Gastbeitrag: Andreas Jonderko: "Jetzt die ric...
Gastbeitrag

Andreas Jonderko: "Jetzt die richtigen Zeichen setzen"

Unternehmen
Andreas Jonderko: "Es geht nun darum, dass wir alle gemeinsam die Gastronomie mit Einsatz und Energie unterstützen"
Andreas Jonderko: "Es geht nun darum, dass wir alle gemeinsam die Gastronomie mit Einsatz und Energie unterstützen"

Gerade in Krisenzeiten haben Partnerschaften einen besonderen Wert. Das sagt der Geschäftsführer des Dienstleisters gastronovi.

Deutschland, Europa, ja die ganze Welt leidet unter der Covid-19-Pandemie. Bislang sind laut der Weltgesundheitsorganisation WHO rund 200 Länder betroffen, Millionen Menschen sind an dem Virus erkrankt, und mehr als 100.000 daran gestorben.

Noch mehr als das Virus selbst beschäftigt uns das Maßnahmen-Paket, das seitens der Bundes- und der Landesregierungen erlassen wurde, um die weitere Verbreitung des Virus einzudämmen. Nicht nur auf sozialer und gesellschaftlicher Ebene sind wir derzeit in hohem Maße eingeschränkt, auch wirtschaftlich hat das Vorgehen tiefe Spuren hinterlassen. Ganz besonders betroffen ist das Gastgewerbe: Mehr als 220.000 Betriebe und 2,4 Millionen Beschäftigte leiden in Deutschland an den Restriktionen. Zurzeit werden in der Gastronomie höchstens ein Viertel der sonst üblichen Umsätze verzeichnet. Experten gehen davon aus, dass sich der wirtschaftliche Druck auf die Gastronomen und Hoteliers weiterhin erhöhen und es zu einer schmerzhaften Marktbereinigung kommen wird.

Verantwortung erkennen und tragen

Kein schönes Bild, das uns hier präsentiert wird. Umso mehr ist jetzt die Zeit gekommen, zu handeln. Und hiermit meine ich nicht nur die Bundesregierung, die ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen hat, das Gastronomen finanzielle Hilfe bieten soll. Nein, auch wir Dienstleister tragen Verantwortung für unsere Kunden und sollten diese gerade jetzt – in der Krise – übernehmen.

Eine Partnerschaft ist keine Einbahnstraße. Wie in jeder guten Beziehung ist ein enger Austausch wichtig. Besonders in der aktuellen Situation müssen die Zulieferer noch engmaschiger mit ihren Kunden aus dem Gastgewerbe zusammenarbeiten. Nicht zuletzt deshalb, weil wir als Dienstleister von den Restaurantschließungen unserer Kunden ganz direkt betroffen sind. Alle Zulieferer und Dienstleister sollten stets wissen, welche Bedürfnisse und Nöte ihre Kunden plagen. Schon alleine mit diesem Wissen lassen sich gemeinsam Maßnahmen und Lösungen erarbeiten, die die Gastronomie in der aktuellen Situation helfen und sie unterstützen.

Die Frage muss sein, welche Maßnahmen konkret ergriffen werden müssen, um den Kunden zu helfen? Drei Beispiele aus unserem Unternehmen: Bei gastronovi haben wir uns, als sich eine mögliche bundesweite Schließung aller gastronomischen Einrichtungen ankündigte, überlegt, wie wir unsere Kunden im Falle dieses Szenarios nachhaltig unterstützen können. Als dann klar wurde, dass Abhol- und Lieferservices sowie der Verkauf von Gutscheinen weiterhin erlaubt sein würden, haben wir ein umfassendes Paket erarbeitet, mit dem wir entsprechende digitale Tools kostenlos bereitstellten.

Großer Beratungsbedarf 

Nach Gesprächen mit Gastronomen wurde uns klar, dass darüber hinaus ein großer Beratungsbedarf vorhanden ist. Zeitnah haben wir regelmäßige Webinare für interessierte Kunden initiiert, um diesem Wunsch Rechnung zu tragen. Eine echte Herausforderung für die Branche war und ist es auch, angesichts der Förder- und Maßnahmenpakete von Bund und Ländern den Überblick zu behalten. Resultat war ein Leitfaden mit strukturierten Informationen.

Für mich und das gesamte Führungsteam unserer Firma waren diese Dinge nicht nur selbstverständlich, sondern auch ein Zeichen der Solidarität. Wir sitzen alle in einem Boot und erreichen entweder gemeinsam das rettende Ufer oder gehen gemeinsam unter. Wobei mir natürlich die erste Option deutlich besser gefällt.

Es ist als Dienstleister und Partner unsere Pflicht, einer zurzeit stark strapazierten Branche beizustehen. Einer Branche, mit deren Hilfe wir in der Vergangenheit gute Geschäfte gemacht haben und die uns auch hat wachsen lassen. Ich habe ehrlich gesagt kein Verständnis für diejenigen Dienstleister, die die angespannte Situation der Gastronomen und Hoteliers kennen und nicht bereit sind, sich dem Solidaritätsgedanken zu verpflichten, Beiträge zu reduzieren oder Verbindlichkeiten zu stunden. Echte Partnerschaften basieren darauf, sich vor allem in Krisenzeiten zu unterstützen.

Möglichst viele müssen überleben

Es geht jetzt in den nächsten Monaten darum, dass wir alle gemeinsam die Gastronomie mit Einsatz und Energie unterstützen, sodass am Ende dieser Ausnahmezeit so viele Betriebe wie nur möglich überleben. Es geht um Zusammenhalt. Mein Aufruf an alle Zulieferer und Dienstleister der Branche lautet deshalb: Macht mit und leistet einen Beitrag zur Unterstützung der Gastronomie. Denn gemeinsam werden wir es schaffen, die Krise zu überstehen und sogar gestärkt daraus hervorzugehen. Am Ende werden intensivere Geschäftsbeziehungen und ein noch größeres Vertrauensverhältnis stehen.

Denn darum geht es eben auch: Vertrauen in die Branche, Vertrauen in der Branche!

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