Hallescher Anger startet durch

Hallescher Anger startet durch

Jürgen Grubitzsch
Für Feste: Der Rundsaal ist im Schinkel-Stil gehalten
Für Feste: Der Rundsaal ist im Schinkel-Stil gehalten

Ausflügler, Radwanderer und Freunde gastlicher Geselligkeit haben ein neues Ziel in den Saaleauen der Domstadt.

NAUMBURG. Ausflügler, Radwanderer und Freunde gastlicher Geselligkeit haben ein neues Ziel in den Saaleauen der Domstadt. Nach jahrelangem Dornröschenschlaf ist in die Traditionsgaststätte Hallescher Anger in Naumburg Leben eingekehrt.

Der hoch aufragende bayerische Biergartenbaum mit den bunten Figuren mag manchen zunächst fremd vorgekommen sein. Inzwischen schätzt man den weißblauen Farbtupfer in der vom Wein geprägten Region. Insgesamt 560.000 Euro wurden von Februar bis Juli in das alte Haus investiert. Die gesamte Technik wurde modernisiert. Elf Zimmer wurden ausgebaut und als Themenzimmer im Flair ihrer Namenspatrone gestaltet: von Goethe und Schiller über Napoleon bis Schinkel und Königin Luise. Viele Zimmer gestatten Ausblicke über Saale und Weinberge hin.

Rundsaal ist Schmuckstück



Die Gaststube bietet 50 Plätze, hinzu kommen 40 auf der Terrasse. Im Biergarten am Saaleufer finden mehr als 200 Personen Platz. Schmuckstück ist der im Schinkelstil aufgemachte Rundsaal für 180 Personen.

Betreiber Michael Schmidt setzt auf die neuen Einrichtungen. Vor allem, wenn er den Halleschen Anger als Partner des 900 Meter saaleaufwärts betriebenen Gasthauses & Hotels Zur Henne versteht. Ist der dortige beliebte Spiegelsaal vergeben, lassen sich Veranstalter nun sicher unschwer für die Alternative Rundsaal begeistern. Ebenso gilt das bei ausgebuchten 29 Zimmern im Stammhaus. Auch bayerische Gemütlichkeit als klar abgehobener Akzent in Küche und Tresen passt dazu. Mit Konstantin Weiß aus der Augsburger Ecke hat Schmidt sich einen erfahrenen Gastronomen ins Boot geholt, der sein bis zu zwölfköpfiges Team aus dem Umland clever führt.

Reger Zulauf



Bis zum Winter gebe es an Wochenenden kaum noch ein freies Zimmer, freut sich der Hausherr. Auch in der Woche sei man gut gebucht. Die Gastronomie hat ihre Stärken ebenfalls am Wochenende. Mittags wie abends garantiert häufig nur die Reservierung einen Tisch. Selbst Montagabend war der Tresen schon dicht umlagert. Was im Biergarten wegen des Wetters noch nicht die Regel war.

Wer die bisherigen Ergebnisse resümiert, wird den Halleschen Anger vielleicht schon nicht mehr nur als eine Sommerliaison der Henne sehen, wie das von Michael Schmidt offenbar ursprünglich angedacht worden war. Aber was sich rechnet, entscheiden natürlich die Naumburger und Gäste der Region. Das traditionelle Krimidinner der „Henne“, das im Oktober einen Abstecher in den Rundsaal am Halleschen Anger macht, könnte dafür ein guter Köder sein. Jürgen Grubitzsch www.gasthaus-zur-henne.de

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