankhilfen – bewerben möchte, sollte damit im Sommer, spätestens Herbst beginnen. „Wichtig ist es, einen Lebenslauf mit Foto sowie Zeugnisse beizulegen“, sagt Röck. „Da es grundsätzlich eine Berufssparte mit viel Gästekontakt ist, freuen wir uns immer sehr, wenn wir die Bewerber vor Arbeitsbeginn persönlich kennenlernen.“

Bei den erforderlichen Qualifikationen kommt es aufs Einsatzgebiet an: „Kellner müssen fließend Deutsch sprechen, auch Englisch ist unumgänglich“, so Röck. „Zudem setzen wir Vorkenntnisse in der Gastronomie oder eine Ausbildung in diesem Bereich voraus.“ Anders sei die Bewältigung der Gästemenge nicht möglich, da es nur wenig bis gar keine Einarbeitungszeit gebe.

Den Mitarbeitern stellt Röck kostenlose Verpflegung und ein Einzelzimmer, auch Sauna. „Sie können ein Zimmer direkt im Betrieb auf der Alm haben oder im Tal“, so der Wirt. Ein besonderes Extra: Wer im Tal Quartier bezieht, wird mit der Pistenraupe früh hoch und abends wieder hinuntergefahren. Die Bezahlung erfolgt personenbezogen: Kellner erhalten einen geringeren Fixlohn und eine umsatzabhängige Provision. Alle anderen Mitarbeiter bekommen einen Fixlohn. Die Kellner müssen ein Prozent ihres Umsatzes abgeben, der dann unter dem Personal aufgeteilt wird.

In Saalbach geht die Wintersaison bis Ostern. „Wenn man dann noch eine Sommersaison macht, sind nicht mal zwei Monate zu überbrücken. Ähnlich verhält es sich mit der Übergangszeit von der Sommer- auf die Wintersaison“, sagt Röck. „Hat man eine fixe Zusage für die nächste Saison, ist eine solche Auszeit sicher angemessen. Saisonarbeit ist ein harter Job, in dem man aber viel verdienen kann.“

Astrid Filzek-Schwab


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