Café Future Talk | BrewDog: "Wir wollten schn...
Café Future Talk | BrewDog

"Wir wollten schnell handeln"

Screenshot foodservice
Katrin Wißmann im Gespräch mit David McDowall, President & COO BrewDog.
Katrin Wißmann im Gespräch mit David McDowall, President & COO BrewDog.

Die Probleme des Klimawandels beschäftigen auch die Gastronomie. An Energie- und Wasserverbrauch, Abfall, Verpackungen, Lieferwegen wird gearbeitet, um die CO2-Bilanz zu optimieren. Die expandierende Pub-Kette BrewDog schafft es gar, CO2-negativ zu agieren. Wie das gelingt, berichtete President & COO David McDowall im Gespräch mit foodservice-Redakteurin Katrin Wißmann im Café Future live im Rahmen der IDX_FS powered by Internorga.

Im vergangenen August sorgte die britische Bier-Marke für Schlagzeilen, als sie bekanntgab, von nun an CO2-negativ zu agieren. Treber, Rückstände aus dem Brauprozess, wandeln die Schotten in grünes Gas um, das unter anderem für die eigene Brauerei genutzt wird. In UK wird ausschließlich mit Energie aus Windkraftanlagen gearbeitet. Die Lieferflotte wird derweil auf elektrische Fahrzeuge umgestellt. Durch diese und weitere Initiativen gelingt es dem Unternehmen, mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu ziehen als es verursacht. Rund 33 Mio. Euro hat BrewDog bislang in seinen grünen Wandel investiert.

Zudem haben die Bier-Brauer eine über 800 Hektar große Fläche in den schottischen Highlands erworben. Diese soll nun aufgeforstet werden. In den nächsten vier Jahren werden dort laut BrewDog eine Million Bäume gepflanzt.

David McDowall im Gespräch

Im Café Future auf der digitalen Internorga gab President & COO David McDowall im Gespräch mit foodservice-Redakteurin Katrin Wißmann nun Einblicke in die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. So gab er etwa als einen zentralen Punkt an, dass die Verantwortung des Wandels nicht auf den Schultern eines einzigen Verantwortlichen lastet: "Wir glauben, dass in Unternehmen, in denen es nur eine Person gibt, die für Nachhaltigkeit verantwortlich ist, die Dinge irgendwie schief laufen", so McDowall. Daher zeichne jeder Geschäftsführer neben dem Controlling der Finanzen auch für die Kohlenstoffauswirkungen verantwortlich. 

Die Ziele bleiben weiter ambitioniert, der Kohlendioxid-Ausstoß soll weiter verringert werden. In den vergangenen zwölf Monaten konnte BrewDog laut McDowall den CO2-Ausstoß um etwa 30 Prozent reduzieren, in diesem Jahr soll der Wert auf 40 Prozent steigen.

Aus eigener Hand: Brewdog braut und exportiert selbst Craft-Bier-Spezialitäten und betreibt mehr als 100 Bars, einige auch in Deutschland.
Screenshot foodservice
Aus eigener Hand: Brewdog braut und exportiert selbst Craft-Bier-Spezialitäten und betreibt mehr als 100 Bars, einige auch in Deutschland.

Mit der jüngsten Crowdfunding-Runde hat das Unternehmen auch seine Anteilseigner mit ins Boot geholt: "Wir wollen in den nächsten zwei bis drei Jahren 30-40 Millionen Pfund in unsere Nachhaltikeitsagenda investieren", so McDowall. Ein Teil davon soll über Equity for Punks Tomorrow finanziert werden: "Alles, was wir durch diese Crowdfunding-Runde einnehmen, jeder einzelne Penny, fließt in eine Reihe von aggressiven Nachhaltigkeitsinitiativen." So soll am Standort Ellon beispielsweise ein Anaerober Faulbehälter errichtet werden, der Abwasser in sauberes Wasser umwandelt und lebensmitteltaugliches CO2 zur Karbonisierung der Biere herstellt.

Der Fokus dieser "grünen" Aktivitäten liegt auf Nachhaltigkeit und konsequenter Umsetzung. "Wir wollten keine 24 Monate damit verbringen, einen Plan zu erstellen. Wir wollten schnell zur Tat schreiten und handeln", so President McDowall. Wahrscheinlich werde man auch Dinge falsch machen, doch "wir werden transparent damit umgehen." Zur Unterstützung habe man mit dem renommierten Nachhaltigs-Professor Mike Berners-Lee zusammengearbeitet.

Pläne für Deutschland

Darüber hinaus berichtete David McDowall, dass BrewDog aktuell zwei neue Standorte in Deutschland errichtet - neben einer weiteren BrewDog-Destination in Berlin ist der Bau eines Standorts in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden in Arbeit: "Unser Plan ist, in den nächsten zwei bis drei Jahren weitere acht bis zehn Standorte in Deutschland zu eröffnen", so McDowall. Insgesamt arbeite man weltweit an 42 neuen Projekten, die neuen Standorte in Deutschland nehmen dabei eine sehr wichtige Rolle ein.
Über BrewDog
Die Pub-Kette BrewDog wurde 2007 gegründet – mit keiner geringeren Mission, als die Craft-Bier-Welt zu revolutionieren. Den Anstoß zum Start der eigenen Brauerei gab nach Aussage der beiden Gründer, Martin Dickie und James Watt, die uninspirierte Bier-Szene Großbritanniens. Heute gilt BrewDog als Marktführer in Sachen Craft-Bier und ist eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen in Großbritannien. BrewDog exportiert inzwischen Biere in über 60 Länder und betreibt über 100 Bars weltweit sowie Brauereien in Ellon (Schottland), Columbus, Ohio (USA), in Berlin und in Brisbane (Australien).

stats